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Motorische Neuroprothesen nach Schlaganfall: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schlaganfall-Überlebende leiden häufig an langfristigen motorischen Einschränkungen, wie beispielsweise einer Fußheberschwäche. Zur Unterstützung im Alltag werden in der Rehabilitation häufig Knöchel-Fuß-Orthesen eingesetzt.

Motorische Neuroprothesen (MN) nutzen elektrische Stimulation, um paretische Muskeln während funktioneller Aktivitäten zielgerichtet zu aktivieren. Sie dienen als elektronische Orthesen im häuslichen und gesellschaftlichen Umfeld, um die Teilhabe der Betroffenen zu verbessern.

Der vorliegende Cochrane Review (2020) untersucht die Wirksamkeit von MN im Vergleich zu herkömmlichen Hilfsmitteln. Eingeschlossen wurden Personen, deren Schlaganfall mehr als drei Monate zurücklag und die eine Neuroprothese für die untere Extremität erhielten.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2020) fasst die Evidenz zur Nutzung motorischer Neuroprothesen (MN) der unteren Extremität zusammen. Die Ergebnisse beziehen sich auf den Vergleich mit klassischen Knöchel-Fuß-Orthesen.

Klinische Endpunkte

Laut Meta-Analyse zeigt die MN keinen signifikanten Zusatznutzen gegenüber herkömmlichen Orthesen. Dies betrifft folgende Parameter:

  • Gehgeschwindigkeit zwischen 6 und 12 Monaten (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit)

  • Timed Up and Go Test und Gleichgewicht (Evidenz von moderater Vertrauenswürdigkeit)

  • Körperliche Belastbarkeit im 6-Minuten-Gehtest (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit)

  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität (Evidenz von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit)

Sicherheit und Therapieabbruch

Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse ergab keine erhöhte Gefahr durch die elektronischen Hilfsmittel. Es zeigten sich folgende Resultate:

  • Kein erhöhtes Risiko für Stürze unter MN (Evidenz von moderater Vertrauenswürdigkeit)

  • Keine Zunahme schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit)

  • Signifikant höhere Abbruchraten (Dropouts) in der MN-Gruppe (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit)

Vergleichsübersicht: Neuroprothese vs. Orthese

EndpunktEffekt der Neuroprothese (vs. Orthese)Vertrauenswürdigkeit (GRADE)
Gehgeschwindigkeit (6-12 Monate)Kein UnterschiedNiedrig
Timed Up and Go TestKein UnterschiedModerat
Gleichgewicht (Berg Balance Scale)Kein UnterschiedModerat
StürzeKein erhöhtes RisikoModerat
Therapieabbrüche (Dropouts)Erhöhtes RisikoNiedrig
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💡Praxis-Tipp

Laut Review bieten motorische Neuroprothesen bei chronischen Schlaganfall-Patienten keinen funktionellen Vorteil gegenüber klassischen Knöchel-Fuß-Orthesen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Abbruchrate bei der Nutzung von Neuroprothesen signifikant höher ist. Dies sollte bei der Hilfsmittelversorgung und der Aufklärung über die Therapieadhärenz zwingend berücksichtigt werden.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt keinen signifikanten funktionellen Vorteil der Neuroprothesen gegenüber Knöchel-Fuß-Orthesen. Dies betrifft sowohl die Gehgeschwindigkeit als auch das Gleichgewicht und die Lebensqualität.

Laut Meta-Analyse gibt es keine Evidenz für ein erhöhtes Sturzrisiko durch motorische Neuroprothesen. Die Sicherheit bezüglich Stürzen und schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen ist vergleichbar mit der von herkömmlichen Orthesen.

Die Auswertung zeigt eine signifikant höhere Abbruchrate (Dropout-Rate) bei der Nutzung von Neuroprothesen im Vergleich zu klassischen Orthesen. Die genauen Gründe hierfür müssen in weiteren Studien detaillierter untersucht werden.

Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf Patienten, deren Schlaganfall mehr als drei Monate zurückliegt. Zudem wurden in den eingeschlossenen Studien nur Neuroprothesen für die untere Extremität (Peroneus-Stimulation) untersucht.

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Quelle: Cochrane Review: Motor neuroprosthesis for promoting recovery of function after stroke (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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