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Risedronat bei Osteoporose: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review aus dem Jahr 2022 zur Wirksamkeit von Risedronat bei postmenopausalen Frauen. Untersucht wird der Nutzen für die primäre und sekundäre Prävention von osteoporotischen Frakturen.

Osteoporose ist durch eine abnormale Abnahme der Knochenmasse und eine Verschlechterung der Knochenstruktur gekennzeichnet. Dies führt zu einem erhöhten Frakturrisiko.

Risedronat gehört zur Wirkstoffklasse der Bisphosphonate. Diese Medikamente hemmen die Knochenresorption, indem sie die Aktivität der Osteoklasten beeinträchtigen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review bewertet die Evidenz für Risedronat im Vergleich zu Placebo. Die Übersichtsarbeit unterscheidet dabei zwischen primärer und sekundärer Frakturprävention.

Definition der Risikogruppen

Eine sekundäre Prävention liegt laut Review vor, wenn mehr als eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Diagnose einer Osteoporose

  • Vorgeschichte von Wirbelkörperfrakturen

  • Knochendichte (BMD) T-Score von ≤ -2,5

  • Alter von ≥ 75 Jahren

Wenn keines dieser Kriterien zutrifft, wird die Behandlung als primäre Prävention eingestuft.

Wirksamkeit nach Präventionsziel

Die Evidenz zur Wirksamkeit von 5 mg Risedronat täglich zeigt deutliche Unterschiede je nach Risikogruppe.

FrakturtypSekundärprävention (höheres Risiko)Primärprävention (geringeres Risiko)
Nicht-vertebrale FrakturenWahrscheinliche RisikoreduktionUnbekannter Effekt (sehr niedrige Evidenz)
HüftfrakturenMögliche RisikoreduktionNicht beurteilbar (keine Ereignisse)
HandgelenksfrakturenUnbekannter EffektWahrscheinlich kein Unterschied
Klinische WirbelkörperfrakturenNicht beurteilbar (keine Ereignisse)Nicht beurteilbar (keine Ereignisse)

Sekundärprävention

Für postmenopausale Frauen mit höherem Frakturrisiko zeigt die Auswertung einen klinisch relevanten Nutzen. Risedronat verhindert wahrscheinlich nicht-vertebrale Frakturen (moderate Evidenz).

Zudem kann der Wirkstoff das Risiko für Hüftfrakturen reduzieren (niedrige Evidenz). Die Effekte auf Handgelenksfrakturen und klinische Wirbelkörperfrakturen bleiben aufgrund unzureichender Datenlage unklar.

Primärprävention

Bei Frauen mit geringerem Frakturrisiko ist die Datenlage stark limitiert. Nutzen und Risiken von Risedronat in der Primärprävention sind laut Review mit hoher Unsicherheit behaftet.

Unerwünschte Ereignisse

In der Sekundärprävention führt Risedronat im Vergleich zu Placebo zu keinem oder nur einem geringen Unterschied bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen. Auch bei den Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen zeigt sich kein relevanter Unterschied (hohe Evidenz).

Dosierung

Der Cochrane Review untersuchte primär die folgende Dosierung im Vergleich zu Placebo:

WirkstoffDosierungIndikation
Risedronat5 mg / TagPrimär- und Sekundärprävention osteoporotischer Frakturen
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💡Praxis-Tipp

Laut der Übersichtsarbeit ist der Nutzen von Risedronat zur Frakturprävention stark vom Ausgangsrisiko der behandelten Frauen abhängig. Während für die Sekundärprävention eine nachweisbare Risikoreduktion für nicht-vertebrale Frakturen und Hüftfrakturen besteht, ist die Evidenz für den Einsatz in der reinen Primärprävention unzureichend.

Häufig gestellte Fragen

Der Review definiert eine Sekundärprävention, wenn mehr als ein Risikofaktor vorliegt. Dazu zählen eine Osteoporose-Diagnose, stattgehabte Wirbelkörperfrakturen, ein T-Score von ≤ -2,5 oder ein Alter von ≥ 75 Jahren.

In der Sekundärprävention kann Risedronat das Risiko für Hüftfrakturen reduzieren. Für die Primärprävention lässt sich aufgrund fehlender Ereignisse in den Studien keine Aussage treffen.

Laut den ausgewerteten Daten gibt es bei einer Dosierung von 5 mg täglich kaum Unterschiede zu Placebo. Die Rate der Therapieabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse ist in beiden Gruppen vergleichbar.

Die aktuelle Evidenz reicht nicht aus, um diese Frage abschließend zu beantworten. Sowohl in der Primär- als auch in der Sekundärprävention bleibt der Effekt auf Handgelenksfrakturen unklar.

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Quelle: Cochrane Review: Risedronate for the primary and secondary prevention of osteoporotic fractures in postmenopausal women (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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