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Mentales Training nach Schlaganfall: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ein Schlaganfall führt häufig zu funktionellen Einschränkungen der oberen Extremität. Diese motorischen Defizite beeinträchtigen die Selbstständigkeit der Betroffenen im Alltag erheblich.

Mentales Training ist eine kognitive Übungsmethode in der neurologischen Rehabilitation. Dabei stellt sich die Person eine bestimmte Bewegung oder Handlung wiederholt intensiv vor, ohne diese physisch auszuführen.

Der Cochrane Review (2020) untersucht die Wirksamkeit dieser Methode bei erwachsenen Schlaganfallpatienten. Das Ziel ist die Beurteilung der Effekte auf die Armfunktion, die motorische Kontrolle und die Bewältigung des Alltags.

Empfehlungen

Der Cochrane Review liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit des mentalen Trainings bei Hemiparesen:

Kombinationstherapie

Mentales Training in Kombination mit einer anderen physischen Rehabilitationstherapie führt zu besseren Ergebnissen als die physische Therapie allein. Es wird eine signifikante Verbesserung der Armfunktion und der Armbewegung beschrieben (moderate Vertrauenswürdigkeit der Evidenz, Evidenzgrad Ia).

Für Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) zeigt die Kombinationstherapie laut Meta-Analyse jedoch keine eindeutige Verbesserung (niedrige Vertrauenswürdigkeit).

Monotherapie

Es gibt derzeit keine Evidenz dafür, dass mentales Training anstelle einer konventionellen Behandlung durchgeführt werden sollte. Der Review zeigt, dass mentales Training im direkten Vergleich zur Standardbehandlung die Armbewegung wahrscheinlich nicht signifikant verbessert (niedrige Vertrauenswürdigkeit).

Offene Forschungsfragen

Laut den Autoren der Meta-Analyse bleiben einige klinische Parameter bisher ungeklärt. Dazu gehören:

  • Die optimale Dauer und Häufigkeit (Dosis) des mentalen Trainings

  • Der ideale Startzeitpunkt nach dem Schlaganfall

  • Die langfristige Aufrechterhaltung der erzielten Verbesserungen

Übersicht der klinischen Effekte

InterventionVergleichEffekt auf Armfunktion (Activity)Effekt auf motorische Kontrolle (Impairment)
Mentales Training + andere TherapieAndere Therapie alleinSignifikante Verbesserung (SMD 0.66)Signifikante Verbesserung (SMD 0.59)
Mentales Training (Monotherapie)Konventionelle TherapieUnzureichende DatenKeine signifikante Verbesserung (SMD 0.34)
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💡Praxis-Tipp

Es wird empfohlen, vor Beginn des mentalen Trainings die kognitive Fähigkeit der Betroffenen zur Bewegungsvorstellung zu prüfen. Da die Methode als sichere Zusatztherapie ohne bekannte Nebenwirkungen gilt, kann sie gut in bestehende Rehabilitationskonzepte integriert werden. Ein Ersatz der konventionellen Physiotherapie durch rein mentales Training wird durch die aktuelle Evidenz jedoch nicht gestützt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review verbessert mentales Training als Zusatztherapie die Armfunktion und die motorische Kontrolle bei einer Hemiparese. Es führt jedoch nicht zwingend zu einer besseren Bewältigung von Alltagsaktivitäten (ADL).

Nein, die Meta-Analyse zeigt, dass mentales Training als alleinige Therapie der konventionellen Behandlung nicht überlegen ist. Es wird ausschließlich als ergänzende Maßnahme zur physischen Rehabilitation empfohlen.

Derzeit gibt es keine eindeutige Evidenz zur optimalen Dosierung oder zum besten Zeitpunkt nach dem Schlaganfall. Die Studienlage lässt laut Review noch keine standardisierten Vorgaben zu Dauer und Häufigkeit zu.

In den untersuchten Studien wurden keine unerwünschten Ereignisse oder Schäden durch das mentale Training berichtet. Die Methode gilt als sicher und risikoarm.

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Quelle: Cochrane Review: Mental practice for treating upper extremity deficits in individuals with hemiparesis after stroke (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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