Metabolische Lebererkrankungen (NAFLD): DGVS-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGVS (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die S2k-Leitlinie der DGVS beschreibt die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) als ein Spektrum, das von der einfachen Steatose (NAFL) bis zur Steatohepatitis (NASH) reicht. NASH kann im Verlauf zu Leberfibrose, Zirrhose und hepatozellulärem Karzinom (HCC) führen.

NAFLD gilt als hepatische Manifestation des metabolischen Syndroms und ist eng mit Adipositas sowie Typ-2-Diabetes assoziiert. Mit einer weltweiten Prävalenz von etwa 25 Prozent stellt sie die häufigste chronische Lebererkrankung dar.

Die Prognose der Betroffenen wird maßgeblich vom Ausmaß der Leberfibrose bestimmt. Kardiovaskuläre Erkrankungen bilden laut Leitlinie die häufigste Todesursache bei nicht-zirrhotischen NAFLD-Patienten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung von Patienten mit NAFLD:

Screening und Risikostratifizierung

Ein allgemeines Bevölkerungsscreening auf NAFLD wird nicht empfohlen. Bei Vorliegen von Risikofaktoren wie Typ-2-Diabetes, Adipositas oder metabolischem Syndrom sollte jedoch eine gezielte Diagnostik erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt für das Screening:

  • Den Einsatz von Ultraschall und nicht-invasiven Scores (z. B. FIB-4, NAFLD Fibrosis Score)

  • Die Überweisung an einen Spezialisten bei wiederholt erhöhten Transaminasen

  • Die Bestimmung des Fatty Liver Index (FLI) zur Abschätzung des Leberfettgehalts

Diagnostik

Die transabdominale Sonografie wird als primäres bildgebendes Verfahren empfohlen. Zur nicht-invasiven Bestimmung des Fibroserisikos sollten präferenziell der FIB-4-Index oder der NAFLD Fibrosis Score (NFS) genutzt werden.

Bei Verdacht auf eine fortgeschrittene Fibrose wird eine Elastografie (z. B. VCTE) empfohlen. Eine Leberbiopsie ist indiziert, wenn eine Fibrose sicher nachgewiesen oder ausgeschlossen werden muss (starker Konsens).

Konservative Therapie

Übergewichtigen Patienten wird eine Gewichtsreduktion von mindestens 5 Prozent empfohlen, um Steatose und Entzündung zu verbessern. Für eine Fibroserückbildung wird ein Gewichtsverlust von mindestens 10 Prozent angestrebt.

Die Leitlinie rät zu folgenden Lebensstilanpassungen:

  • Kalorienreduzierte Kost und mediterrane Diät

  • Moderates bis intensives aerobes Training für 3 Stunden pro Woche

  • Verzicht auf Alkohol, insbesondere bei NAFLD-assoziierter Zirrhose

Medikamentöse und chirurgische Therapie

Es gibt derzeit keine zugelassene spezifische medikamentöse Therapie für NAFLD. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes sollten bevorzugt GLP-1-Rezeptoragonisten (z. B. Liraglutid, Semaglutid) oder SGLT2-Inhibitoren eingesetzt werden.

Bariatrische Chirurgie wird bei Patienten mit einem BMI ≥ 40 kg/m2 (oder ≥ 35 kg/m2 mit Komorbiditäten) empfohlen, sofern konservative Maßnahmen versagt haben (starke Empfehlung). Bei dekompensierter Zirrhose ist sie kontraindiziert.

Monitoring

Klinische und laborchemische Verlaufskontrollen sollten je nach Schweregrad alle 6 Monate bis 3 Jahre erfolgen. Bei NAFLD-Zirrhose wird eine halbjährliche HCC-Surveillance mittels Ultraschall empfohlen.

Dosierung

Obwohl derzeit keine spezifischen NAFLD-Medikamente zugelassen sind, nennt die Leitlinie folgende Dosierungen für Begleiterkrankungen:

WirkstoffDosierungIndikation / Bemerkung
Metforminbis zu 2 g/TagBei kompensierter Zirrhose (Child A) und Typ-2-Diabetes
Semaglutid2,4 mg/TagZugelassen zur Adipositastherapie (BMI > 30 kg/m2)
Vitamin E800 IE/TagIn Studien geprüft, aber routinemäßiger Einsatz nicht empfohlen

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem routinemäßigen Einsatz von Vitamin E, da Langzeitdaten auf eine erhöhte Gesamtmortalität und ein gesteigertes Prostatakarzinomrisiko hinweisen.

Pioglitazon ist bei Herzinsuffizienz und Blasenkrebs kontraindiziert. Es sollte wegen möglicher Gewichtszunahme bei schwerer Adipositas nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Bariatrische Eingriffe sind bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose und/oder portaler Hypertension kontraindiziert.

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💡Praxis-Tipp

Ein normaler Transaminasen-Spiegel schließt eine fortgeschrittene Fibrose bei NAFLD nicht aus. Die Leitlinie betont, dass bei Risikopatienten stets eine nicht-invasive Fibrosediagnostik mittels FIB-4-Score oder Elastografie erfolgen sollte. Eine alleinige Bestimmung der Leberwerte ist für das Screening unzureichend.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird als Grenzwert für die NAFLD ein maximaler täglicher Alkoholkonsum von 10 g bei Frauen und 20 g bei Männern definiert. Eine sichere Unterscheidung ist histologisch oft nicht möglich, weshalb eine ausführliche Anamnese und ggf. Biomarker wie Ethylglucuronid (EtG) herangezogen werden sollten.

Die Leitlinie empfiehlt eine kalorienreduzierte Kost zur Gewichtsabnahme sowie eine mediterrane Diät. Letztere kann auch bei normalgewichtigen Patienten die Insulinresistenz und Steatose verbessern.

Ja, die Leitlinie hält fest, dass Kaffeekonsum bei NAFLD-Patienten empfohlen werden kann. Epidemiologische Daten weisen auf einen protektiven Effekt hinsichtlich der Fibroseprogression und des HCC-Risikos hin.

Eine Biopsie wird empfohlen, wenn eine fortgeschrittene Fibrose sicher nachgewiesen oder ausgeschlossen werden muss. Zudem ist sie laut Leitlinie indiziert, wenn unklare Begleiterkrankungen oder andere Ursachen differenzialdiagnostisch abgeklärt werden müssen.

Derzeit gibt es keine spezifisch zugelassenen Medikamente für NAFLD oder NASH. Bei Vorliegen eines Typ-2-Diabetes wird der Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten oder SGLT2-Inhibitoren empfohlen, da diese positive metabolische Effekte zeigen.

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