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Schizophrenie Erhaltungstherapie: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schizophrenie geht mit einer erhöhten Dopaminaktivität in spezifischen Hirnarealen, wie dem limbischen System, einher. Antipsychotika blockieren die Dopaminübertragung und reduzieren dadurch die akuten Symptome der Erkrankung.

Dieser systematische Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit einer medikamentösen Erhaltungstherapie. Dabei wird die fortgeführte Gabe von Antipsychotika mit einem Absetzen der Medikation (Placebo) verglichen.

Die Meta-Analyse schließt 75 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 9145 Teilnehmern ein. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Reviews.

Empfehlungen

Der Cochrane Review belegt die klare Wirksamkeit von Antipsychotika in der Erhaltungstherapie bei Schizophrenie. Es wird festgestellt, dass die fortgeführte Medikation einem Placebo in der Rezidivprävention für bis zu zwei Jahre deutlich überlegen ist.

Klinische Wirksamkeit

Laut Meta-Analyse zeigen sich signifikante Vorteile der Antipsychotika-Gabe gegenüber Placebo. Neben der Rezidivprävention brechen auch deutlich weniger Probanden die Therapie aufgrund von Ineffektivität ab.

Die Datenlage deutet zudem darauf hin, dass die Lebensqualität unter der medikamentösen Therapie besser ausfällt (niedrige Evidenz). Auch das soziale Funktionsniveau wird durch die Antipsychotika wahrscheinlich positiv beeinflusst (moderate Evidenz).

Für die Endpunkte "Suizid" und "Beschäftigungsstatus" konnte der Review aufgrund unzureichender Datenstärke keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen nachweisen.

Vergleich: Antipsychotika vs. Placebo

Die Autoren betonen, dass der Nutzen der Rezidivprophylaxe gegen die unerwünschten Arzneimittelwirkungen abgewogen werden muss. Folgende Raten wurden im direkten Vergleich ermittelt:

Klinischer EndpunktAntipsychotikaPlaceboNNT / NNH
Rezidivrate (7-12 Monate)24 %61 %NNT = 3
Hospitalisierung7 %18 %NNT = 8
Bewegungsstörungen14 %8 %NNH = 20
Gewichtszunahme9 %6 %NNH = 25
Sedierung8 %5 %NNH = 50
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💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass der hohe Nutzen der Erhaltungstherapie stets gegen das erhöhte Risiko für Nebenwirkungen abgewogen werden muss. Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere Bewegungsstörungen und Gewichtszunahme unter Antipsychotika signifikant häufiger auftreten. Eine regelmäßige klinische Reevaluation der Therapie unter Berücksichtigung der individuellen Verträglichkeit wird daher impliziert.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review senken Antipsychotika die Rezidivrate nach 7 bis 12 Monaten signifikant von 61 % auf 24 %. Die Number Needed to Treat (NNT) liegt bei 3, was einer hohen klinischen Wirksamkeit entspricht.

Ja, die Meta-Analyse zeigt eine signifikante Reduktion der Hospitalisierungen. Unter Antipsychotika mussten 7 % der Probanden stationär behandelt werden, verglichen mit 18 % in der Placebo-Gruppe.

Der Review identifiziert Bewegungsstörungen, Gewichtszunahme und Sedierung als signifikante unerwünschte Wirkungen. Für Bewegungsstörungen wurde eine Number Needed to Harm (NNH) von 20 ermittelt.

Die vorliegenden Daten reichten nicht aus, um einen signifikanten Unterschied bei der Suizidrate zwischen Antipsychotika und Placebo nachzuweisen. Die Autoren weisen auf eine unzureichende statistische Power für diesen spezifischen Endpunkt hin.

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Quelle: Cochrane Review: Maintenance treatment with antipsychotic drugs for schizophrenia (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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