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Probiotika bei Schwangerschaftsdiabetes: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Gestationsdiabetes (GDM) ist mit verschiedenen negativen Schwangerschaftsausgängen für Mutter und Kind assoziiert. Da sich die Prävention durch Lebensstilinterventionen oft als schwierig erweist, werden alternative Ansätze zur Risikoreduktion erforscht.

Das Darmmikrobiom beeinflusst den Glukose- und Lipidstoffwechsel sowie inflammatorische Prozesse des Wirts. Probiotika stellen eine Möglichkeit dar, dieses Mikrobiom zu verändern, weshalb ihr Einfluss auf das metabolische Milieu in der Schwangerschaft untersucht wird.

Dieser systematische Cochrane Review aus dem Jahr 2021 bewertet die Effekte von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln zur Prävention von GDM. Es wurden sieben randomisierte Studien mit insgesamt 1647 Teilnehmerinnen ausgewertet, in denen Probiotika mit einem Placebo verglichen wurden.

Empfehlungen

Der Review formuliert basierend auf der Meta-Analyse folgende zentrale Erkenntnisse:

Prävention von Gestationsdiabetes

Laut Auswertung ist es ungewiss, ob Probiotika im Vergleich zu Placebo einen Effekt auf das Risiko für die Entwicklung eines Gestationsdiabetes haben. Die Evidenz hierfür wird als niedrig eingestuft, da die eingeschlossenen Studien eine erhebliche Heterogenität aufwiesen.

Maternale und fetale Outcomes

Die Analyse der primären Endpunkte zeigt kaum Unterschiede zwischen der Probiotika- und der Placebogruppe. Der Review fasst die Effekte von Probiotika wie folgt zusammen:

Klinischer EndpunktEffekt von Probiotika (vs. Placebo)Evidenzgrad
GestationsdiabetesUngewisser EffektNiedrig
KaiserschnittrateKein UnterschiedHoch
Mütterliche GewichtszunahmeWahrscheinlich kein UnterschiedModerat
Makrosomie (LGA-Kinder)Wahrscheinlich kein UnterschiedModerat
Neonatale AdipositasUngewisser EffektNiedrig

Zudem wird berichtet, dass die Auswirkungen auf perinatale Mortalität, neonatale Morbidität und neonatale Hypoglykämie aufgrund der niedrigen Evidenzqualität unklar bleiben.

Klinische Bewertung

Aufgrund des fehlenden nachgewiesenen Nutzens und der identifizierten Risiken rät der Review zur Vorsicht beim Einsatz von Probiotika während der Schwangerschaft. Es wird betont, dass weitere Forschung notwendig ist, um die physiologischen Zusammenhänge genauer zu klären.

Kontraindikationen

Der Review warnt ausdrücklich vor einem erhöhten Risiko für Präeklampsie durch die Einnahme von Probiotika.

Es liegt Evidenz von hoher Sicherheit vor, dass Probiotika das Risiko für eine Präeklampsie im Vergleich zu Placebo signifikant erhöhen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass möglicherweise auch das Risiko für andere hypertensive Schwangerschaftserkrankungen ansteigt.

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💡Praxis-Tipp

Der Review mahnt zur besonderen Vorsicht beim Einsatz von Probiotika in der Schwangerschaft. Es wird hervorgehoben, dass einem fehlenden präventiven Nutzen bezüglich des Gestationsdiabetes ein signifikant erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie gegenübersteht.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem aktuellen Cochrane Review ist es ungewiss, ob Probiotika das Risiko für einen Gestationsdiabetes senken können. Die vorliegenden Daten zeigen keinen klaren präventiven Effekt im Vergleich zu einem Placebo.

Der Review warnt vor der Einnahme, da Probiotika das Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie signifikant erhöhen. Aufgrund dieses Schadenspotenzials wird zur Vorsicht bei der Anwendung während der Schwangerschaft geraten.

Die Auswertung der Studien zeigt, dass Probiotika wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Inzidenz von ungewöhnlich großen Kindern (Large-for-gestational-age) haben. Auch auf die neonatale Adipositas konnte kein klarer Effekt nachgewiesen werden.

Gemäß den Ergebnissen des Reviews machen Probiotika wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Unterschied bei der mütterlichen Gewichtszunahme. Ein positiver Effekt auf das Gewicht konnte nicht bestätigt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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