Eisenmangelanämie: Diagnostik und Eisensubstitution
Hintergrund
Der Eisenmangel ist weltweit die häufigste Mangelerkrankung und die häufigste Ursache einer Anämie. Die Onkopedia-Leitlinie bietet umfassende Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Eisenmangel und Eisenmangelanämie.
Ein Eisenmangel entsteht durch ein Missverhältnis zwischen Eisenaufnahme und -bedarf. Häufige Ursachen sind chronische Blutverluste, ein erhöhter Bedarf in der Schwangerschaft oder eine verminderte enterale Resorption.
Die Leitlinie unterscheidet drei Stadien: den reinen Speichereisenmangel, die eisendefizitäre Erythropoese und die manifeste Eisenmangelanämie. Zudem wird der absolute vom funktionellen Eisenmangel, der beispielsweise bei chronischen Entzündungen oder Tumoren auftritt, abgegrenzt.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, bei entzündlichen oder malignen Erkrankungen einen Eisenmangel allein anhand des Ferritinwertes auszuschließen. Da Ferritin ein Akut-Phase-Protein ist, kann ein bestehender Eisenmangel durch normale oder erhöhte Werte maskiert werden. In diesen Fällen wird die Bestimmung von Transferrinsättigung, Retikulozytenhämoglobin (CHr) oder Zinkprotoporphyrin (ZPP) empfohlen, um eine eisendefizitäre Erythropoese zuverlässig zu erfassen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollte die Einnahme vorzugsweise nüchtern, mindestens 30 bis 60 Minuten vor oder nach dem Essen erfolgen. Um gastrointestinale Nebenwirkungen zu minimieren und die Resorption zu optimieren, wird eine Einnahme jeden zweiten Tag empfohlen.
Eine intravenöse Substitution wird empfohlen, wenn orale Präparate nicht vertragen werden oder nicht ausreichen. Zudem wird sie bei Tumorpatienten, dialysepflichtigen Personen und bei Herzinsuffizienz bevorzugt.
Ein erster Therapieerfolg zeigt sich durch einen Anstieg des Retikulozytenhämoglobins nach 2 bis 4 Tagen. Das Hämoglobin sollte gemäß Leitlinie nach 4 Wochen um 1 bis 2 g/dl angestiegen sein.
Ein Serumferritin unter 15 µg/L gilt als beweisend für einen Eisenmangel. In der klinischen Praxis wird bei Erwachsenen häufig ein geschlechtsunabhängiger Grenzwert von unter 30 µg/L herangezogen.
Im ersten Trimenon ist eine intravenöse Eisengabe streng kontraindiziert. Im zweiten und dritten Trimenon kann sie nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen, falls orale Präparate nicht vertragen werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Eisenmangel und Eisenmangelanämie (Onkopedia). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen