Eltrombopag (Revolade): Laborinterferenzen | AkdÄ
Hintergrund
Eltrombopag (Revolade®) ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung verschiedener hämatologischer Erkrankungen eingesetzt wird. Zu den zugelassenen Indikationen gehören laut Quelltext die chronische Immunthrombozytopenie (ITP), die Thrombozytopenie bei chronischer Hepatitis-C-Virus-Infektion sowie die erworbene schwere aplastische Anämie.
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) greift in der Drug Safety Mail 2018-49 eine Information der britischen Arzneimittelbehörde (MHRA) auf. Diese warnt vor potenziellen präanalytischen Störungen bei Patienten, die mit Eltrombopag behandelt werden.
Da der Wirkstoff stark rötlich-braun gefärbt ist, kann es zu einer sichtbaren Verfärbung des Serums kommen. Diese physikalische Eigenschaft ist die Ursache für mögliche Interferenzen bei bestimmten Laborbestimmungen.
Empfehlungen
Die AkdÄ formuliert basierend auf der MHRA-Warnung folgende Kerninformationen zum Umgang mit Eltrombopag:
Art der Laborinterferenz
Laut AkdÄ kann die durch Eltrombopag verursachte Serumverfärbung spezifische Laborparameter verfälschen. Es liegen Berichte über folgende Abweichungen vor:
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Falsch-niedrige oder falsch-normale Bilirubinwerte
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Falsch-hohe Kreatininwerte
Abhängigkeit von der Testmethodik
Die Ausprägung dieser Artefakte ist laut Sicherheitsinformation stark von den verwendeten Analysegeräten und Reagenzien abhängig. Nicht jedes Laborsystem ist gleichermaßen anfällig für diese optische Interferenz.
Klinisches Vorgehen
Es wird empfohlen, die Laborbefunde stets mit dem klinischen Bild des Patienten abzugleichen. Wenn die gemessenen Bilirubin- oder Kreatininwerte inkonsistent zur klinischen Beobachtung sind, sollte gemäß AkdÄ eine erneute Laboruntersuchung veranlasst werden.
Hierbei wird der Einsatz einer alternativen Testmethode empfohlen, um den optischen Störfaktor zu umgehen.
💡Praxis-Tipp
Bei Patienten unter Eltrombopag-Therapie sollte bei unerwartet hohen Kreatininwerten oder unplausibel normalen Bilirubinwerten stets an eine laborchemische Interferenz gedacht werden. Die AkdÄ rät in solchen Fällen, die Parameter mit einer alternativen Methodik nachbestimmen zu lassen, um Fehldiagnosen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Eltrombopag ist ein stark rötlich-braun gefärbter Wirkstoff, der zu einer Verfärbung des Blutserums führen kann. Laut AkdÄ stört diese optische Veränderung bestimmte Messverfahren im Labor.
Die AkdÄ warnt insbesondere vor Interferenzen bei der Bestimmung von Bilirubin und Kreatinin. Es kann zu falsch-niedrigen oder falsch-normalen Bilirubinwerten sowie zu falsch-hohen Kreatininwerten kommen.
Wenn die gemessenen Werte nicht zur klinischen Beobachtung passen, wird eine erneute Untersuchung empfohlen. Die AkdÄ rät dazu, für die Kontrollmessung eine andere Testmethode zu verwenden.
Das Medikament ist laut Sicherheitsinformation für die chronische Immunthrombozytopenie (ITP) und die Thrombozytopenie bei chronischer Hepatitis C zugelassen. Zudem wird es bei der erworbenen schweren aplastischen Anämie eingesetzt.
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Quelle: AkdÄ: Information der Britischen Arzneimittelbehörde zu (AkdÄ, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.