Deferasirox: Dosierung, Monitoring und Überdosierung
Hintergrund
Deferasirox (Exjade) ist ein Eisenchelatbildner zur Behandlung der chronischen Eisenüberladung. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) weist in einer Sicherheitsinformation auf das Risiko von Überdosierungen hin.
Besondere Vorsicht ist laut Dokument beim Wechsel zwischen verschiedenen Darreichungsformen geboten, da hierbei die Dosierung zwingend angepasst werden muss. Die früher verfügbaren Tabletten zur Herstellung einer Suspension sind in der EU nicht mehr im Handel, weshalb sich der aktuelle Leitfaden ausschließlich auf Filmtabletten bezieht.
Die Indikation umfasst primär Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung bei Beta-Thalassämia major sowie anderen Anämien. Zudem wird das Medikament bei nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen (NTDT) eingesetzt, sofern eine Deferoxamin-Therapie kontraindiziert oder unangemessen ist.
💡Praxis-Tipp
Die AkdÄ warnt ausdrücklich davor, dass beim Wechsel zwischen verschiedenen Darreichungsformen von Deferasirox (z. B. von Suspensionstabletten auf Filmtabletten) die Dosierung zwingend neu berechnet und angepasst werden muss. Es wird betont, dass ein unbedachter Wechsel ohne Dosisanpassung zu schweren Überdosierungen und toxischen Organschäden führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitfaden wird empfohlen, die Leberwerte im ersten Behandlungsmonat alle zwei Wochen zu überprüfen. Danach sollte die Kontrolle monatlich erfolgen.
Die Leitlinie empfiehlt eine Therapieunterbrechung, wenn das Serumkreatinin dauerhaft mehr als 33 % über dem Ausgangswert liegt oder die Kreatinin-Clearance unter 90 ml/min fällt. Bei einer Clearance unter 60 ml/min ist das Medikament strikt kontraindiziert.
Bei transfusionsbedingter Eisenüberladung liegt die empfohlene Maximaldosis laut Fachinformation bei 28 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Bei nicht-transfusionsabhängiger Thalassämie (NTDT) beträgt das Maximum 14 mg/kg/Tag für Erwachsene.
Vor Therapiebeginn wird eine umfassende Diagnostik empfohlen, darunter die Bestimmung von Serumferritin, Nieren- und Leberwerten. Zusätzlich rät der Leitfaden zu einem Hörtest und einer augenärztlichen Untersuchung.
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Quelle: AkdÄ: Information des BfArM zu Deferasirox: Anwendungsfehler mit Überdosierung (AkdÄ, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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