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Turner-Syndrom: Oxandrolon & Wachstumshormone (Cochrane)

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Turner-Syndrom führt bei unbehandelten Mädchen zu einer im Vergleich zu gesunden Frauen um etwa 20 cm geringeren Endgröße. Eine etablierte Therapieoption zur Steigerung der Körpergröße ist die Behandlung mit Wachstumshormonen (Growth Hormone, GH).

Der vorliegende Cochrane-Review untersucht den zusätzlichen Nutzen und mögliche Risiken des Androgens Oxandrolon. Es wird evaluiert, ob die adjuvante Gabe von Oxandrolon zur Wachstumshormontherapie bei Mädchen bis 18 Jahren vorteilhaft ist.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review analysiert die Effekte einer Kombinationstherapie aus Oxandrolon und Wachstumshormonen im Vergleich zu einer alleinigen Wachstumshormontherapie.

Klinische Endpunkte im Vergleich

Die Auswertung von fünf Studien zeigt einen positiven Effekt der Kombinationstherapie auf die finale Endgröße. Hinsichtlich der unerwünschten Ereignisse ergab die Hauptanalyse keinen statistisch signifikanten Unterschied, jedoch traten unter der Kombinationstherapie absolut gesehen häufiger Nebenwirkungen auf.

EndpunktOxandrolon + Wachstumshormon vs. Wachstumshormon alleinEvidenzqualität
Finale EndgrößeZuwachs um durchschnittlich 2,7 cm (95 % CI 1,3 bis 4,1)Moderat
Unerwünschte EreignisseKeine signifikante Differenz (RR 1,81), aber häufiger VirilisierungszeichenNiedrig
Kognition und PsycheKeine schlüssigen ErgebnisseSehr niedrig

Nebenwirkungen und Virilisierung

Obwohl die relative Risikodifferenz für unerwünschte Ereignisse nicht signifikant war, zeigten sich in den absoluten Zahlen Unterschiede. In der Oxandrolon-Gruppe berichteten 18,6 % der Teilnehmerinnen über unerwünschte Ereignisse, verglichen mit 9,5 % in der Monotherapie-Gruppe.

Als primäre Nebenwirkung der Androgengabe wurden Zeichen der Virilisierung beobachtet. Die Studienautoren nennen hierbei explizit eine Vertiefung der Stimme als berichtetes Symptom.

Weitere Parameter

Für andere untersuchte Parameter liefert der Review keine eindeutigen Ergebnisse. Die Effekte auf Sprache, Kognition und psychologischen Status sind laut Review nicht schlüssig.

Zu gesundheitsbezogener Lebensqualität oder Gesamtmortalität liegen in den eingeschlossenen Studien keine Daten vor.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Aufklärung über eine adjuvante Oxandrolon-Therapie wird empfohlen, das Risiko für Virilisierungserscheinungen zu thematisieren. Insbesondere eine Vertiefung der Stimme wurde in den Studien als unerwünschte Wirkung der Androgengabe beobachtet. Der zu erwartende Größenzuwachs von durchschnittlich 2,7 cm sollte gegen diese potenziellen Nebenwirkungen abgewogen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane-Review führt die zusätzliche Gabe von Oxandrolon zu Wachstumshormonen zu einem durchschnittlichen Zuwachs der Endgröße um 2,7 cm.

Die Auswertung zeigt, dass unter der Therapie mit Oxandrolon vermehrt Zeichen einer Virilisierung auftreten können. Dazu gehört insbesondere eine Vertiefung der Stimme.

Das Durchschnittsalter der Patientinnen bei Therapiebeginn lag in den untersuchten Studien zwischen 9 und 12 Jahren. Die Behandlungsdauer betrug 3 bis 7,6 Jahre.

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Quelle: Cochrane Review: Oxandrolone for growth hormone-treated girls aged up to 18 years with Turner syndrome (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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