CochraneIa2019

PEEP bei Frühgeborenen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die konventionelle mechanische Beatmung (CMV) ist eine häufige Therapie bei neonatalem Atemversagen. Obwohl sie den Gasaustausch erleichtert, birgt sie gleichzeitig das Risiko einer Lungenschädigung.

Der positive endexspiratorische Druck (PEEP) spielt bei der Abwägung von Nutzen und Risiko eine wichtige Rolle. Sowohl unangemessen niedrige als auch zu hohe PEEP-Werte können zu Schäden an der Lunge führen.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Effekte verschiedener PEEP-Level bei Frühgeborenen unter 37 Schwangerschaftswochen. Im Fokus stehen Säuglinge, die wegen eines Atemnotsyndroms (RDS) oder einer bronchopulmonalen Dysplasie (BPD) mechanisch beatmet werden müssen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die aktuelle Evidenzlage zur PEEP-Einstellung bei Frühgeborenen zusammen. Insgesamt wird die Datenlage als unzureichend bewertet.

PEEP-Level bei Atemnotsyndrom (RDS)

Laut Review gibt es keine ausreichende Evidenz für die Wahl eines spezifischen PEEP-Levels. In den analysierten Studien zeigten sich keine Unterschiede zwischen niedrigem (< 5 cm H2O) und hohem (≥ 5 cm H2O) PEEP hinsichtlich des kurzfristigen pulmonalen Gasaustauschs.

PEEP bei bronchopulmonaler Dysplasie (BPD)

Für Säuglinge mit BPD konnten in der Literaturrecherche keine randomisierten Studien identifiziert werden, die verschiedene PEEP-Level vergleichen.

Individualisierung des PEEP (LRM)

Der Review untersuchte Methoden zur Individualisierung des PEEP bei RDS. Verglichen wurde ein oxygenierungsgesteuertes Lungenrekrutierungsmanöver (LRM) mit schrittweiser PEEP-Titration gegenüber der Routineversorgung.

EndpunktEffekt von LRM im Vergleich zur KontrolleEvidenzqualität
Mortalität bis zur EntlassungKein UnterschiedNiedrig
Bronchopulmonale Dysplasie (BPD)Kein signifikanter Unterschied (Trend zugunsten LRM)Niedrig
Dauer der BeatmungsunterstützungSignifikante Verkürzung (-1,06 Tage)Niedrig
Kurzfristige OxygenierungBegünstigt LRMNiedrig

Die Autoren ziehen aus diesen Daten folgende Schlussfolgerungen:

  • Es gibt unzureichende Evidenz für eine generelle PEEP-Empfehlung bei RDS oder BPD.

  • Die Anwendung eines oxygenierungsgesteuerten LRM kann möglicherweise klinische Vorteile bieten.

  • Weitere gut durchgeführte randomisierte Studien sind zur Bestätigung erforderlich.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut dem Review existiert aktuell keine ausreichende Evidenz, um einen festen PEEP-Zielwert für Frühgeborene mit RDS oder BPD vorzugeben. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass eine individualisierte PEEP-Einstellung mittels oxygenierungsgesteuertem Lungenrekrutierungsmanöver (LRM) die Beatmungsdauer potenziell verkürzen kann.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review stellt fest, dass die aktuelle Evidenz nicht ausreicht, um einen spezifischen PEEP-Wert zu empfehlen. Es zeigten sich in den Studien keine signifikanten Unterschiede zwischen niedrigen und hohen PEEP-Werten.

Laut der Literaturrecherche des Reviews gibt es bislang keine randomisierten kontrollierten Studien, die verschiedene PEEP-Level bei Säuglingen mit BPD vergleichen.

Die Daten deuten darauf hin, dass ein oxygenierungsgesteuertes LRM die Dauer der Beatmungsunterstützung signifikant verkürzen kann. Die Evidenzqualität für dieses Ergebnis wird jedoch als niedrig eingestuft.

In den untersuchten Studien zur Individualisierung des PEEP mittels LRM zeigte sich kein Unterschied in der Mortalität bis zur Krankenhausentlassung im Vergleich zur Routineversorgung.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Positive end-expiratory pressure for preterm infants requiring conventional mechanical ventilation for respiratory distress syndrome or bronchopulmonary dysplasia (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien