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Kopfschmerz: DEGAM S1-Leitlinie für die Hausarztpraxis

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DEGAM Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Anamnese ist das wichtigste Instrument zur Unterscheidung zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen.
  • Bei jedem neu aufgetretenen Kopfschmerz muss eine neurologische Untersuchung erfolgen.
  • Eine Bildgebung ist nur bei Vorliegen von Red Flags oder atypischer Präsentation indiziert.
  • Die First-Line-Therapie der Migräneattacke besteht aus Ibuprofen (400-600 mg) und Metoclopramid (10 mg).
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Hintergrund

Die DEGAM S1-Leitlinie (2020) bietet praxisnahe Empfehlungen für die Diagnostik und Therapie primärer Kopfschmerzen in der Hausarztpraxis. Ziel ist die sichere Differenzierung zwischen primären und sekundären Kopfschmerzformen sowie die Einleitung einer adäquaten First-Line-Therapie.

Diagnostik und Differenzialdiagnose

Die Basis der Diagnostik bildet eine differenzierte Anamnese. Bei jedem neuen Kopfschmerz ist eine neurologische Untersuchung obligatorisch. Eine Bildgebung ist nicht routinemäßig erforderlich, sondern nur bei Vorliegen von Red Flags oder einer atypischen Präsentation indiziert.

Die beiden häufigsten primären Kopfschmerzarten unterscheiden sich wie folgt:

MerkmalMigräneSpannungskopfschmerz
LokalisationEinseitigBeidseitig
SchmerzcharakterPulsierendDrückend
BegleitsymptomeÜbelkeit, Licht- und Lärm-EmpfindlichkeitKeine Übelkeit
Dauer4-72 StundenKeine Angabe

Red Flags (Warnzeichen)

Das Vorliegen von Warnzeichen erfordert eine sofortige weitere Abklärung, um lebensbedrohliche sekundäre Kopfschmerzursachen auszuschließen:

  • Plötzlicher Beginn (Thunderclap): Subarachnoidalblutung (SAB) ausschließen
  • Fieber und Nackensteife: Verdacht auf Meningitis
  • Neurologische Ausfälle
  • Erstmanifestation > 50 Jahre
  • Zunehmende Intensität über Wochen
  • Wesensänderung
  • Papillenödem

First-Line Therapie

Die Leitlinie empfiehlt folgende medikamentöse Therapien für die Akutbehandlung und Prophylaxe:

IndikationTherapieBemerkung
Migräne-AttackeIbuprofen 400-600 mg + Metoclopramid 10 mgStandard-Akuttherapie
Schwere MigräneTriptan (z.B. Sumatriptan 50 mg)-
SpannungskopfschmerzParacetamol 1 g ODER Ibuprofen 400 mg-
Migräne-ProphylaxeMetoprolol, AmitriptylinIndiziert bei > 4 Migränetagen/Monat

Überweisungsindikationen

In bestimmten Fällen ist eine Überweisung an einen Facharzt für Neurologie oder die Einweisung in eine Notaufnahme erforderlich:

  • Red Flags: Sofortige Überweisung in die Neurologie oder Notaufnahme
  • Therapierefraktär: Keine Besserung trotz adäquater Prophylaxe
  • Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz
  • Cluster-Kopfschmerz: Generelle Überweisung an die Neurologie

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei jedem neu aufgetretenen Kopfschmerz eine neurologische Basisuntersuchung durch und dokumentieren Sie das Fehlen von Red Flags, um sicher auf eine Bildgebung verzichten zu können.

Häufig gestellte Fragen

Eine Bildgebung ist nur bei atypischer Präsentation oder dem Vorliegen von Red Flags (z.B. neurologische Ausfälle, Thunderclap-Kopfschmerz) erforderlich.
Die Kombination aus Ibuprofen (400-600 mg) und Metoclopramid (10 mg). Bei schweren Attacken können Triptane (z.B. Sumatriptan 50 mg) eingesetzt werden.
Eine medikamentöse Prophylaxe (z.B. mit Metoprolol oder Amitriptylin) ist bei mehr als 4 Migränetagen pro Monat indiziert.
Ein beidseitiger, drückender Schmerz ohne Begleitübelkeit.

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