Lumbalpunktion bei Neugeborenen: Cochrane Review
Hintergrund
Die Lumbalpunktion ist ein häufiger invasiver Eingriff bei Neugeborenen, der meist zur Diagnostik von Infektionen durchgeführt wird. Da Neugeborene eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit aufweisen, kann die Prozedur ohne adäquate Analgesie erheblichen Stress und Schmerzen verursachen.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2023 untersucht die Vor- und Nachteile pharmakologischer Interventionen während der Lumbalpunktion bei Neugeborenen. Ziel ist es, die Auswirkungen auf Schmerzen, Unbehagen und die Erfolgsrate des Eingriffs zu bewerten.
Die analysierten Studien konzentrieren sich ausschließlich auf topische Anästhetika wie Lidocain und EMLA-Creme. Für andere Medikamentengruppen wie Opioide oder Sedativa lagen zum Zeitpunkt der Untersuchung keine abgeschlossenen Studien vor.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die aktuelle Evidenzlage zu pharmakologischen Interventionen bei der Lumbalpunktion von Neugeborenen zusammen.
Schmerzreduktion durch topische Anästhetika
Laut dem Review können topische Anästhetika (Lidocain oder EMLA) im Vergleich zu Placebo die Schmerzen während des Eingriffs möglicherweise reduzieren (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit). Dies wurde in den Studien anhand des Neonatal Facial Coding System (NFCS) Scores ermittelt.
Erfolgsraten und Komplikationen
Die Evidenz bezüglich der Erfolgsraten und möglicher Komplikationen wird als sehr unsicher eingestuft. Es ist laut den Autoren unklar, ob topische Anästhetika im Vergleich zu keiner Anästhesie einen signifikanten Effekt auf folgende Parameter haben:
-
Erfolgreiche Lumbalpunktion beim ersten Versuch
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Anzahl der benötigten Versuche pro Punktion
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Episoden von Bradykardie oder Desaturation
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Auftreten von Apnoen
Übersicht der untersuchten Endpunkte
Die folgende Tabelle stellt die Ergebnisse einer Studie (Lidocain vs. keine Anästhesie) gegenüber:
| Endpunkt | Topisches Anästhetikum (Lidocain) | Kontrollgruppe (Keine Anästhesie) | Evidenzgrad |
|---|---|---|---|
| Erfolg beim 1. Versuch | 48 % | 42 % | Sehr niedrig |
| Versuche pro Punktion (Mittelwert) | 1,9 | 2,1 | Sehr niedrig |
| Bradykardie-Episoden | 0 % | 4 % | Sehr niedrig |
| Desaturations-Episoden | 0 % | 8 % | Sehr niedrig |
Forschungslücken
Die Autoren betonen, dass es an Studien zu systemischen Behandlungen mangelt. Es wurden keine abgeschlossenen Studien zu Opioiden, nichtsteroidalen Antirheumatika, Alpha-2-Agonisten, NMDA-Rezeptor-Antagonisten oder Sedativa identifiziert.
💡Praxis-Tipp
Obwohl die Datenlage zur Erfolgsrate der Punktion unsicher ist, zeigt der Review, dass topische Anästhetika wie Lidocain oder EMLA die Schmerzbelastung des Neugeborenen reduzieren können. Es wird in der pädiatrischen Praxis darauf hingewiesen, dass eine adäquate Schmerztherapie aufgrund der erhöhten Schmerzsensibilität von Neugeborenen essenziell bleibt, auch wenn systemische Medikamente in Studien noch unzureichend untersucht sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review können topische Anästhetika wie Lidocain- oder EMLA-Creme die Schmerzen bei Neugeborenen reduzieren. Für andere Medikamente wie Opioide oder Sedativa gibt es aktuell keine ausreichenden Studiendaten.
Die aktuelle Evidenz hierzu ist sehr unsicher. Der Review zeigt, dass es unklar ist, ob topische Anästhetika die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Punktion beim ersten Versuch signifikant erhöhen.
In den untersuchten Studien traten unter topischem Lidocain keine Episoden von Bradykardie oder Desaturation auf, während diese in der Kontrollgruppe selten vorkamen. Die Datenlage zu diesen Komplikationen wird jedoch als sehr unsicher eingestuft.
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Quelle: Cochrane Review: Pharmacological interventions for the management of pain and discomfort during lumbar puncture in newborn infants (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.