ZVK-Thrombose bei Kindern: LMWH-Prophylaxe-Empfehlung
Hintergrund
Die Anlage eines zentralen Venenkatheters (ZVK) stellt den häufigsten Risikofaktor für die Entstehung von Thrombosen bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindern dar. In den letzten Jahrzehnten ist die Prävalenz von diagnostizierten thrombotischen Ereignissen in dieser Altersgruppe gestiegen.
Es ist in der klinischen Praxis oft unklar, ob eine medikamentöse Antikoagulationsprophylaxe das Risiko für katheterassoziierte Thrombosen effektiv senken kann. Ein systematischer Cochrane-Review aus dem Jahr 2020 hat diese Fragestellung untersucht.
Der Review analysiert, ob der prophylaktische Einsatz von niedermolekularem Heparin (LMWH) im Vergleich zu niedrig dosiertem unfraktioniertem Heparin (UFH) oder Placebo einen klinischen Vorteil bietet. Dabei wurden sowohl die Thromboseinzidenz als auch mögliche Blutungskomplikationen betrachtet.
💡Praxis-Tipp
Aus dem Review lässt sich ableiten, dass der routinemäßige Einsatz von LMWH zur reinen Thromboseprophylaxe bei ZVKs im Kindesalter durch die aktuelle Studienlage nicht gedeckt ist. Es wird darauf hingewiesen, dass die vorhandene Evidenz aufgrund von Verzerrungsrisiken, Ungenauigkeiten und Inkonsistenzen herabgestuft wurde.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane-Review gibt es keine ausreichende Evidenz dafür, dass LMWH im Vergleich zu niedrig dosiertem UFH die Inzidenz von ZVK-assoziierten Thrombosen bei Kindern signifikant senkt. Die Vertrauenswürdigkeit der vorhandenen Daten wird als niedrig eingestuft.
Der Review konnte keine ausreichende Evidenz finden, um einen Unterschied bezüglich schwerer oder leichter Blutungskomplikationen zwischen LMWH und niedrig dosiertem UFH zu bestätigen oder auszuschließen. Auch bezüglich der Gesamtmortalität zeigte sich kein klarer Unterschied.
Die in den Review eingeschlossenen Studien lieferten keine Daten zu Katheterokklusionen, der Dauer der Katheterdurchgängigkeit oder katheterassoziierten Blutstrominfektionen (CRBSI). Eine Aussage zu diesen Endpunkten ist daher auf Basis dieser Auswertung nicht möglich.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Low molecular weight heparin for prevention of central venous catheter-related thrombosis in children (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Different unfractionated heparin doses for preventing arterial thrombosis in children undergoing cardiac catheterization
Cochrane Review: Low molecular weight heparin for prevention of microvascular occlusion in digital replantation
Cochrane Review: Anticoagulation for the initial treatment of venous thromboembolism in people with cancer
Cochrane Review: Anticoagulation for people receiving long-term haemodialysis
Cochrane Review: Pharmacological interventions for preventing clotting of extracorporeal circuits during continuous renal replacement therapy
Cochrane Review: Prolonged thromboprophylaxis with low molecular weight heparin for abdominal or pelvic surgery
Cochrane Review: Primary prophylaxis for venous thromboembolism in ambulatory cancer patients receiving chemotherapy
Cochrane Review: Antithrombotic therapy for ambulatory patients with multiple myeloma receiving immunomodulatory agents
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen