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Prophylaktische Drainage bei Pankreaschirurgie: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Einlage von chirurgischen Drainagen ist nach Eingriffen an der Bauchspeicheldrüse eine sehr weit verbreitete Praxis. Der genaue Nutzen einer routinemäßigen prophylaktischen abdominellen Drainage zur Reduktion postoperativer Komplikationen wird jedoch kontrovers diskutiert.

Dieser systematische Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Vor- und Nachteile einer routinemäßigen Drainage nach Pankreaschirurgie. Zudem werden verschiedene Drainagentypen sowie der optimale Zeitpunkt für die Entfernung evaluiert.

Die Datengrundlage bilden neun randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt 1892 Teilnehmern. Die Evidenzqualität der untersuchten Endpunkte variiert dabei zwischen moderat und sehr niedrig.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende zentrale Erkenntnisse:

Drainage vs. Keine Drainage

Laut Review ist es unklar, ob die routinemäßige Verwendung einer Drainage einen Einfluss auf die 30-Tage-Mortalität oder postoperative Komplikationen hat. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass der Einsatz einer Drainage die 90-Tage-Mortalität senken könnte (niedrige Evidenzqualität).

Bei der Gesamtmorbidität zeigt sich wahrscheinlich kein relevanter Unterschied zwischen den Gruppen (moderate Evidenzqualität). Bezüglich intraabdomineller Infektionen ist die Evidenz sehr unsicher.

Aktive vs. Passive Drainage

Der Vergleich zwischen aktiven und passiven Drainagen liefert keine eindeutigen Ergebnisse. Die Evidenz bezüglich der 30-Tage-Mortalität und postoperativer Komplikationen wird als sehr unsicher eingestuft (sehr niedrige Evidenzqualität).

Zeitpunkt der Drainagenentfernung

Bei Personen mit einem geringen Risiko für eine postoperative Pankreasfistel wird der Zeitpunkt der Entfernung evaluiert. Der Review zeigt, dass eine frühe Entfernung im Vergleich zu einer späten Entfernung folgende Vorteile bieten könnte (sehr niedrige Evidenzqualität):

  • Reduktion der intraabdominellen Infektionsrate

  • Verringerung der postoperativen Morbidität

  • Verkürzung der Krankenhausverweildauer

Übersicht der klinischen Endpunkte

InterventionEndpunktEffektEvidenzqualität
Drainage (vs. keine)90-Tage-MortalitätMögliche ReduktionNiedrig
Drainage (vs. keine)30-Tage-MortalitätKein relevanter UnterschiedNiedrig
Drainage (vs. keine)GesamtmorbiditätKein relevanter UnterschiedModerat
Aktive (vs. passive)KomplikationenSehr unsicherer EffektSehr niedrig
Frühe (vs. späte) EntfernungLiegedauer & InfektionenMögliche Reduktion (bei Niedrigrisiko)Sehr niedrig
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💡Praxis-Tipp

Bei Personen mit einem geringen Risiko für eine postoperative Pankreasfistel weist der Review darauf hin, dass eine frühe Entfernung der Drainage vorteilhaft sein könnte. Es wird beschrieben, dass dies potenziell die Liegedauer verkürzt und Infektionsraten senkt, auch wenn die zugrundeliegende Evidenz noch schwach ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review hat eine routinemäßige Drainage keinen klaren Einfluss auf die 30-Tage-Mortalität. Es gibt jedoch Hinweise von niedriger Evidenzqualität, dass die 90-Tage-Mortalität durch den Einsatz einer Drainage gesenkt werden könnte.

Die aktuelle Studienlage lässt hierzu keine eindeutige Aussage zu. Der Review stuft die Evidenz bezüglich der Unterschiede bei Mortalität und Komplikationen zwischen aktiven und passiven Drainagen als sehr unsicher ein.

Bei Personen mit niedrigem Risiko für eine Pankreasfistel deutet der Review auf Vorteile einer frühen Entfernung hin. Dies könnte die Rate an intraabdominellen Infektionen und die Krankenhausverweildauer reduzieren.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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