Latanoprost in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox
Hintergrund
Latanoprost ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Prostaglandin-Analoga. Er wird lokal am Auge eingesetzt, um den Augeninnendruck durch eine Steigerung des Kammerwasserabflusses zu senken.
Zu den Hauptindikationen zählen der erhöhte Augeninnendruck (okuläre Hypertension) sowie das Glaukom. Die Augentropfen liegen als 0,005%ige Lösung vor.
Nach der lokalen Anwendung am Auge sind die Blutspiegel des Wirkstoffs fast nicht messbar. Ein Tropfen enthält circa 1,5 µg Latanoprost.
Empfehlungen
Die Embryotox-Datenbank formuliert folgende Einschätzungen zur Anwendung von Latanoprost:
Schwangerschaft
Laut der Quelle wird der Erfahrungsumfang für Latanoprost in der Schwangerschaft als gering eingestuft. Es liegen bisher keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko vor, systematische Untersuchungen zum ersten Trimenon fehlen jedoch.
Es wird darauf hingewiesen, dass systemische Prostaglandine als Abortivum wirken oder den Uterustonus erhöhen können. Aufgrund der äußerst geringen systemischen Spiegel nach lokaler Anwendung am Auge ist ein solcher Effekt laut Quelle jedoch kaum vorstellbar.
Die Leitlinie gibt an, dass Latanoprost-Augentropfen bei Notwendigkeit in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden dürfen. Als besser geeignete Alternative wird jedoch Timolol genannt.
Stillzeit
Für die Stillzeit liegen laut Quelle keine systematischen Untersuchungen vor. Es wird berichtet, dass bisher keine Symptome bei gestillten Säuglingen beobachtet wurden.
Die Anwendung von Latanoprost-Augentropfen in der Stillzeit ist laut Quelle möglich. Nebenwirkungen beim gestillten Kind sind aufgrund der geringen Konzentration, der kurzen Halbwertszeit (17 Minuten) und der geringen oralen Bioverfügbarkeit kaum vorstellbar.
Anwendungshinweise
Um die ohnehin geringe systemische Resorption weiter zu minimieren, wird für Schwangerschaft und Stillzeit folgendes Vorgehen empfohlen:
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Durchführung einer nasolakrimalen Okklusion
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Schließen der Augenlider für wenige Minuten nach dem Tropfen
Dosierung
| Wirkstoff | Darreichungsform | Dosierung | Indikation |
|---|---|---|---|
| Latanoprost | Augentropfen (0,005%ige Lösung) | 1x täglich 1 Tropfen (ca. 1,5 µg) | Erhöhter Augeninnendruck, Glaukom |
Kontraindikationen
Der Quelltext nennt keine absoluten Kontraindikationen für die Schwangerschaft oder Stillzeit. Es wird lediglich darauf hingewiesen, dass als besser geeignete Alternative in der Schwangerschaft Timolol in Betracht gezogen werden sollte.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Praxishinweis der Quelle ist die mechanische Reduktion der systemischen Resorption. Es wird empfohlen, Schwangere und Stillende darauf hinzuweisen, nach der Applikation der Augentropfen eine nasolakrimale Okklusion durchzuführen und die Augenlider für einige Minuten geschlossen zu halten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Embryotox dürfen Latanoprost-Augentropfen bei Notwendigkeit in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Der Erfahrungsumfang wird jedoch als gering eingestuft.
Die Quelle nennt Timolol als eine besser geeignete Alternative zur Behandlung des Glaukoms in der Schwangerschaft.
Systemische Prostaglandine können den Uterustonus erhöhen und Wehen verursachen. Bei lokaler Anwendung von Latanoprost am Auge ist dies aufgrund der minimalen systemischen Spiegel laut Quelle jedoch kaum vorstellbar.
Es wird angegeben, dass Latanoprost in der Stillzeit angewendet werden kann. Wegen der kurzen Halbwertszeit und geringen oralen Bioverfügbarkeit sind Nebenwirkungen beim Säugling kaum vorstellbar.
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Quelle: Embryotox: Latanoprost in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.