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Enterale Ernährung bei Mukoviszidose: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Zystische Fibrose (Mukoviszidose) geht häufig mit einem stark erhöhten Energiebedarf einher, der bis zu 200 Prozent des Normalbedarfs betragen kann. Ursachen hierfür sind ein erhöhter Ruheenergieumsatz, eine gesteigerte Atemarbeit sowie eine Fettmalabsorption.

Gleichzeitig ist die orale Kalorienaufnahme oft durch Appetitlosigkeit, chronische Atemwegsinfektionen oder Nebenwirkungen von Medikamenten eingeschränkt. Ein schlechter Ernährungszustand korreliert bei dieser Erkrankung stark mit einer verminderten Lungenfunktion und einer erhöhten Mortalität.

Wenn eine orale Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel nicht ausreichen, wird in der klinischen Praxis häufig eine enterale Sondenernährung eingesetzt. Diese Zusammenfassung basiert auf einem Cochrane Review, der die Evidenz dieser Maßnahme evaluierte.

Empfehlungen

Der aktuelle Cochrane Review konnte keine randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) identifizieren, die die Kriterien für einen Einschluss erfüllten. Dennoch lassen sich aus der klinischen Praxis und Beobachtungsstudien folgende Kernaussagen ableiten:

Klinische Anwendung

Die enterale Sondenernährung wird weltweit routinemäßig eingesetzt, um den Ernährungszustand bei zystischer Fibrose zu verbessern. Die Entscheidung für eine Sonde wird laut Review individuell getroffen:

  • Berücksichtigung von Alter und klinischem Status

  • Einsatz meist als nasogastrale Sonde oder perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG)

  • Verabreichung häufig als kontinuierliche Infusion über Nacht

Abwägung von Nutzen und Risiken

Da belastbare Evidenz aus RCTs fehlt, müssen Behandler den potenziellen Nutzen gegen die Invasivität und die Kosten abwägen (klinischer Konsens). Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass sich der Ernährungsstatus durch die Sondenernährung verbessern lässt.

Es ist jedoch ethisch umstritten, Menschen mit Mangelernährung in Studien eine potenziell lebensrettende Kalorienzufuhr vorzuenthalten. Daher wird die Maßnahme trotz fehlender RCT-Evidenz bei entsprechender Indikation breit angewendet.

Komplikationsmanagement

Der Review beschreibt verschiedene milde Komplikationen, die im Rahmen der Sondenernährung auftreten können. Diese lassen sich meist konservativ gut beherrschen:

  • Bei Übelkeit, Erbrechen oder Diarrhö wird eine Anpassung der Sondennahrung, der Laufrate oder der Pankreasenzymsubstitution empfohlen.

  • Bei nächtlichem Reflux kann eine medizinische Therapie oder in schweren Fällen eine Fundoplicatio notwendig werden.

  • Lokale Infektionen an der PEG-Austrittsstelle sprechen in der Regel auf topische Steroide und Antibiotika an.

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💡Praxis-Tipp

Laut Cochrane Review können gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall unter enteraler Ernährung oft durch einfache Anpassungen behoben werden. Es wird beschrieben, dass eine Modifikation der Laufrate, ein Wechsel der Sondennahrung oder eine Optimierung der Pankreasenzymgabe in den meisten Fällen zu einer raschen Besserung führt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die psychologische Belastung durch ein verändertes Körperbild bei der Aufklärung berücksichtigt werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review wird eine Sondenernährung erwogen, wenn die orale Nahrungsaufnahme und Trinknahrung nicht ausreichen, um einen angemessenen Ernährungsstatus aufrechtzuerhalten. Die Entscheidung erfolgt individuell nach Alter und klinischem Zustand.

In der Praxis kommen am häufigsten nasogastrale Sonden oder Gastrostomien (PEG) zum Einsatz. Die Ernährung erfolgt dabei oft als kontinuierliche Infusion über Nacht, um den Tagesablauf der Betroffenen weniger zu stören.

Der aktuelle Review konnte keine randomisierten kontrollierten Studien finden, die die Wirksamkeit abschließend belegen. Dennoch zeigen Beobachtungsdaten eine Verbesserung des Ernährungszustands, weshalb die Therapie weltweit etabliert ist.

Es wird berichtet, dass nach der Anlage vorübergehende Schmerzen, Leckagen oder lokale Infektionen auftreten können. Diese lassen sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln beziehungsweise lokalen Antibiotika und Steroiden behandeln.

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Quelle: Cochrane Review: Enteral tube feeding for cystic fibrosis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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