IQWiG2014Pneumologie

DMP Asthma: Leitlinien-Empfehlungen und Therapieziele

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der systematischen Leitlinienrecherche für das Disease-Management-Programm (DMP) Asthma bronchiale. Ziel war es, einen potenziellen Aktualisierungs- und Ergänzungsbedarf der bestehenden DMP-Richtlinie zu identifizieren.

Insgesamt wurden zwölf internationale und nationale Leitlinien eingeschlossen und methodisch bewertet. Die Analyse vergleicht die extrahierten Empfehlungen mit den bestehenden Anforderungen für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche.

Ein besonderer Fokus der Untersuchung liegt auf Patientengruppen und Versorgungsaspekten, die im bisherigen DMP nicht oder nur unzureichend abgebildet sind. Dazu gehören insbesondere Kinder unter fünf Jahren sowie das berufsbedingte Asthma.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht identifiziert basierend auf der Leitliniensynthese mehrere Bereiche mit potenziellem Ergänzungsbedarf für das DMP Asthma.

Diagnostik und Schulung

Bei Verdacht auf berufsbedingtes Asthma wird eine detaillierte Arbeitsplatzanamnese empfohlen. Laut Leitlinienauswertung sollte zudem die gesetzliche Unfallversicherung oder ein Gewerbearzt in die Ursachenklärung einbezogen werden.

Für die Patientenführung wird die Erstellung eines schriftlichen Therapie- und Behandlungsplans als notwendig erachtet. Die Indikationsstellung zur Schulung sollte sich an der aktuellen Asthmakontrolle orientieren.

Medikamentöse Langzeittherapie

Die Leitliniensynthese formuliert folgende Kernaspekte zur medikamentösen Steuerung:

  • Die Krankheitskontrolle sollte mit der geringstmöglichen Zahl von Antiasthmatika in der niedrigstmöglichen Dosis aufrechterhalten werden.

  • Bei Ausbleiben des Therapieerfolgs wird eine Intensivierung auf Basis eines Stufenplans empfohlen.

  • Nach einer Therapieintensivierung sollte die Asthmakontrolle nach spätestens vier Wochen erneut überprüft werden.

  • Der routinemäßige Einsatz einer sublingualen Immuntherapie (SLIT) wird nicht empfohlen.

Besonderheiten bei Kindern unter 5 Jahren

Da diese Altersgruppe bisher nicht im DMP erfasst ist, hebt der Bericht spezifische Leitlinienempfehlungen hervor. Die Diagnosestellung gilt als schwierig, weshalb Differenzialdiagnosen wie die gastroösophageale Refluxkrankheit (Befragung der Eltern zu Erbrechen in Rückenlage) geprüft werden sollten.

Für die medikamentöse Therapie bei Kleinkindern wird empfohlen:

  • Inhalative Glukokortikosteroide (ICS) erst einzusetzen, wenn die Kontrolle mit Beta2-Agonisten nicht mehr gegeben ist.

  • Leukotrienrezeptorantagonisten (LTRA) als Alternative zu ICS zu nutzen, falls das Kind keine ICS einnehmen kann.

  • Eine spezifische Immuntherapie in dieser Altersgruppe nicht durchzuführen, es sei denn, es liegt eine Insektengiftallergie vor.

  • Inhalatoren nur zu verschreiben, wenn die Patienten im Umgang geschult sind.

Dosierung

Der Bericht extrahiert spezifische Dosierungsempfehlungen für die stationäre Behandlung von schweren Asthmaanfällen bei Kindern unter fünf Jahren.

AlterMedikamentTagesdosisIndikation
Unter 2 JahrePrednisolon10 mgSchwerer Asthmaanfall (stationär)
Über 2 bis unter 5 JahrePrednisolon20 mgSchwerer Asthmaanfall (stationär)

Für die Basistherapie mit inhalativen Glukokortikosteroiden (ICS) bei Kleinkindern wird ein Beginn mit zwei Gaben pro Tag empfohlen. Nach Erreichen einer guten Asthmakontrolle kann die Dosis laut Leitlinienauswertung auf eine Gabe pro Tag reduziert werden.

Kontraindikationen

Basierend auf der Leitlinienauswertung werden folgende Maßnahmen nicht empfohlen:

  • Der Einsatz von oralen Beta2-Agonisten zur Behandlung von Asthmaanfällen bei Kindern unter fünf Jahren.

  • Der routinemäßige Gebrauch von oralen Kortikosteroiden bei akuten Asthmaanfällen mit Kontrollverlust bei Vorschul- und Schulkindern.

  • Die routinemäßige Durchführung einer sublingualen Immuntherapie (SLIT).

  • Eine spezifische Immuntherapie bei Kindern unter fünf Jahren (Ausnahme: Insektengiftallergie).

  • Der Einsatz von Ionisierern zur nichtmedikamentösen Therapie.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei Kindern unter fünf Jahren wird empfohlen, Inhalationssysteme erst nach erfolgreicher Schulung und Demonstration zu verschreiben. Zudem sollte bei der Anamnese gezielt nach Irritationen beim Füttern oder Erbrechen in Rückenlage gefragt werden, um eine Refluxkrankheit als Differenzialdiagnose nicht zu übersehen.

Häufig gestellte Fragen

Inhalative kurzwirksame Beta2-Agonisten (SABA) über einen Pulverinhalator mit Spacer gelten laut Leitlinienauswertung als Mittel der Wahl. Bei unzureichendem Ansprechen wird eine Kombination mit Ipratropiumbromid empfohlen.

Laut Leitliniensynthese sollte die Asthmakontrolle spätestens vier Wochen nach einer Intensivierung der medikamentösen Therapie erneut ärztlich überprüft werden.

Wenn Kinder unter fünf Jahren nicht in der Lage sind, inhalative Glukokortikosteroide (ICS) einzunehmen, stellen Leukotrienrezeptorantagonisten (LTRA) laut Bericht eine effektive Alternative dar. Sie gelten in dieser Altersgruppe auch als erste Wahl für eine Add-on-Therapie.

Es wird empfohlen, eine detaillierte Arbeitsplatzanamnese zu erheben. Zudem sollte frühzeitig die gesetzliche Unfallversicherung oder ein Gewerbearzt in die Ursachenklärung einbezogen werden.

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Quelle: IQWiG V12-03: Systematische Leitlinienrecherche und -bewertung sowie Extraktion neuer und relevanter Empfehlungen für das DMP Asthma (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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