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tDCS bei Aphasie nach Schlaganfall: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schlaganfälle gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für dauerhafte Behinderungen. Etwa ein Drittel der betroffenen Erwachsenen leidet bei der Krankenhausentlassung an einer Aphasie.

Die derzeitigen Strategien der Sprach- und Sprechtherapie (Logopädie) zeigen oft nur eine begrenzte Wirksamkeit bei der Verbesserung dieser Sprachstörungen. Daher wird nach ergänzenden Behandlungsansätzen gesucht.

Die nicht-invasive transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) stellt eine mögliche Zusatztherapie dar. Sie zielt darauf ab, die kortikale Erregbarkeit zu modulieren und so die Ergebnisse der logopädischen Standardtherapie zu verbessern.

Empfehlungen

Der systematische Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Effekte der tDCS als Ergänzung zur Sprachtherapie. Die Autoren fassen die Evidenz aus 21 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 421 Teilnehmern zusammen.

Zusammenfassung der Endpunkte

Der Review bewertet verschiedene klinische Endpunkte der tDCS im Vergleich zu einer Scheinbehandlung (Sham-tDCS):

EndpunktEffekt der tDCSEvidenzqualität
Funktionelle KommunikationKein Nachweis eines EffektsNiedrig
Benennung von NomenSignifikante VerbesserungModerat
Benennung von VerbenKein Nachweis eines EffektsSehr niedrig
Abbruchraten / NebenwirkungenVergleichbar mit KontrollgruppeNiedrig

Funktionelle Kommunikation

Laut Review gibt es derzeit keine Evidenz für die Wirksamkeit der tDCS zur Verbesserung der funktionellen Kommunikation im Alltag. Weder am Ende der Intervention noch im Follow-up zeigten sich signifikante Unterschiede zur Kontrollgruppe.

Benennung von Wörtern

Für den sekundären Endpunkt der Wortbenennung zeigen die Daten differenzierte Ergebnisse:

  • Die Genauigkeit bei der Benennung von Nomen verbesserte sich am Ende der Intervention signifikant (moderate Evidenzqualität).

  • Ein positiver Effekt auf die Nomen-Benennung zeigte sich möglicherweise auch im Follow-up.

  • Für die Benennung von Verben konnte kein Effekt nachgewiesen werden (sehr niedrige Evidenzqualität).

Sicherheit und Nebenwirkungen

Die Analyse der Studien ergab keine Hinweise auf schwere unerwünschte Ereignisse durch die tDCS. Die Abbruchraten und das Auftreten von Nebenwirkungen waren zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe vergleichbar.

Klinische Implikation

Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass die aktuelle Evidenz den routinemäßigen Einsatz der tDCS bei Aphasie nach einem Schlaganfall nicht unterstützt. Es wird der Bedarf an weiteren methodisch strengen Studien mit größeren Fallzahlen betont.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl die tDCS in Studien die Benennung von Nomen verbessern konnte, fehlt der Nachweis für einen Nutzen in der alltäglichen funktionellen Kommunikation. Laut Cochrane Review wird der routinemäßige Einsatz der tDCS zur Aphasietherapie nach einem Schlaganfall in der klinischen Praxis derzeit nicht durch ausreichende Evidenz gestützt.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine Evidenz dafür, dass tDCS die funktionelle Kommunikation im Alltag verbessert. Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Unterschied zur Scheinbehandlung.

Die Daten zeigen eine moderate Evidenz dafür, dass tDCS die Genauigkeit bei der Benennung von Nomen verbessern kann. Für die Benennung von Verben konnte dieser Effekt jedoch nicht nachgewiesen werden.

In den untersuchten Studien wurden keine schweren unerwünschten Ereignisse gemeldet. Die Rate an Nebenwirkungen und Studienabbrüchen war in der tDCS-Gruppe vergleichbar mit der Kontrollgruppe.

Derzeit wird der routinemäßige Einsatz von tDCS bei Aphasie nach einem Schlaganfall nicht unterstützt. Die Autoren betonen, dass weitere methodisch hochwertige Studien erforderlich sind, um den klinischen Stellenwert zu klären.

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Quelle: Cochrane Review: Transcranial direct current stimulation (tDCS) for improving aphasia in adults with aphasia after stroke (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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