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Makrolide bei BPD von Frühgeborenen: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die bronchopulmonale Dysplasie (BPD) ist eine der häufigsten Komplikationen bei extrem unreifen Frühgeborenen. Sie entsteht durch ein Zusammenspiel aus pränatalen Faktoren, Beatmungstraumata und Sauerstofftoxizität, was zu einem proinflammatorischen Zustand der unreifen Lunge führt.

Makrolide, insbesondere Azithromycin, besitzen neben ihrer antimikrobiellen auch eine antiinflammatorische Wirkung. Daher wird ein potenzieller Nutzen in der Prävention der BPD bei beatmeten Frühgeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht diskutiert.

Dieser Artikel fasst die Ergebnisse eines aktuellen Cochrane Reviews zusammen. Die Meta-Analyse untersucht, ob der Einsatz von Makroliden bei dieser Hochrisikogruppe die Inzidenz der BPD senken kann und wie sich das Nutzen-Risiko-Profil darstellt.

Empfehlungen

Der Cochrane Review analysiert die prophylaktische Gabe von Makroliden (überwiegend intravenöses Azithromycin) bei intubierten und beatmeten Frühgeborenen. Die Behandlung begann ab einem Alter von 72 Stunden und dauerte zwischen drei Tagen und sechs Wochen.

Klinische Endpunkte

Die Meta-Analyse zeigt für die untersuchten Endpunkte folgende Ergebnisse im Vergleich zu Placebo oder keiner Intervention:

Klinischer EndpunktRelatives Risiko (RR)Evidenzgrad
BPD an Tag 36 (postmenstruelles Alter)0,95 (kein wesentlicher Unterschied)Niedrig
Tod vor Entlassung0,89 (leichte Reduktion)Niedrig
Gastrointestinale Beschwerden0,47 (Reduktion)Niedrig
Leberfunktionsstörungen1,09 (kein wesentlicher Unterschied)Niedrig
Einsatz postnataler Steroide0,74 (Reduktion)Niedrig

Kernaussagen zur Wirksamkeit

Aus den Daten leiten die Autoren folgende zentrale Erkenntnisse ab:

  • Keine signifikante Reduktion der BPD: Der Einsatz von Makroliden führt zu keinem wesentlichen Unterschied bei der BPD-Inzidenz im postmenstruellen Alter von 36 Wochen.

  • Mögliche Reduktion der Mortalität: Es zeigt sich eine leichte Verringerung der Sterblichkeit vor der Krankenhausentlassung.

  • Einsparung von Steroiden: Der Einsatz von Makroliden kann die Notwendigkeit einer postnatalen Steroidgabe zur Prävention oder Therapie der BPD reduzieren.

  • Nebenwirkungsprofil: Es gibt keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Leberfunktionsstörungen, verlängerte QTc-Zeiten, Herzrhythmusstörungen oder Pylorusstenosen.

Die Gesamtevidenz wird aufgrund von Impräzision (kleine Fallzahlen und weite Konfidenzintervalle) für alle Endpunkte als niedrig eingestuft.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl Azithromycin die Inzidenz der bronchopulmonalen Dysplasie laut Review nicht signifikant senkt, wird ein potenzieller klinischer Nutzen durch die Einsparung postnataler Steroide beschrieben. Es wird darauf hingewiesen, dass die Evidenzlage aufgrund kleiner Fallzahlen aktuell noch schwach ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keinen wesentlichen Unterschied in der BPD-Inzidenz im Alter von 36 Wochen (postmenstruell). Die Evidenz für diese Aussage wird jedoch als niedrig eingestuft.

Die Daten deuten darauf hin, dass Azithromycin die Sterblichkeit vor der Entlassung leicht senken kann. Zudem wird berichtet, dass der Bedarf an postnatalen Steroiden zur BPD-Behandlung reduziert wird.

Der Review fand keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Gruppen hinsichtlich einer QTc-Verlängerung oder kardialen Arrhythmien. Auch das Risiko für Leberfunktionsstörungen oder Pylorusstenosen war nicht signifikant erhöht.

Es wurden extrem unreife Frühgeborene (unter 32 Schwangerschaftswochen) und Kinder mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (unter 1500 g) eingeschlossen. Voraussetzung war, dass die Kinder intubiert und beatmet wurden.

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Quelle: Cochrane Review: Macrolides for the prevention of bronchopulmonary dysplasia in preterm neonates (Cochrane, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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