Sport bei alleiniger Strahlentherapie: Cochrane
Hintergrund
Die Strahlentherapie ist eine zentrale Säule der onkologischen Behandlung. Auch bei lokaler Anwendung können systemische Nebenwirkungen wie tumorbedingte Fatigue, verminderte Leistungsfähigkeit und eine reduzierte Lebensqualität auftreten.
Der vorliegende Cochrane-Review aus dem Jahr 2023 untersucht die Effekte von Bewegungsinterventionen bei Erwachsenen mit Krebserkrankungen. Eingeschlossen wurden ausschließlich Personen, die eine alleinige Strahlentherapie ohne adjuvante systemische Therapien erhielten.
Bisherige Daten deuten darauf hin, dass körperliches Training das Risiko für therapiebedingte Nebenwirkungen senken kann. Die Evidenzlage für die spezifische Gruppe der Erkrankten unter alleiniger Radiotherapie war jedoch bislang unzureichend zusammengefasst.
Empfehlungen
Der Review wertet die aktuelle Evidenz zu Bewegungsinterventionen während einer alleinigen Strahlentherapie aus. Die eingeschlossenen Studien untersuchten überwiegend überwachte Trainingsprogramme (z. B. Laufbandtraining, Aufwärm- und Abkühlphasen) mit einer Häufigkeit von drei- bis fünfmal pro Woche.
Auswirkungen auf Fatigue
Laut Auswertung gibt es Hinweise darauf, dass körperliches Training die tumorbedingte Fatigue reduzieren kann. Die Evidenz für diesen Endpunkt wird jedoch als niedrig eingestuft.
In den untersuchten Studien zeigten die Trainingsgruppen nach der Strahlentherapie durchgehend geringere Fatigue-Werte als die Kontrollgruppen.
Lebensqualität und körperliche Leistungsfähigkeit
Hinsichtlich der Lebensqualität zeigt der Review, dass Bewegung möglicherweise nur geringe oder keine messbaren Effekte hat (niedrige Evidenz).
Für die körperliche Leistungsfähigkeit liefert die Auswertung sehr unsichere Ergebnisse. Es wird berichtet, dass:
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Zwei Studien einen Unterschied zugunsten des Trainings zeigten
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Eine Studie keinen Unterschied zwischen den Gruppen feststellte
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Die Gesamtevidenz für diesen Endpunkt als sehr niedrig bewertet wird
Psychosoziale Effekte und Sicherheit
Der Review kommt zu dem Schluss, dass Bewegungsinterventionen möglicherweise kaum Auswirkungen auf psychosoziale Faktoren wie Depressionen oder soziale Interaktion haben (sehr niedrige Evidenz).
Bezüglich der Sicherheit wird berichtet, dass in den Studien keine trainingsbedingten unerwünschten Ereignisse auftraten. Es wird jedoch betont, dass die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen insgesamt stark limitiert ist.
Implikationen für die Praxis
Aufgrund der niedrigen bis sehr niedrigen Evidenzqualität formuliert der Review keine festen klinischen Empfehlungen. Es wird darauf hingewiesen, dass Bewegungsprogramme zwar potenziell vorteilhaft sind, aber größere, qualitativ hochwertige randomisierte kontrollierte Studien benötigt werden.
Kontraindikationen
Der Cochrane-Review weist darauf hin, dass die eingeschlossenen Studien Personen mit schweren Vorerkrankungen ausschlossen. Die Ergebnisse sind daher nicht direkt auf diese Gruppen übertragbar.
Zu den Ausschlusskriterien der Studien gehörten unter anderem:
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Unkontrollierte Hypertonie
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Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. instabile Angina pectoris, kürzlicher Myokardinfarkt)
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Akute oder chronische Atemwegserkrankungen
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Kognitive Einschränkungen
💡Praxis-Tipp
Der Review hebt hervor, dass körperliches Training bei alleiniger Strahlentherapie zwar sicher erscheint und die Fatigue lindern kann, die Evidenzbasis hierfür jedoch schwach ist. Es wird darauf hingewiesen, dass die positiven Effekte auf die allgemeine Lebensqualität in der Praxis möglicherweise geringer ausfallen als oft angenommen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane-Review gibt es Hinweise mit niedriger Evidenz, dass körperliches Training die Fatigue bei diesen Personen verringern kann. In den untersuchten Studien zeigten die Trainingsgruppen nach der Therapie bessere Werte als die Kontrollgruppen.
Der Review zeigt, dass Bewegungsinterventionen möglicherweise nur geringe oder keine messbaren Auswirkungen auf die allgemeine Lebensqualität haben. Die Evidenz für diesen Endpunkt wird als niedrig eingestuft.
In den vom Review eingeschlossenen Studien wurden keine trainingsbedingten unerwünschten Ereignisse gemeldet. Es wird jedoch betont, dass die Datenlage zur Sicherheit insgesamt sehr begrenzt ist.
Die Auswertung basiert hauptsächlich auf überwachten Trainingsprogrammen, die drei- bis fünfmal wöchentlich stattfanden. Diese bestanden meist aus Aufwärmphasen, aerobem Training wie Laufbandgehen und anschließenden Abkühlphasen.
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Quelle: Cochrane Review: Exercise interventions for adults with cancer receiving radiation therapy alone (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.