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Keuchhusten (Pertussis): Aktuelle ECDC-Risikobewertung

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Unknown Source Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Starker Anstieg der Pertussis-Fälle in der EU/EWR mit über 32.000 gemeldeten Fällen im ersten Quartal 2024.
  • Säuglinge unter 6 Monaten ohne vollständigen Impfschutz tragen das höchste Risiko für schwere Verläufe und Mortalität.
  • Die maternale Immunisierung (Impfung in der Schwangerschaft) ist eine der effektivsten Maßnahmen zum Schutz von Neugeborenen.
  • Eine antibiotische Therapie mit Makroliden sollte idealerweise innerhalb von 21 Tagen nach Hustenbeginn gestartet werden.
  • Erkrankte Personen sollten für 21 Tage (oder bis 5 Tage nach Beginn einer adäquaten Antibiose) Gemeinschaftseinrichtungen fernbleiben.
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Hintergrund

Pertussis (Keuchhusten) ist eine endemische Erkrankung, bei der auch bei hoher Durchimpfungsrate alle drei bis fünf Jahre größere Epidemien auftreten. Nach einer Phase geringer Zirkulation während der COVID-19-Pandemie verzeichnet die EU/EWR einen massiven Anstieg: 2023 wurden über 25.000 Fälle gemeldet, allein zwischen Januar und März 2024 folgten mehr als 32.000 weitere Fälle.

Die höchste Inzidenz wird bei Säuglingen (unter 1 Jahr) sowie bei Jugendlichen (10-19 Jahre) beobachtet. Die Mehrzahl der Todesfälle betrifft Säuglinge.

Risikobewertung nach Altersgruppen

Das ECDC bewertet das Risiko basierend auf der Infektionswahrscheinlichkeit und den klinischen Auswirkungen (Impact):

PopulationsgruppeInfektionswahrscheinlichkeitAuswirkungen (Impact)Gesamtrisiko
Säuglinge < 6 Monate (ungeimpft/teilgeimpft)HochHochHoch
Säuglinge > 6 Monate & Kinder bis 15 J. (ungeimpft/teilgeimpft)ModeratNiedrigModerat
Jugendliche > 16 J. & Erwachsene bis 64 J.ModeratNiedrigModerat
Ältere Erwachsene (≥ 65 J.) & Personen mit VorerkrankungenModeratModeratModerat

Hinweis: Bei vollständig nach nationalem Schema geimpften Kindern sowie kürzlich aufgefrischten Erwachsenen sinkt das Risiko auf "Niedrig".

Impfempfehlungen und Prävention

Das primäre Ziel der nationalen Impfprogramme ist die Senkung der Morbidität und Mortalität bei Neugeborenen. Das ECDC empfiehlt folgende Kernstrategien:

  • Primärimmunisierung: Zeitgerechter und vollständiger Abschluss der Grundimmunisierung bei Säuglingen hat oberste Priorität.
  • Maternale Immunisierung: Die Impfung in der Schwangerschaft ist eine hocheffektive Methode, um Säuglinge in den ersten Lebensmonaten (vor Abschluss der eigenen Grundimmunisierung) zu schützen.
  • Auffrischungsimpfungen (Booster): Einhaltung der nationalen Empfehlungen für Auffrischungsimpfungen bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Diagnostik

Die Wahl der Labordiagnostik richtet sich nach dem Zeitpunkt des Symptombeginns:

KrankheitsphaseBevorzugte DiagnostikBemerkung
< 21 Tage nach SymptombeginnPCR oder KulturHohe Bakterienlast in den oberen Atemwegen
≥ 2 Wochen nach SymptombeginnSerologieNachweis von B. pertussis-spezifischen Antikörpern

Therapiemanagement und Infektionsschutz

Die klinische Präsentation kann je nach Alter und Immunstatus variieren. Bei Verdacht auf Pertussis gelten folgende Maßnahmen zur Therapie und zur Verhinderung der Transmission:

  • Antibiotikatherapie: Behandlung mit einem Makrolid (Erythromycin, Clarithromycin, Azithromycin) innerhalb von 21 Tagen nach Hustenbeginn.
  • Isolierung: Ausschluss von erkrankten Kindern und Personal aus Gemeinschaftseinrichtungen (Schule, Kita) oder Hochrisikobereichen (z.B. Entbindungsstationen) für 21 Tage nach Symptombeginn oder bis 5 Tage nach Beginn einer adäquaten Antibiotikatherapie.
  • Postexpositionsprophylaxe (PEP): Eine antibiotische PEP kann für Haushaltskontakte und enge Kontakte mit hohem Risiko für schwere Verläufe (z.B. Säuglinge, Schwangere, Immunsupprimierte) erwogen werden.

💡Praxis-Tipp

Denken Sie bei protrahiertem Husten (>14 Tage) auch bei Erwachsenen an Pertussis. Starten Sie eine Makrolid-Therapie frühzeitig (innerhalb von 21 Tagen) und klären Sie Schwangere aktiv über die Wichtigkeit der maternalen Pertussis-Impfung auf.

Häufig gestellte Fragen

Ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Säuglinge unter 6 Monaten haben das höchste Risiko für Morbidität und Mortalität (Gesamtrisiko: Hoch).
Die PCR oder Kultur ist die bevorzugte Methode innerhalb der ersten 21 Tage nach Symptombeginn. Ab 2 Wochen nach Symptombeginn sollte eine Serologie erfolgen.
Ohne Therapie gelten Patienten bis zu 21 Tage nach Hustenbeginn als infektiös. Mit adäquater Makrolid-Therapie endet die Infektiosität 5 Tage nach Behandlungsbeginn.
Ja, die maternale Immunisierung ist laut ECDC eine der effektivsten Strategien, um Neugeborene in den ersten Lebensmonaten vor schweren Krankheitsverläufen und Tod zu schützen.

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