Timolol in Schwangerschaft & Stillzeit: Embryotox
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzinformation der Embryotox-Datenbank. Timolol ist ein nicht-selektiver Beta-Rezeptorenblocker, der in der Augenheilkunde lokal angewendet wird.
Durch die Hemmung der Beta-2-Rezeptoren des Ziliarkörpers wird die Kammerwasserproduktion gesenkt. Dies führt zu einer Reduktion des Augeninnendrucks.
Die Hauptindikationen umfassen den erhöhten Augeninnendruck (okuläre Hypertension) sowie das Glaukom. Nach lokaler Anwendung am Auge sind Blutspiegel laut Quelle allenfalls in einem sehr niedrigen Bereich nachweisbar.
Empfehlungen
Anwendung in der Schwangerschaft
Laut Embryotox-Datenbank dürfen Timolol-Augentropfen bei medizinischer Notwendigkeit in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Es gibt für die Indikation Glaukom keine besser geeigneten Alternativen.
Der Erfahrungsumfang wird als mittel eingestuft. Bisherige Erfahrungen lassen kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko im ersten Trimenon erkennen.
Für das zweite und dritte Trimenon sowie die Perinatalperiode gibt die Quelle an:
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Bei systemischer Betablocker-Therapie wurden teilweise Risiken für geringeres Geburtsgewicht, Frühgeburtlichkeit und vorübergehende neonatale Symptome (Bradykardie, Hypoglykämie, Hypotonie) beobachtet.
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Für die lokale Timolol-Therapie liegt lediglich ein Fallbericht über eine fetale Bradyarrhythmie vor.
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Eine Kohortenstudie mit 189 Kindern zeigte kein erhöhtes Risiko für ein niedriges Geburtsgewicht unter lokalen Betablockern.
Anwendung in der Stillzeit
Die Anwendung von Timolol-Augentropfen in der Stillzeit ist laut Quelle möglich. Bisher wurden keine Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen beschrieben.
Symptome einer Beta-Rezeptorenblockade beim Säugling gelten bei lokaler mütterlicher Therapie als unwahrscheinlich.
Dosierung
Die Quelle nennt keine expliziten Dosierungsempfehlungen zur Therapie, führt jedoch pharmakokinetische Daten und ein Anwendungsbeispiel zur Berechnung der Säuglingsexposition in der Stillzeit auf:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Beispielhafte Anwendung | 0,5%ige Lösung, 2x täglich 1 Tropfen (beide Augen) |
| Halbwertszeit (HWZ) | 3 Stunden |
| Proteinbindung | 10 % |
| Relative Dosis | 1,1 % |
| M/P-Quotient | 0,8 |
| Orale Bioverfügbarkeit | 50 % |
💡Praxis-Tipp
Um die systemische Resorption zu minimieren, wird bei der Applikation der Augentropfen eine nasolakrimale Okklusion sowie das Schließen der Augenlider für wenige Minuten empfohlen. Zudem wird dazu geraten, Geburtshelfer und Pädiater über die mütterliche Medikation zu informieren, um auf eventuelle neonatale Symptome achten zu können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Embryotox dürfen Timolol-Augentropfen bei Notwendigkeit in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Es sind keine besser geeigneten medikamentösen Alternativen für diese Indikation bekannt.
Bei lokaler Anwendung am Auge sind systemische Effekte sehr selten, es existiert lediglich ein Fallbericht über eine fetale Bradyarrhythmie. Bei systemischen Betablockern warnt die Quelle jedoch vor möglichen neonatalen Symptomen wie Bradykardie, Hypoglykämie und Hypotonie.
Die Anwendung in der Stillzeit ist laut Quelle möglich, da Symptome einer Beta-Rezeptorenblockade beim Säugling unwahrscheinlich sind. Ein vollgestillter Säugling erhält nur einen sehr geringen Bruchteil einer kardialen Dosis.
Es wird empfohlen, nach dem Eintropfen eine nasolakrimale Okklusion durchzuführen und die Augenlider für einige Minuten zu schließen. Dadurch lässt sich die systemische Resorption des Wirkstoffs reduzieren.
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Quelle: Embryotox: Timolol in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.