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Achtsamkeitsbasierte Interventionen bei Sucht: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Substanzgebundene Abhängigkeiten sind weltweit verbreitet und gehen mit einer erheblichen gesundheitlichen sowie sozioökonomischen Belastung einher. Obwohl evidenzbasierte Standardtherapien existieren, verzeichnen viele Betroffene Rückfälle oder bleiben trotz Behandlung symptomatisch.

In den letzten Jahrzehnten wurden achtsamkeitsbasierte Interventionen (MBIs) zunehmend als ergänzende Behandlungsoption untersucht. Diese umfassen ein strukturiertes Training in Achtsamkeitsmeditation, das auf die bewusste, nicht-wertende Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments abzielt.

Der vorliegende Cochrane Review (2021) untersucht die Wirksamkeit von MBIs bei Alkohol- und Drogenabhängigkeit, wobei Tabakabhängigkeit ausgeschlossen wurde. Verglichen wurden die Interventionen sowohl mit fehlender Behandlung als auch mit etablierten Standardtherapien.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2021) fasst die Evidenz zu achtsamkeitsbasierten Interventionen (MBIs) bei substanzgebundenen Abhängigkeiten zusammen. Die Ergebnisse basieren auf 35 auswertbaren randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 2825 Teilnehmern.

Klinische Endpunkte und Evidenz

Die Autoren verglichen MBIs unter anderem mit etablierten Standardtherapien wie der kognitiven Verhaltenstherapie oder Psychoedukation. Die nachfolgende Tabelle fasst die Effekte von MBIs im Vergleich zu anderen aktiven Therapien zusammen:

EndpunktEffekt durch MBIs (vs. andere Therapien)Evidenzqualität (GRADE)
Tage mit SubstanzkonsumMögliche geringfügige ReduktionNiedrig
Kontinuierliche AbstinenzrateSehr ungewisser EffektSehr niedrig
Konsumierte MengeSehr ungewisser EffektSehr niedrig
Suchtintensität (Craving)Sehr ungewisser EffektSehr niedrig
Therapieabbruch (Attrition)Kein signifikanter UnterschiedHoch

Vergleich mit fehlender Behandlung

Beim Vergleich von MBIs mit reinen Wartelisten-Kontrollgruppen (keine Behandlung) zeigt die Meta-Analyse ähnliche Resultate:

  • Die Evidenz für eine Verbesserung der Abstinenz, der konsumierten Menge und des Cravings ist sehr ungewiss.

  • Die Abbruchrate unterscheidet sich laut Review nicht signifikant von der Kontrollgruppe (hohe Evidenzqualität).

Unerwünschte Ereignisse

Die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen wird in der Meta-Analyse als unzureichend beschrieben. Die wenigen verfügbaren Daten deuten jedoch nicht darauf hin, dass MBIs zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen führen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen die Therapietreue nicht negativ beeinflussen und gut von den Teilnehmern akzeptiert werden. Gleichzeitig wird betont, dass die Evidenz für eine signifikante Überlegenheit gegenüber etablierten Standardtherapien bezüglich der Abstinenz derzeit sehr gering ist.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen die Anzahl der Konsumtage im Vergleich zu anderen Therapien möglicherweise geringfügig reduzieren. Die Evidenz für das Erreichen einer vollständigen Abstinenz ist jedoch sehr ungewiss.

Nein, die Meta-Analyse belegt mit hoher Evidenzqualität, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen zu keiner höheren Abbruchrate führen. Die Akzeptanz der Behandlung ist vergleichbar mit Standardtherapien oder Wartelisten-Kontrollgruppen.

Eine klare Überlegenheit lässt sich laut den Autoren derzeit nicht belegen. Bezüglich Endpunkten wie Craving oder konsumierter Menge ist die Evidenz im Vergleich zu anderen etablierten Therapien sehr ungewiss.

In den untersuchten Studien wurden unerwünschte Ereignisse nur selten systematisch erfasst. Die wenigen verfügbaren Daten geben jedoch keinen Hinweis auf schwerwiegende unerwünschte Wirkungen durch die Interventionen.

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Quelle: Cochrane Review: Mindfulness-based interventions for substance use disorders (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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