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Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion bei Brustkrebs: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Diagnose und die anschließende Behandlung können die Lebensqualität drastisch beeinträchtigen und Symptome wie Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände und Fatigue verursachen.

Die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) ist ein in der Regel achtwöchiges Programm zum Stressabbau. Dabei wird eine nicht wertende und akzeptierende Achtsamkeit von Moment zu Moment geübt, was sich bereits bei anderen chronischen Erkrankungen als vorteilhaft erwiesen hat.

Dieser Cochrane Review (2019) untersucht die Effekte von MBSR im Vergleich zu keiner spezifischen Intervention bei Frauen mit diagnostiziertem Brustkrebs. Die analysierten Studien schlossen überwiegend Frauen im Frühstadium ein, die ihre primäre Krebstherapie bereits abgeschlossen hatten.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf 14 randomisierten kontrollierten Studien folgende zentrale Ergebnisse zur Wirksamkeit der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR):

Kurzfristige Effekte (Ende der Intervention)

Am Ende des achtwöchigen Programms zeigt MBSR die deutlichsten positiven Effekte auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Patientinnen. Folgende Wirkungen werden beschrieben:

  • Reduktion von Depressionen (hohe Evidenzqualität)

  • Wahrscheinliche Reduktion von Fatigue und Angstgefühlen (moderate Evidenzqualität)

  • Wahrscheinliche leichte Verbesserung der Schlafqualität (moderate Evidenzqualität)

  • Mögliche geringfügige Verbesserung der Lebensqualität (niedrige Evidenzqualität)

Mittel- und langfristige Effekte

Die positiven Auswirkungen der Intervention nehmen im zeitlichen Verlauf ab. Bis zu sechs Monate nach Abschluss der Intervention zeigt sich noch eine wahrscheinliche, aber geringfügige Linderung von Angstgefühlen und Depressionen sowie eine leicht verbesserte Schlafqualität.

Der positive Effekt auf die Fatigue ist mittelfristig nicht mehr nachweisbar. Langfristig (bis zu zwei Jahre) führt MBSR laut Review wahrscheinlich zu keinem relevanten Unterschied bei Angstgefühlen, Depressionen oder der Lebensqualität im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Übersicht der Symptomkontrolle im Zeitverlauf

SymptomKurzfristig (Ende der Intervention)Mittelfristig (bis 6 Monate)Langfristig (bis 24 Monate)
DepressionReduziertGeringfügig reduziertKein Unterschied
AngstgefühleGeringfügig reduziertGeringfügig reduziertKein Unterschied
FatigueReduziertKein UnterschiedKeine Daten verfügbar
SchlafqualitätGeringfügig verbessertGeringfügig verbessertKeine Daten verfügbar
LebensqualitätGeringfügig verbessertKein UnterschiedKein Unterschied

Evidenzlücken

In den eingeschlossenen Studien wurden keine Daten zum Gesamtüberleben der Patientinnen erhoben. Ebenso fehlen Informationen zu möglichen unerwünschten Ereignissen im Zusammenhang mit der Intervention.

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💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass MBSR bei Brustkrebspatientinnen primär zur kurzfristigen Linderung von Depressionen und Fatigue am Ende der Therapiephase wirksam ist. Für eine langfristige Symptomkontrolle über sechs Monate hinaus zeigt die Intervention laut Evidenzlage keinen signifikanten Nutzen, weshalb für die Langzeitbetreuung gegebenenfalls andere psychoonkologische Maßnahmen evaluiert werden sollten.

Häufig gestellte Fragen

Der Review zeigt, dass MBSR die Fatigue am Ende der achtwöchigen Intervention wahrscheinlich reduziert. Dieser positive Effekt ist jedoch mittelfristig (nach sechs Monaten) nicht mehr nachweisbar.

Die stärksten Effekte zeigen sich direkt nach Abschluss des Programms. Bis zu sechs Monate danach gibt es noch geringfügige Verbesserungen bei Schlaf, Angst und Depression, während langfristig (bis zwei Jahre) kein Unterschied mehr zur Kontrollgruppe feststellbar ist.

Dazu gibt es aktuell keine Evidenz. In den analysierten Studien des Cochrane Reviews wurden keine Daten zum Gesamtüberleben der Patientinnen erfasst.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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