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Endometriumkarzinom: Diagnostik, Therapie & Nachsorge

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Leitlinienprogramm Onkologie (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Endometriumkarzinom ist das häufigste Genitalkarzinom der Frau in Deutschland. Die S3-Leitlinie zum Endometriumkarzinom (Version 2.0, 2022) fasst den aktuellen Wissensstand zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge zusammen.

Das Risiko für ein Endometriumkarzinom steigt mit zunehmendem Alter, wobei das mittlere Erkrankungsalter bei 68 Jahren liegt. Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen Adipositas, Diabetes mellitus, das Lynch-Syndrom sowie eine Östrogentherapie ohne Gestagenschutz.

Körperliche Aktivität, die Einnahme oraler Kontrazeptiva und die Verwendung von Levonorgestrel-Intrauterinpessaren sind laut Leitlinie mit einem reduzierten Erkrankungsrisiko assoziiert. Eine routinemäßige Früherkennung mittels Ultraschall wird bei asymptomatischen Frauen nicht empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont die überragende Bedeutung der molekularen Klassifikation (POLE-Mutation, MMR-Defizienz, p53-Status) für die Therapieplanung. Es wird darauf hingewiesen, dass selbst bei Vorliegen klassischer Risikofaktoren bei Tumoren mit POLE-Mutation im Stadium I und II auf eine adjuvante Therapie verzichtet werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie soll bei asymptomatischen Frauen, auch bei Vorliegen von Risikofaktoren, kein sonographisches Screening durchgeführt werden. Es gibt keine Belege dafür, dass eine solche Früherkennung die Mortalität senkt.

Die Leitlinie empfiehlt die Sentinel-Node-Biopsie als Alternative zur systematischen Lymphonodektomie bei frühen Stadien (pT1a G3 oder pT1b G1/2). Bei Vorliegen von vergrößerten Lymphknoten (bulky nodes) ist das Sentinel-Verfahren jedoch nicht mehr aussagekräftig.

Bei Low-Risk-Tumoren (pT1a, G1/2) wird gemäß Leitlinie auf eine adjuvante Therapie verzichtet. Bei intermediärem Risiko wird eine vaginale Brachytherapie empfohlen, während bei High-Risk-Konstellationen eine perkutane Bestrahlung oder Radiochemotherapie indiziert ist.

Es wird eine klinische Untersuchung mit rektovaginaler Palpation in 3- bis 6-monatigen Abständen für die ersten drei Jahre empfohlen. Die Leitlinie rät bei asymptomatischen Patientinnen ausdrücklich von routinemäßigen bildgebenden Verfahren oder Tumormarkerbestimmungen ab.

Die Leitlinie empfiehlt, jedes neu diagnostizierte Endometriumkarzinom unabhängig vom Alter auf eine Mismatch-Repair-Defizienz (MMR) zu untersuchen. Bei einem auffälligen Befund sollte eine genetische Beratung zur Abklärung eines Lynch-Syndroms angeboten werden.

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Quelle: S3-Leitlinie Endometriumkarzinom v2.0 (2022) (Leitlinienprogramm Onkologie, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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