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Prähabilitation bei Darmkrebs-OP: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Darmkrebs-Operationen stellen eine erhebliche körperliche Belastung dar und können die allgemeine Fitness sowie die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Um diesen negativen Effekten entgegenzuwirken, rücken zunehmend präoperative Maßnahmen in den Fokus.

Das Konzept der sogenannten Prähabilitation zielt darauf ab, die funktionelle Leistungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit vor dem chirurgischen Eingriff zu stärken. Dies geschieht meist durch einen multimodalen Ansatz, der verschiedene Interventionen wie Sport und Ernährung kombiniert.

Ein systematischer Cochrane Review aus dem Jahr 2022 analysiert die aktuelle Evidenz zu solchen multimodalen Prähabilitationsprogrammen. Dabei werden die Auswirkungen auf postoperative Komplikationen, die körperliche Fitness und weitere klinische Endpunkte bei Erwachsenen mit nicht-metastasiertem Darmkrebs untersucht.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2022) fasst die Ergebnisse von drei randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 250 Teilnehmenden zusammen. Die untersuchten multimodalen Programme dauerten vier Wochen und umfassten körperliches Training, Ernährungsinterventionen sowie Techniken zur Angstreduktion.

Funktionelle Leistungsfähigkeit

Laut dem Review kann eine Prähabilitation die funktionelle Leistungsfähigkeit der Betroffenen verbessern. Dies wurde in den Studien primär anhand des 6-Minuten-Gehtests gemessen.

  • Vor der Operation zeigte sich eine klinisch relevante Verbesserung der Gehstrecke (moderate Evidenz).

  • Auch vier und acht Wochen nach der Operation deuteten die Daten auf eine verbesserte Leistungsfähigkeit hin.

  • Die Vertrauenswürdigkeit der postoperativen Ergebnisse wird jedoch als niedrig bis sehr niedrig eingestuft.

Postoperative Komplikationen und Klinikaufenthalte

Die Analyse zeigt gemischte Ergebnisse hinsichtlich des postoperativen Verlaufs. Es wird darauf hingewiesen, dass die Datenlage aufgrund der geringen Studienzahl limitiert ist.

  • Die Rate an postoperativen Komplikationen kann durch die Prähabilitation möglicherweise gesenkt werden (niedrige Evidenz).

  • Ebenso könnte die Anzahl der Vorstellungen in der Notaufnahme abnehmen.

  • Im Gegensatz dazu wurde in der Prähabilitationsgruppe eine potenziell höhere Rate an Krankenhaus-Wiedereinweisungen beobachtet (niedrige Evidenz).

Lebensqualität und weitere Endpunkte

Für mehrere wichtige klinische Endpunkte konnten die Autoren keine quantitativen Analysen durchführen. Dies lag an fehlenden oder unzureichenden Daten in den Primärstudien.

Zu den Endpunkten ohne nachweisbaren Unterschied oder mit unzureichender Datenlage gehören die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die Dauer des Krankenhausaufenthalts. Auch zur Sterblichkeit, der Sicherheit der Programme und der Compliance konnten keine verlässlichen Aussagen getroffen werden.

Übersicht der Evidenzstärke

Der Review bewertet die Sicherheit der Ergebnisse nach dem GRADE-System wie folgt:

EndpunktBeobachteter EffektVertrauenswürdigkeit der Evidenz (GRADE)
Funktionelle Kapazität (präoperativ)Verbesserung (ca. 25 Meter im 6-Minuten-Gehtest)Moderat
Funktionelle Kapazität (postoperativ)Mögliche VerbesserungNiedrig bis sehr niedrig
Postoperative KomplikationenMögliche ReduktionNiedrig
Notaufnahme-BesucheMögliche ReduktionNiedrig
Krankenhaus-WiedereinweisungenMögliche ErhöhungNiedrig
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💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass die aktuelle Evidenzbasis für multimodale Prähabilitationsprogramme bei Darmkrebs noch sehr begrenzt ist und die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Es wird darauf hingewiesen, dass trotz möglicher Vorteile bei der Fitness und Komplikationsrate paradoxerweise eine höhere Rate an Wiedereinweisungen auftreten könnte.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Review umfassen die untersuchten Programme eine Kombination aus körperlichem Training, Ernährungsinterventionen und Techniken zur Angstreduktion. Diese Maßnahmen werden in der Regel über einen Zeitraum von vier Wochen vor der geplanten Operation durchgeführt.

Der Review zeigt, dass sich die funktionelle Leistungsfähigkeit, gemessen im 6-Minuten-Gehtest, vor der Operation signifikant verbessern kann. Die Evidenz für diesen Effekt wird von den Autoren als moderat eingestuft.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Rate an postoperativen Komplikationen durch eine vorherige Prähabilitation sinken könnte. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Vertrauenswürdigkeit dieser Daten derzeit noch niedrig ist.

In den eingeschlossenen Studien konnte kein Unterschied zwischen den Gruppen bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität festgestellt werden. Aufgrund unzureichender Datenlage ließen sich hierzu keine abschließenden quantitativen Analysen durchführen.

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Quelle: Cochrane Review: Prehabilitation versus no prehabilitation to improve functional capacity, reduce postoperative complications and improve quality of life in colorectal cancer surgery (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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