Winterdepression Prävention: Cochrane Review
Hintergrund
Die saisonal-affektive Störung (SAD), oft als Winterdepression bezeichnet, ist durch wiederkehrende depressive Episoden in den Herbst- und Wintermonaten gekennzeichnet. Die Prävalenz variiert je nach Breitengrad zwischen 1,5 % und 10 %.
Ein wesentliches Merkmal der Erkrankung ist das hohe Rückfallrisiko. Bis zu zwei Drittel der Betroffenen leiden im folgenden Winter erneut unter depressiven Symptomen.
Aufgrund des vorhersehbaren Auftretens bietet die SAD gute Ansatzpunkte für präventive Maßnahmen. Ein Cochrane Review (2019) untersuchte die Wirksamkeit von Psychotherapien zur Vorbeugung neuer depressiver Episoden bei Personen mit einer SAD-Vorgeschichte.
Empfehlungen
Die Autoren des Reviews formulieren folgende Kernaussagen zur Studienlage:
Evidenzlage zur Psychotherapie
Laut Review ist die Evidenz für den Nutzen von Psychotherapien zur Prävention der SAD unzureichend (sehr niedrige Evidenzqualität). Es konnte lediglich eine einzige randomisierte kontrollierte Studie mit 46 Teilnehmenden eingeschlossen werden.
Diese Studie untersuchte die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) im Vergleich zur Regelversorgung (TAU). Die Ergebnisse zeigten keine signifikanten Unterschiede:
| Endpunkt | MBCT (Achtsamkeit) | TAU (Regelversorgung) |
|---|---|---|
| Inzidenz einer neuen Episode | 65 % | 74 % |
| Schweregrad der Depression (IDS-SR) | 26,5 (Mittelwert) | 25,3 (Mittelwert) |
| Studienabbruchrate | 17 % | 13 % |
Behandlungsentscheidung
Da vergleichende Evidenz zu anderen Präventionsmöglichkeiten fehlt, wird eine individuelle Entscheidungsfindung betont. Die Wahl der präventiven Behandlung sollte sich laut Review stark an den Präferenzen der Betroffenen orientieren.
Zudem wird empfohlen, andere durch Evidenz gestützte Interventionen in Betracht zu ziehen. Als mögliche Alternativen nennt der Review:
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Lichttherapie
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Medikamentöse Ansätze (z. B. Bupropion XL)
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Anpassungen der Lebensgewohnheiten
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Melatonin oder Agomelatin
Nebenwirkungen
Der Review weist darauf hin, dass in der eingeschlossenen Studie keine Informationen zu unerwünschten Ereignissen oder Nebenwirkungen der psychotherapeutischen Intervention erfasst wurden.
💡Praxis-Tipp
Da die Evidenz für psychotherapeutische Präventionsmaßnahmen bei der Winterdepression unzureichend ist, wird in der Praxis eine offene Aufklärung über verschiedene Therapieoptionen empfohlen. Laut Review sollten bei der Therapieentscheidung etablierte Alternativen wie die Lichttherapie oder Antidepressiva sowie die individuellen Präferenzen der Betroffenen im Vordergrund stehen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review ist die Wirksamkeit von Psychotherapien zur Prävention der saisonal-affektiven Störung unklar. Die verfügbare Evidenz ist von sehr niedriger Qualität und lässt keine sicheren Schlussfolgerungen zu.
Der Review konnte lediglich eine Studie zur achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie (MBCT) identifizieren. Studien zu anderen Verfahren wie der klassischen kognitiven Verhaltenstherapie zur reinen Prävention fehlten in der Analyse.
Als evidenzbasierte Alternativen nennt der Review unter anderem die Lichttherapie und medikamentöse Behandlungen. Insbesondere das Antidepressivum Bupropion XL wird als zugelassene präventive Option erwähnt.
Das Risiko für ein erneutes Auftreten der Winterdepression ist hoch. Der Review gibt an, dass etwa zwei Drittel der diagnostizierten Personen im darauffolgenden Winter wieder depressive Symptome entwickeln.
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Quelle: Cochrane Review: Psychological therapies for preventing seasonal affective disorder (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.