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Meditation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) stellen weltweit die führende Todesursache dar. Zu den modifizierbaren Risikofaktoren zählen neben Rauchen und Übergewicht auch psychischer Stress.

Meditation wird zunehmend als mögliche Strategie zur Primär- und Sekundärprävention diskutiert. Der Ansatz zielt darauf ab, das Stressniveau zu senken und indirekt schädliche Bewältigungsstrategien wie Rauchen oder ungesunde Ernährung zu reduzieren.

Ein aktueller Cochrane Review (2024) untersucht die Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierten Interventionen (MBI) und Transzendentaler Meditation (TM). Die Analyse schließt 81 randomisiert-kontrollierte Studien mit knapp 7.000 Teilnehmenden ein.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert keine direkten klinischen Empfehlungen, sondern fasst die aktuelle Evidenzlage zusammen. Die Ergebnisse zeigen eine erhebliche Heterogenität und sind meist von niedriger bis sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit.

Die nachfolgende Tabelle fasst die wesentlichen Effekte der untersuchten Meditationsformen zusammen:

InterventionVergleichsgruppeEffekt auf BlutdruckEffekt auf Stress/PsycheKlinische Endpunkte
Achtsamkeit (MBI)Inaktiv (z. B. Warteliste)Mögliche Senkung (niedrige Evidenz)Reduktion von Stress, Angst, Depression (niedrige Evidenz)Kaum Daten (sehr niedrige Evidenz)
Achtsamkeit (MBI)Aktiv (andere Therapie)Wenig bis kein Effekt (niedrige Evidenz)Wahrscheinliche Stressreduktion (moderate Evidenz)Keine Daten
Transzendentale Meditation (TM)Inaktiv (z. B. Warteliste)Mögliche Senkung (niedrige Evidenz)Mögliche Reduktion von Angst/Depression (niedrige Evidenz)Keine Daten
Transzendentale Meditation (TM)Aktiv (andere Therapie)Wahrscheinliche Senkung des systolischen RR (moderate Evidenz)Wenig bis kein Effekt (niedrige bis moderate Evidenz)Kaum Daten (niedrige Evidenz)

Achtsamkeitsbasierte Interventionen (MBI)

Im Vergleich zu inaktiven Kontrollgruppen zeigt MBI eine wahrscheinliche Reduktion des empfundenen Stresses. Angstzustände und Depressionen werden laut den Daten möglicherweise verringert.

Eine Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks ist unter MBI möglich. Die Ergebnisse der eingeschlossenen Studien sind jedoch sehr uneinheitlich.

Transzendentale Meditation (TM)

Für die Transzendentale Meditation zeigt sich im Vergleich zu aktiven Kontrollgruppen eine wahrscheinliche Senkung des systolischen Blutdrucks. Der Effekt auf den diastolischen Blutdruck bleibt unsicher.

Auf psychologische Faktoren wie Angst oder Depression zeigt TM im Vergleich zu aktiven Kontrollgruppen wenig bis keinen Einfluss.

Unerwünschte Ereignisse

Die Datenlage zu Nebenwirkungen ist stark limitiert. In einer kleinen Studie wurden unter MBI vorübergehender Schwindel sowie das Wiederauftauchen verdrängter traumatischer Erinnerungen berichtet.

Die Autoren betonen, dass weitere gut durchgeführte Studien notwendig sind. Insbesondere die Effekte auf harte klinische Endpunkte müssen weiter untersucht werden.

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass die Evidenz für Meditation zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen derzeit noch schwach und heterogen ist. Es wird hervorgehoben, dass Meditation zwar zur Stressreduktion beitragen kann, belastbare Daten zu harten klinischen Endpunkten wie Herzinfarkt oder Mortalität jedoch weitgehend fehlen. Bei der Aufklärung sollte daher keine übersteigerte Erwartungshaltung bezüglich der kardiovaskulären Risikoreduktion geweckt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es Hinweise darauf, dass Transzendentale Meditation den systolischen Blutdruck wahrscheinlich leicht senkt. Bei achtsamkeitsbasierten Interventionen sind die Ergebnisse zum Blutdruck sehr uneinheitlich und von niedriger Evidenzqualität.

Die Analyse zeigt, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen im Vergleich zu inaktiven Kontrollgruppen das Stressempfinden wahrscheinlich reduzieren. Auch eine mögliche Verringerung von Angstzuständen und Depressionen wird beschrieben, wenngleich die Evidenz hierfür schwach ist.

Derzeit gibt es laut den Autoren kaum Daten zu den Auswirkungen von Meditation auf harte klinische Endpunkte wie Herzinfarkte oder kardiovaskuläre Mortalität. Die wenigen verfügbaren Studien zeigen hierauf möglicherweise keine oder nur eine sehr geringe Wirkung.

Unerwünschte Ereignisse werden in den Studien nur selten berichtet. Der Review erwähnt eine kleine Studie, in der unter Achtsamkeitstraining vorübergehender Schwindel und das Wiederauftauchen traumatischer Erinnerungen auftraten.

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Quelle: Cochrane Review: Meditation for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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