CochraneIa2020

Zerebralparese: Cochrane Review zu Gehtraining (2020)

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Zerebralparese ist die häufigste körperliche Behinderung im Kindesalter. Betroffene Kinder haben oft Schwierigkeiten, selbstständig zu gehen und komplexe Bewegungsabläufe auszuführen.

Ein mechanisch unterstütztes Gehtraining nutzt motorisierte Geräte wie Laufbänder, Gangtrainer oder robotergestützte Systeme. Es ermöglicht ein hochfrequentes, aufgabenspezifisches Training, das mit oder ohne Körpergewichtsentlastung durchgeführt werden kann.

Dieser Cochrane Review (2020) untersucht die Auswirkungen dieser Trainingsformen auf die Gehfähigkeit, Teilhabe und Lebensqualität. Die eingeschlossenen Studien umfassen Kinder im Alter von 3 bis 18 Jahren mit unterschiedlichen Schweregraden der Erkrankung.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Formen des mechanisch unterstützten Gehtrainings zusammen:

Vergleich der Trainingsmethoden

Die nachfolgende Tabelle stellt die Effekte der verschiedenen Trainingsformen im Vergleich zu den jeweiligen Kontrollgruppen dar:

InterventionKontrolleGehgeschwindigkeitGrobmotorische FunktionTeilhabe
Ohne KörpergewichtsentlastungKein GehtrainingLeicht erhöhtVerbessertNicht gemessen
Ohne KörpergewichtsentlastungUngestütztes GehenErhöhtVerbessertVerbessert
Mit KörpergewichtsentlastungKein GehtrainingErhöhtKein UnterschiedKein Unterschied
Mit KörpergewichtsentlastungUngestütztes GehenKein UnterschiedKein UnterschiedKein Unterschied

Training ohne Körpergewichtsentlastung

Laut Review zeigt das Training ohne Körpergewichtsentlastung im Vergleich zu keinem Gehtraining positive Effekte. Es führt zu einer leichten Erhöhung der Gehgeschwindigkeit (moderate Evidenz) und verbessert die grobmotorischen Funktionen (niedrige Evidenz).

Im direkten Vergleich mit der gleichen Menge an ungestütztem Gehen auf dem Boden ergeben sich ebenfalls Vorteile. Der Review beschreibt hierbei:

  • Eine Erhöhung der Gehgeschwindigkeit (moderate Evidenz)

  • Eine Verbesserung der grobmotorischen Funktionen (moderate Evidenz)

  • Eine gesteigerte Teilhabe im Alltag (moderate Evidenz)

Training mit Körpergewichtsentlastung

Ein Training mit Körpergewichtsentlastung führt im Vergleich zu keinem Training zu einer erhöhten Gehgeschwindigkeit (moderate Evidenz). Bei der grobmotorischen Funktion, der Teilhabe und der Lebensqualität zeigen sich jedoch keine signifikanten Unterschiede.

Wird das Training mit Körpergewichtsentlastung mit ungestütztem Gehen verglichen, lassen sich keine klaren Vorteile belegen. Es zeigen sich laut Review keine Unterschiede bei der Gehgeschwindigkeit oder der grobmotorischen Funktion (niedrige Evidenz).

Klinische Einordnung

Die Autoren betonen, dass mechanisch unterstütztes Gehen ein hochintensives und repetitives Training ermöglicht. Dies wird als besonders nützlich für Kinder mit Konzentrationsschwäche beschrieben.

Es wird diskutiert, dass eine Körpergewichtsentlastung für Kinder, die bereits selbstständig gehen können (GMFCS Level I bis III), das motorische Lernen behindern könnte. Die Entlastung sollte laut Review eher für Kinder mit schwereren motorischen Einschränkungen (GMFCS Level IV) reserviert werden.

Kontraindikationen

Der Review weist darauf hin, dass der Einsatz einer Körpergewichtsentlastung bei Kindern, die bereits das unabhängige Gehen erlernt haben (GMFCS Level I bis III), das motorische Lernen möglicherweise behindern kann. Es wird diskutiert, diese Maßnahme eher für Kinder mit schwereren Einschränkungen (GMFCS Level IV) zu reservieren.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass ein hochintensives, überwachtes Gehtraining ohne Körpergewichtsentlastung besonders bei jüngeren Kindern effektiver sein kann als herkömmliches Gehen auf dem Boden. Es wird zudem angemerkt, dass mechanisch unterstützte Systeme eine wertvolle Struktur bieten, wenn es schwierig ist, die nötige Trainingsdosis im freien Gehen zu erreichen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review führt ein mechanisch unterstütztes Gehtraining zu einer leichten Erhöhung der Gehgeschwindigkeit. Dies gilt insbesondere für das Training ohne Körpergewichtsentlastung im Vergleich zu herkömmlichem Gehen.

Der Review legt nahe, dass eine Körpergewichtsentlastung für Kinder, die bereits selbstständig gehen können, nicht zwingend erforderlich ist und das Lernen sogar behindern könnte. Für Kinder mit schwereren motorischen Einschränkungen kann sie jedoch sinnvoll sein.

In den eingeschlossenen Studien wurden nur selten unerwünschte Ereignisse systematisch erfasst. Die Studien, die darüber berichteten, zeigten jedoch keine Unterschiede bezüglich Nebenwirkungen zwischen den Trainingsgruppen und den Kontrollgruppen.

Die untersuchten Studien nutzten sehr unterschiedliche Protokolle, meist zwischen 15 und 40 Minuten pro Einheit an zwei bis fünf Tagen pro Woche. Der Review betont, dass vor allem ein hochintensives, repetitives Training an der aeroben Schwelle vielversprechende Ergebnisse liefert.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Mechanically assisted walking training for walking, participation, and quality of life in children with cerebral palsy (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien