Stammzelltherapie bei ischämischem Schlaganfall: Cochrane
Hintergrund
Der ischämische Schlaganfall ist weltweit eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität. Er verursacht enorme gesundheitliche und soziale Kosten, weshalb ein großer Bedarf an alternativen Therapieansätzen besteht.
Präklinische Studien haben gezeigt, dass in das Gehirn transplantierte Stammzellen zu einer funktionellen Verbesserung führen können. Bislang fehlte jedoch die klinische Evidenz für den Nutzen einer Stammzelltransplantation bei Menschen mit ischämischem Schlaganfall.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2019 aktualisiert eine vorherige Übersichtsarbeit von 2010. Er untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der Stammzelltransplantation im Vergleich zu Kontrollgruppen.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Ergebnisse von sieben randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) mit insgesamt 401 Teilnehmern zusammen.
Untersuchte Interventionen
In den eingeschlossenen Studien wurden ausschließlich adulte menschliche, nicht-neurale Stammzellen getestet. Die Transplantation erfolgte in der akuten, subakuten oder chronischen Phase des ischämischen Schlaganfalls.
Die Verabreichung der Stammzellen wurde über verschiedene Zugangswege durchgeführt:
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Intravenös
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Intraarteriell
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Intrazerebral
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In den lumbalen Subarachnoidalraum
Klinische Wirksamkeit
Die Auswertung zeigt eine reduzierte neurologische Beeinträchtigung, jedoch kein besseres funktionelles Outcome. Die Ergebnisse variieren je nach verwendetem Messinstrument.
| Messinstrument | Klinisches Outcome | Evidenzgrad |
|---|---|---|
| NIHSS (National Institutes of Health Stroke Scale) | Signifikante Verbesserung | Niedrige Evidenz |
| mRS (modified Rankin Scale) | Keine signifikante Verbesserung | Sehr niedrige Evidenz |
| BI (Barthel Index) | Keine signifikante Verbesserung | Sehr niedrige Evidenz |
Sicherheit und Limitationen
Es wurden keine offensichtlichen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der Stammzelltransplantation festgestellt. Insbesondere zeigte sich kein signifikant erhöhtes Sterberisiko (niedrige Evidenz).
Die Autoren betonen jedoch, dass die Studien, die zugunsten der Stammzelltransplantation ausfielen, durchschnittlich ein höheres Verzerrungsrisiko (Risk of Bias) aufwiesen. Zudem handelte es sich meist um kleine Studien mit 32 oder weniger Teilnehmern.
Aufgrund des hohen Verzerrungsrisikos aller Studien und der niedrigen bis sehr niedrigen Evidenzqualität werden weitere gut konzipierte Studien gefordert.
💡Praxis-Tipp
Bei der Bewertung der Stammzelltherapie nach einem ischämischen Schlaganfall ist zu berücksichtigen, dass bisherige positive Effekte auf neurologische Scores auf Studien mit hohem Verzerrungsrisiko und kleinen Fallzahlen beruhen. Ein nachweisbarer Nutzen für das funktionelle Outcome im Alltag der Betroffenen konnte durch die aktuelle Evidenz nicht belegt werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review konnte keine signifikante Verbesserung des funktionellen Outcomes, gemessen an der modified Rankin Scale (mRS) oder dem Barthel Index, nachgewiesen werden. Die Evidenzqualität hierfür wird als sehr niedrig eingestuft.
In den untersuchten Studien ergaben sich keine offensichtlichen Sicherheitsbedenken, insbesondere nicht in Bezug auf die Mortalität. Die Autoren weisen jedoch auf die insgesamt niedrige Evidenzqualität und die geringe Teilnehmerzahl hin.
Die eingeschlossenen Studien testeten ausschließlich adulte menschliche, nicht-neurale Stammzellen. Diese wurden in unterschiedlichen Phasen des Schlaganfalls und über verschiedene Zugangswege verabreicht.
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Quelle: Cochrane Review: Stem cell transplantation for ischemic stroke (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.