GAD-7 und GAD-2 bei Angststörungen: Cochrane Review
Hintergrund
Angststörungen wie die generalisierte Angststörung gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Sie bleiben im klinischen Alltag oft unerkannt, was zu einer erheblichen Krankheitslast und Einschränkungen der Lebensqualität führt.
Zur Erfassung von Angstsymptomen werden häufig die Fragebögen GAD-7 (7 Items) und dessen Kurzversion GAD-2 (2 Items) eingesetzt. Diese Instrumente basieren auf Selbstauskünften und sind leicht in der Praxis anzuwenden.
Ein aktueller Cochrane-Review aus dem Jahr 2025 untersucht die diagnostische Genauigkeit dieser beiden Skalen. Dabei wurde die Leistung der Tests zur Erkennung der generalisierten Angststörung sowie jeglicher Angststörungen bei Erwachsenen analysiert.
Empfehlungen
Der systematische Review liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Anwendung der Fragebögen:
Diagnostische Genauigkeit
Laut Meta-Analyse weisen sowohl der GAD-7 als auch der GAD-2 eine akzeptable bis gute diagnostische Genauigkeit auf. Es wird hervorgehoben, dass die Kurzversion GAD-2 eine vergleichbare Leistung wie der längere GAD-7 zeigt.
Die folgende Tabelle fasst die diagnostische Genauigkeit bei den empfohlenen Cut-off-Werten zusammen:
| Fragebogen | Zielerkrankung | Cut-off | Sensitivität | Spezifität |
|---|---|---|---|---|
| GAD-7 | Generalisierte Angststörung | ≥ 10 | 64 % | 91 % |
| GAD-7 | Jegliche Angststörung | ≥ 10 | 48 % | 91 % |
| GAD-2 | Generalisierte Angststörung | ≥ 3 | 68 % | 86 % |
| GAD-2 | Jegliche Angststörung | ≥ 3 | 53 % | 89 % |
Klinische Anwendung und Screening
Die Autoren der Analyse formulieren folgende Einschränkungen für den Praxisalltag:
-
Die Fragebögen sind keine eigenständigen Diagnoseinstrumente und ersetzen kein klinisches Interview.
-
Ein allgemeines Screening in Populationen mit niedriger Prävalenz führt zu einer hohen Anzahl an falsch-positiven Ergebnissen.
-
Aufgrund der hohen Spezifität eignen sich die Tests in Niedrigprävalenz-Settings eher zum Ausschluss einer Angststörung.
-
Ein Einsatz ist bei Personengruppen mit spezifischen Vorerkrankungen (z. B. Epilepsie, Krebs, Herzerkrankungen) aufgrund der höheren Prävalenz sinnvoller.
Weiteres Vorgehen bei auffälligen Werten
Es wird beschrieben, dass positive Screening-Ergebnisse zwingend durch eine umfassende klinische Evaluation bestätigt werden müssen. Bei moderaten Punktzahlen kann laut Review eine erneute Testung nach einem angemessenen Zeitraum sinnvoll sein.
💡Praxis-Tipp
Der Review warnt davor, den GAD-7 oder GAD-2 als alleiniges Instrument zur Diagnosestellung zu nutzen. Bei einem unselektierten Screening in der Primärversorgung ist mit einer hohen Rate an falsch-positiven Ergebnissen zu rechnen, weshalb auffällige Werte stets durch ein strukturiertes klinisches Interview verifiziert werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane-Review liegt der empfohlene Cut-off-Wert für ein positives Testergebnis beim GAD-7 bei 10 oder mehr Punkten. Ab diesem Wert wird eine weitere klinische Abklärung auf das Vorliegen einer Angststörung empfohlen.
Die Meta-Analyse zeigt, dass der GAD-2 eine vergleichbare diagnostische Genauigkeit wie der längere GAD-7 aufweist. Beide Instrumente eignen sich ähnlich gut, um Hinweise auf eine generalisierte Angststörung zu liefern.
Der Review steht einem unselektierten Screening in der Allgemeinbevölkerung kritisch gegenüber. Aufgrund der niedrigen Prävalenz kommt es zu vielen falsch-positiven Ergebnissen, weshalb ein gezielter Einsatz bei Risikogruppen bevorzugt wird.
Aufgrund der hohen Spezifität der Fragebögen eignet sich ein negatives Ergebnis gut, um eine Angststörung mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen. Dies gilt insbesondere in Populationen mit einer niedrigen Prävalenz für Angsterkrankungen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Generalized Anxiety Disorder 7-item (GAD-7) and 2-item (GAD-2) scales for detecting anxiety disorders in adults (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.