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Lungenrekrutierungsmanöver bei Neugeborenen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Früh- und Neugeborene mit Atemwegserkrankungen benötigen häufig eine Intubation und konventionelle mechanische Beatmung (CMV). Diese lebensrettende Maßnahme birgt jedoch das Risiko von Lungenschäden.

Bei Erwachsenen können Lungenrekrutierungsmanöver (LRM) die Inzidenz von Lungenschäden reduzieren sowie die Oxygenierung und Lungencompliance verbessern.

Für die Anwendung bei Neugeborenen ist die Evidenzlage laut einem aktuellen Cochrane Review jedoch stark limitiert. Es besteht kein Konsens darüber, ob LRM in dieser Patientengruppe angemessen oder wirksam sind.

Empfehlungen

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews. Die Autoren formulieren folgende zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit:

Fehlende Evidenz für klinische Endpunkte

Laut Review gibt es derzeit unzureichende Evidenz, um den Einsatz von Lungenrekrutierungsmanövern bei mechanisch beatmeten Neugeborenen zu leiten. Es wird betont, dass größere, gut konzipierte randomisierte Studien erforderlich sind.

In der Meta-Analyse von zwei Studien mit insgesamt 44 Teilnehmern wurde ein stufenweises LRM mit positivem endexspiratorischem Druck (PEEP) mit der Standardversorgung verglichen. Dabei zeigten sich folgende Ergebnisse:

EndpunktEffekt von LRM vs. StandardversorgungEvidenzqualität
MortalitätKein nachweisbarer UnterschiedNiedrig
Bronchopulmonale DysplasieKein nachweisbarer UnterschiedNiedrig
Dauer der SauerstoffgabeKein nachweisbarer UnterschiedSehr niedrig
Dauer der BeatmungKein nachweisbarer UnterschiedSehr niedrig

Physiologische Effekte nach Absaugung

Eine weitere kleine Studie untersuchte LRM nach endotrachealer Absaugung. Es wurde festgestellt, dass LRM das endexspiratorische Lungenvolumen 120 Minuten nach der Absaugung leicht verbessern können.

Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass ein LRM mit doppeltem PEEP den mittleren arteriellen Blutdruck 30 Minuten nach der Absaugung leicht senken kann.

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💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass die aktuelle Datenlage den routinemäßigen Einsatz von Lungenrekrutierungsmanövern bei beatmeten Neugeborenen nicht stützt. Zudem wird beschrieben, dass bestimmte Manöver, wie ein doppelter PEEP nach dem Absaugen, zu einem leichten Abfall des mittleren arteriellen Blutdrucks führen können.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine Evidenz dafür, dass Lungenrekrutierungsmanöver die Mortalität bis zur Krankenhausentlassung senken. Die Qualität der zugrundeliegenden Evidenz wird als niedrig eingestuft.

Die Meta-Analyse zeigte keinen signifikanten Unterschied in der Inzidenz der bronchopulmonalen Dysplasie im Vergleich zur Standardversorgung. Auch hier ist die Datenlage stark limitiert.

Es wird beschrieben, dass Rekrutierungsmanöver das endexspiratorische Lungenvolumen nach dem Absaugen leicht verbessern können. Ein Manöver mit doppeltem PEEP kann jedoch den mittleren arteriellen Blutdruck vorübergehend senken.

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Quelle: Cochrane Review: Lung recruitment manoeuvres for reducing mortality and respiratory morbidity in mechanically ventilated neonates (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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