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Wachstumshormone bei Mukoviszidose: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Mukoviszidose (zystische Fibrose, CF) geht häufig mit Mangelernährung und Wachstumsverzögerungen einher. Diese Faktoren können die Lungenfunktion und die allgemeine Prognose der Betroffenen negativ beeinflussen.

Eine adäquate Nahrungsergänzung reicht oft nicht aus, um das Wachstum optimal zu fördern. Daher wird der Einsatz von anabolen Wirkstoffen wie dem rekombinanten humanen Wachstumshormon (rhGH) als mögliche therapeutische Intervention diskutiert.

Der aktuelle Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der rhGH-Therapie bei Kindern und jungen Erwachsenen mit Mukoviszidose. Im Fokus stehen dabei die Auswirkungen auf Lungenfunktion, Lebensqualität und den klinischen Status.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur Therapie mit rekombinanten Wachstumshormonen (rhGH) bei Kindern und jungen Erwachsenen mit Mukoviszidose zusammen. Es werden folgende zentrale Ergebnisse und Schlussfolgerungen formuliert:

Anthropometrische Parameter

Die Auswertung zeigt, dass die rhGH-Therapie im Vergleich zu keiner Behandlung effektiv ist, um intermediäre Wachstumsziele zu verbessern. Es wird eine moderate Verbesserung bei Körpergröße, Gewicht und fettfreier Körpermasse (Lean Body Mass) nach sechs bis zwölf Monaten beschrieben (sehr niedrige bis niedrige Evidenz).

Dabei ergaben sich laut Review keine signifikanten Unterschiede zwischen einer Standarddosierung und einer Hochdosis-Therapie.

Lungenfunktion und Lebensqualität

Hinsichtlich der Lungenfunktion zeigen die Studien teilweise moderate Verbesserungen. Es konnte jedoch kein konsistenter Nutzen über alle untersuchten Studien hinweg nachgewiesen werden (niedrige Evidenz).

Für die Parameter Lebensqualität, klinischer Status und Muskelkraft liegt derzeit keine eindeutige Evidenz für eine signifikante Verbesserung durch die rhGH-Therapie vor.

Sicherheit und Monitoring

Der Review betont die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überwachung unter der Therapie. Folgende Aspekte werden hervorgehoben:

  • Es zeigen sich signifikante Veränderungen des Nüchternblutzuckerspiegels unter rhGH-Therapie.

  • Auch wenn in den Kurzzeitstudien kein manifester Diabetes ausgelöst wurde, wird ein engmaschiges Monitoring des Glukosestoffwechsels empfohlen.

  • Dies gilt insbesondere, da Personen mit Mukoviszidose ohnehin eine Prädisposition für CF-bedingten Diabetes aufweisen.

Klinische Anwendung

Aufgrund der begrenzten Datenlage und der kleinen Studienpopulationen wird der routinemäßige klinische Einsatz von rhGH bei Mukoviszidose derzeit kritisch bewertet. Der Review schlussfolgert, dass vor einer routinemäßigen Anwendung weitere große, gut konzipierte Langzeitstudien erforderlich sind.

Dosierung

Der Review analysierte verschiedene Dosierungsschemata für rekombinantes humanes Wachstumshormon (rhGH), wobei sich kein signifikanter Unterschied in der Wirksamkeit zwischen Standard- und Hochdosis zeigte:

TherapiearmDosierung (rhGH)Anmerkung laut Review
Standarddosisca. 0,3 mg/kg/WocheHäufigste untersuchte Dosierung, signifikante Effekte auf das Wachstum
Hochdosisca. 0,5 mg/kg/WocheKein Zusatznutzen gegenüber der Standarddosis nachweisbar
Niedrigdosisca. 0,273 mg/kg/WocheIn Einzelstudien untersucht

Die Applikation erfolgte in den Studien in der Regel als tägliche subkutane Injektion (sechs- bis siebenmal pro Woche).

Kontraindikationen

Der Review listet basierend auf der allgemeinen Anwendung von rhGH bei Kindern folgende potenzielle Nebenwirkungen und Warnhinweise auf:

  • Beeinträchtigung des Glukosestoffwechsels (Hyperglykämie, Insulinresistenz)

  • Benigne intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor cerebri)

  • Epiphyseolysis capitis femoris (Hüftkopfgleiten)

  • Verschlechterung einer bestehenden Skoliose

  • Gynäkomastie

  • Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle

Zudem wird auf theoretische Bedenken hinsichtlich einer erhöhten Neigung zur Tumorbildung unter Langzeittherapie hingewiesen, auch wenn hierzu bei Kindern noch keine abschließenden Langzeitdaten vorliegen.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Anwendung von rekombinanten Wachstumshormonen bei Kindern mit Mukoviszidose ist ein engmaschiges Monitoring des Glukosestoffwechsels essenziell. Da diese Personengruppe ohnehin ein hohes Risiko für einen CF-bedingten Diabetes aufweist, wird die Durchführung regelmäßiger oraler Glukosetoleranztests empfohlen, da der HbA1c-Wert bei Mukoviszidose oft nicht ausreichend aussagekräftig ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es Hinweise auf moderate Verbesserungen einiger Lungenfunktionsparameter. Ein konsistenter, signifikanter Nutzen über alle Studien hinweg konnte jedoch bisher nicht eindeutig belegt werden.

In den Studien wurde meist eine Standarddosis von etwa 0,3 mg/kg pro Woche eingesetzt. Eine Erhöhung auf 0,5 mg/kg pro Woche zeigte in der Auswertung keinen zusätzlichen Nutzen für das Wachstum oder die Lungenfunktion.

Der Review stellt signifikante Veränderungen des Nüchternblutzuckers unter der Therapie fest. Obwohl in den Kurzzeitstudien kein manifester Diabetes ausgelöst wurde, wird aufgrund der Prädisposition für CF-bedingten Diabetes ein strenges Monitoring empfohlen.

Derzeit wird ein routinemäßiger Einsatz in der klinischen Praxis nicht empfohlen. Der Review fordert zunächst größere, randomisierte Langzeitstudien, um den genauen Nutzen und die Risiken abschließend zu klären.

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Quelle: Cochrane Review: Recombinant growth hormone therapy for cystic fibrosis in children and young adults (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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