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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Stationäre Psychokardiologie: DGK-Stellungnahme

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Psychokardiologie ist eine essenzielle, evidenzbasierte Säule der Herzmedizin.
  • Schwer herzkranke, nicht reha-fähige Patienten benötigen spezialisierte stationäre psychokardiologische Komplexbehandlungen.
  • Die aktuelle Finanzierung über das DRG- und PEPP-System ist für diese interdisziplinären Leistungen unzureichend.
  • Krankenstandsdaten zeigen einen massiven Anstieg psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeitstage bei Herzpatienten.
  • Die DGK fordert den Erhalt, Ausbau und eine adäquate Vergütung psychokardiologischer Stationen.
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Hintergrund

Die Psychokardiologie hat sich in den vergangenen 25 Jahren zu einer evidenzbasierten und unverzichtbaren Säule der Herzmedizin entwickelt. Epidemiologische Daten unterstreichen die wachsende Relevanz: Laut DAK-Gesundheitsreport stiegen die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer und psychosomatischer Störungen zwischen 2011 und 2021 um 41 %, mit einem weiteren Anstieg um 17 % bis 2023. Der demografische Wandel führt zudem zu immer älteren Patienten mit komplexen somatischen und psychischen Erkrankungen, die dringend spezialisierte Behandlungsangebote benötigen.

Zielgruppe und Indikation

Spezialisierte psychokardiologische Behandlungseinheiten in Akut- und Maximalversorger-Krankenhäusern richten sich an besonders schwer kranke Patienten, für die eine ambulante Therapie oder eine Rehabilitation (noch) nicht infrage kommt. Ein Zuwarten ist oft nicht möglich, da psychische Anspannung den kardialen Krankheitsprozess riskant verschlechtern kann.

PatientengruppeBeispiele und klinische Situationen
Traumatisierte PatientenNach Intensivaufenthalt, Erleben eines "electrical storm"
Schwer eingeschränkte PatientenSchwere Herzinsuffizienz, Patienten mit LVAD-Versorgung
Nicht reha-fähige PatientenAkuter Behandlungsbedarf ohne Möglichkeit der Wartezeit auf Reha-Maßnahmen

Finanzierungsproblematik

Trotz des hohen Bedarfs und der positiven Evaluation dieser Stationen ist die interdisziplinäre Komplexbehandlung aktuell nicht ausreichend finanziert. Die vorhandenen Abrechnungssysteme bilden die spezifischen Anforderungen nicht adäquat ab:

AbrechnungssystemProblematik bei psychokardiologischen Leistungen
DRG-SystemPsychokardiologische Behandlungskonzepte sind nicht abgebildet.
PEPP-SystemEs fehlen eigenständige Kategorien für die Personalbemessung und Vergütung interdisziplinärer Stationen.
PPP-RichtlinieDer Behandlungsbereich P2 sowie einfache Codes (PA04A, PP04A) beschreiben die integrierte Komplexbehandlung (OPS 9-634 und 9-642) nicht ausreichend.

Forderungen der DGK

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) betont die Notwendigkeit der engen Kooperation von Kardiologie und Psychosomatik. Um die dringend notwendige Versorgung zu gewährleisten und die herzmedizinische Aus-, Fort- und Weiterbildung zu sichern, fordert die DGK:

  • Erhalt bestehender psychokardiologischer Stationen an Herzzentren.
  • Weiteren Ausbau dieser spezialisierten Versorgungsstrukturen.
  • Auskömmliche Finanzierung der interdisziplinären Komplexbehandlungen.

💡Praxis-Tipp

Prüfen Sie bei schwer herzkranken, traumatisierten Patienten (z. B. nach 'electrical storm' oder bei LVAD) frühzeitig die Indikation für eine stationäre psychokardiologische Mitbehandlung, insbesondere wenn keine Reha-Fähigkeit besteht.

Häufig gestellte Fragen

Für schwer kranke, nicht reha-fähige Patienten, z. B. nach Traumatisierung durch Intensivaufenthalte, 'electrical storm' oder bei schwerer Herzinsuffizienz (inkl. LVAD).
Bei vielen schwer kranken Patienten verschlechtert die psychische Anspannung den kardialen Verlauf akut, sodass ein Warten auf eine Reha nicht möglich ist. Zudem fehlt in diesen Akutphasen oft die Reha-Fähigkeit.
Die Abrechnung ist problematisch, da weder das DRG-System noch das PEPP-System (inkl. PPP-RL) die interdisziplinären Komplexbehandlungen (OPS 9-634 und 9-642) durch eigenständige Kategorien adäquat abbilden.

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