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Aortoiliakale Aneurysmen: Cochrane Review zu EVAR

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die endovaskuläre Aortenreparatur (EVAR) wird zur Behandlung von aortoiliakalen und isolierten iliakalen Aneurysmen eingesetzt. Anatomische Besonderheiten, wie eine Ektasie der Arteria iliaca communis oder eine Beteiligung der Bifurkation, können den Eingriff erschweren. Dies kann zu einer unzureichenden distalen Abdichtungszone für den Stentgraft und in der Folge zu einem Typ-Ib-Endoleak führen.

Um diese Komplikation zu vermeiden, wird häufig eine ein- oder beidseitige Okklusion der Arteria iliaca interna durchgeführt. Der Stentgraft wird dabei bis in die Arteria iliaca externa verlängert. Diese Okklusion ist jedoch mit ischämischen Komplikationen im Beckenbereich assoziiert, darunter Claudicatio der Gesäßmuskulatur, sexuelle Dysfunktion, ischämische Kolitis, Glutealnekrose und Rückenmarksverletzungen.

Als Alternative wurden neue endovaskuläre Instrumente und Techniken wie Iliac-Branch-Devices und die Sandwich-Technik entwickelt. Diese zielen auf eine Revaskularisation der Arteria iliaca interna ab, um die Beckenperfusion aufrechtzuerhalten und die Morbidität sowie Mortalität der EVAR zu senken.

Empfehlungen

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews.

Klinische Fragestellung

Der Review untersucht die Effekte der Revaskularisation der Arteria iliaca interna im Vergleich zu deren Okklusion. Dies betrifft die endovaskuläre Versorgung von aortoiliakalen Aneurysmen und isolierten iliakalen Aneurysmen mit Beteiligung der Iliakalbifurkation.

Ergebnisse der Literaturrecherche

Die Autoren formulierten folgende Kernaussagen zur aktuellen Evidenzlage:

  • Es konnten keine randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) identifiziert werden, die die Einschlusskriterien erfüllten.

  • Ein direkter evidenzbasierter Vergleich zwischen der Revaskularisation und der Okklusion der Arteria iliaca interna ist auf Basis von RCTs derzeit nicht möglich.

Schlussfolgerungen

Laut Review besteht ein dringender Bedarf an qualitativ hochwertigen Studien. Es wird betont, dass die beste Strategie für das Management der endovaskulären Reparatur bei unzureichenden distalen Abdichtungszonen weiter evaluiert werden muss.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review weist darauf hin, dass die Okklusion der Arteria iliaca interna bei der endovaskulären Aortenreparatur mit schweren ischämischen Komplikationen im Beckenbereich einhergehen kann. Dazu zählen unter anderem eine Claudicatio der Gesäßmuskulatur, ischämische Kolitis und Rückenmarksischämien. Da derzeit keine randomisierten Studien zum Vergleich mit revaskularisierenden Techniken vorliegen, muss die Wahl des Verfahrens individuell abgewogen werden.

Häufig gestellte Fragen

Bei anatomischen Schwierigkeiten wie einer Ektasie der Arteria iliaca communis kann die distale Abdichtungszone für den Stentgraft unzureichend sein. Um ein Typ-Ib-Endoleak zu vermeiden, wird laut Cochrane Review häufig die Arteria iliaca interna okkludiert und der Stentgraft in die Arteria iliaca externa verlängert.

Der Review nennt verschiedene ischämische Komplikationen im Beckenbereich. Dazu gehören Claudicatio der Gesäßmuskulatur, sexuelle Dysfunktion, ischämische Kolitis, Glutealnekrose und Rückenmarksverletzungen.

Als Alternativen beschreibt der Review Techniken zur Revaskularisation, um die Beckenperfusion zu erhalten. Hierzu zählen der Einsatz von Iliac-Branch-Devices sowie die sogenannte Sandwich-Technik.

Der Cochrane Review konnte keine randomisierten kontrollierten Studien identifizieren, die die Revaskularisation mit der Okklusion vergleichen. Daher kann derzeit keine evidenzbasierte Empfehlung für eine der beiden Strategien ausgesprochen werden.

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Quelle: Cochrane Review: Internal iliac artery revascularisation versus internal iliac artery occlusion for endovascular treatment of aorto-iliac aneurysms (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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