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Ewing-Sarkom Rezidiv: Cochrane Review zu Hochdosis-Chemo

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Ewing-Sarkom ist der zweithäufigste primäre bösartige Knochentumor bei Kindern und tritt häufig in den Röhrenknochen und im Becken auf. Die Inzidenz liegt bei 4,5 pro Million pro Jahr, mit einem Häufigkeitsgipfel von 11 pro Million im Alter von 12 Jahren.

Trotz intensiver Chemotherapie erleiden 30 bis 40 % der jungen Patienten ein Rezidiv der Erkrankung. Die Prognose nach einem Rückfall ist schlecht: Weniger als 30 % der Betroffenen leben nach 24 Monaten noch, und nach 48 Monaten liegt die Überlebensrate bei unter 10 %.

Die Hochdosis-Chemotherapie (HDC) mit anschließender autologer hämatopoetischer Stammzelltransplantation (AHCT) wird bei verschiedenen soliden Tumoren im Kindesalter eingesetzt. Die Hypothese ist, dass dieses Verfahren Resistenzen gegen die Standard-Polychemotherapie überwinden und eine minimale Resterkrankung eradizieren kann.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews.

Empfehlungen

Studienlage und Evidenz

Der vorliegende Cochrane Review untersuchte die Wirksamkeit und Toxizität der Hochdosis-Chemotherapie (HDC) mit anschließender autologer Stammzelltransplantation (AHCT) im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie. Die Zielgruppe umfasste Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (bis 30 Jahre) mit einem ersten Rezidiv eines Ewing-Sarkoms.

Ergebnisse der Literaturrecherche

Die Autoren des Reviews fassen folgende Kernaussagen zusammen:

  • Es konnten keine randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) oder kontrollierten klinischen Studien (CCTs) identifiziert werden, die die Einschlusskriterien erfüllten.

  • Aufgrund der fehlenden Studienlage können keine evidenzbasierten Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit (wie ereignisfreies oder Gesamtüberleben) gezogen werden.

  • Ebenso sind keine vergleichenden Aussagen zur Toxizität der HDC mit AHCT gegenüber der konventionellen Chemotherapie möglich.

Forschungsbedarf

Laut Review wird dringend weitere qualitativ hochwertige Forschung benötigt, um den Stellenwert der Hochdosis-Chemotherapie beim Ewing-Sarkom-Rezidiv abschließend bewerten zu können.

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💡Praxis-Tipp

Da der Cochrane Review keine kontrollierten Studien zur Hochdosis-Chemotherapie beim ersten Rezidiv eines Ewing-Sarkoms identifizieren konnte, fehlt aktuell eine belastbare Evidenzbasis für den routinemäßigen Einsatz dieses Verfahrens. Es wird deutlich, dass Therapieentscheidungen in dieser klinischen Situation weiterhin individuell und idealerweise im Rahmen von klinischen Studien getroffen werden sollten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Review ist die Prognose nach einem ersten Rezidiv ungünstig. Weniger als 30 % der jungen Patienten sind nach 24 Monaten noch am Leben, nach 48 Monaten liegt die Überlebensrate bei unter 10 %.

Die Hypothese ist, dass eine Hochdosis-Chemotherapie Resistenzen gegen die Standard-Polychemotherapie überwinden kann. Dadurch soll eine minimale Resterkrankung eradiziert und das Überleben nach einem Rezidiv verbessert werden.

Der aktuelle Cochrane Review konnte keine geeigneten kontrollierten Studien identifizieren. Daher können derzeit keine evidenzbasierten Aussagen zur Überlegenheit gegenüber einer konventionellen Chemotherapie getroffen werden.

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Quelle: Cochrane Review: High-dose chemotherapy followed by autologous haematopoietic cell transplantation for children, adolescents, and young adults with first recurrence of Ewing sarcoma (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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