DGKJ2010Pädiatrie

Neugeborenen-Screening auf SMA: DGKJ-Stellungnahme

Diese Leitlinie stammt aus 2010 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGKJ (2010)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die vorliegende Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) befasst sich mit dem Nutzen eines Neugeborenen-Screenings auf die 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie (SMA). Ziel ist es, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, da der Therapieerfolg stark vom Behandlungsbeginn abhängt.

Bei der SMA sterben Nervenzellen im Rückenmark ab, was zu einer fortschreitenden Muskelschwäche führt. Unbehandelt beeinträchtigt dies die motorische Entwicklung schwerwiegend und kann zu einer restriktiven Ventilationsstörung führen.

Ursächlich ist eine Mutation im SMN1-Gen auf Chromosom 5, wodurch ein essenzielles Eiweiß für die Nervenzellen fehlt. Die infantile Form der Erkrankung ist selten und betrifft bis zu 10 von 100.000 Neugeborenen.

Empfehlungen

Die Stellungnahme der DGKJ hebt die Bedeutung der präsymptomatischen Diagnostik und Therapie der spinalen Muskelatrophie hervor.

Klassifikation der SMA

Die Erkrankung wird nach dem Beginn der Symptomatik und den maximal erreichten motorischen Fähigkeiten eingeteilt:

TypSymptombeginnPrognose und Verlauf
Typ IIn den ersten LebenswochenSchwerste Form; ohne Therapie Tod meist im Alter von 1 bis 2 Jahren; freies Sitzen wird nicht erlernt
Typ II - IVNach dem 6. LebensmonatJe später der Ausbruch, desto mehr motorische Fähigkeiten und desto höher die Lebenserwartung

Nutzen des Neugeborenen-Screenings

Laut Dokument ermöglicht das Screening eine Diagnose und Behandlung noch vor dem Auftreten erster Symptome. Die Stellungnahme betont folgende Aspekte:

  • Eine präsymptomatische Behandlung fördert die Entwicklung motorischer Fähigkeiten wie Sitzen, Krabbeln und Gehen deutlich.

  • Die frühe Therapie zögert die Notwendigkeit einer dauerhaften Beatmung hinaus oder verhindert diese komplett.

  • Bisher ist kein präsymptomatisch behandeltes Kind verstorben, was den positiven Einfluss auf die Lebenserwartung unterstreicht.

Kausale Therapieoptionen

Zur Behandlung der 5q-assoziierten SMA stehen laut Text zielgerichtete medikamentöse Therapien zur Verfügung:

WirkstoffWirkmechanismusApplikationsweg
NusinersenErhöht die Produktion des SMN-Eiweißes durch Auslesen des Ersatzgens (SMN2)Intrathekal (in den Liquor)
Onasemnogen-AbeparvovecGenersatztherapie; führt ein intaktes SMN1-Gen zuKeine Angabe im Text

Symptomatische Therapie und Nachsorge

Neben der medikamentösen Therapie wird eine begleitende Behandlung beschrieben. Diese umfasst:

  • Physiotherapeutische, orthopädische und psychologische Verfahren zur Funktionsverbesserung.

  • Erwägung einer Beatmung bei deutlicher Beeinträchtigung der Atmung.

Bei milderen Formen, die im Screening erkannt werden, aber erst später symptomatisch werden, wird eine Anbindung an eine spezialisierte neuromuskuläre Einrichtung als notwendig erachtet. So kann bei ersten klinischen Anzeichen sofort eine Therapie eingeleitet werden.

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💡Praxis-Tipp

Die Stellungnahme betont, dass bei der spinalen Muskelatrophie primär eine intakte Lunge vorliegt, es jedoch durch die Muskelschwäche zu einer restriktiven Ventilationsstörung kommt. Zudem wird hervorgehoben, dass eine präsymptomatische Therapieeinleitung nach einem positiven Neugeborenen-Screening entscheidend ist, da sie die Notwendigkeit einer dauerhaften Beatmung verhindern und die Lebenserwartung signifikant verbessern kann.

Häufig gestellte Fragen

Die 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie wird durch eine Mutation im Survival-Motor-Neuron-Gen (SMN1) auf Chromosom 5 verursacht. Dies führt laut Stellungnahme zu einem Mangel an einem für Nervenzellen essenziellen Eiweiß.

Der Wirkstoff Nusinersen wird intrathekal appliziert. Das Dokument beschreibt, dass das Medikament direkt in die Flüssigkeit gespritzt wird, die das Rückenmark umgibt (Liquor).

Nusinersen erhöht die Produktion des fehlenden Eiweißes durch das Auslesen eines Ersatzgens (SMN2). Onasemnogen-Abeparvovec fungiert hingegen als Genersatztherapie und führt den Betroffenen ein intaktes SMN1-Gen zu.

Die 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie ist eine sehr seltene Erkrankung. Laut Text erkranken bis zu 10 von 100.000 Neugeborenen an der schweren infantilen Form.

Auch bei milderen Formen, die erst später symptomatisch werden, ist eine Betreuung in einer spezialisierten neuromuskulären Einrichtung erforderlich. So kann bei ersten klinischen Anzeichen umgehend mit einer Therapie begonnen werden.

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Quelle: DGKJ: Zur Nutzenbewertung eines Screenings auf spinale Muskelatrophie bei Neugeborenen (DGKJ, 2010). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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