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STAI zur Diagnostik von Angststörungen: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, bleiben jedoch in der klinischen Praxis oft undiagnostiziert. Ein systematisches Screening kann helfen, betroffene Personen frühzeitig zu identifizieren.

Der State-Trait Anxiety Inventory (STAI) ist ein weit verbreiteter Selbstbeurteilungsfragebogen. Er erfasst sowohl die momentane Angst (State-Angst, STAI-S) als auch die generelle Ängstlichkeit (Trait-Angst, STAI-T).

Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2025 untersucht die diagnostische Genauigkeit des STAI zur Erkennung von Angststörungen bei Erwachsenen. Die Analyse basiert auf zwölf Studien mit insgesamt 2525 Teilnehmern.

Empfehlungen

Diagnostische Genauigkeit

Der Review bewertet die allgemeine Genauigkeit beider STAI-Subskalen über alle Cut-off-Werte hinweg als moderat. Die Ergebnisse sind laut den Autoren breit vergleichbar mit anderen etablierten Angstfragebögen.

Für die Erkennung jeglicher Angststörungen sowie der generalisierten Angststörung ergeben sich folgende Testgütekriterien bei den am häufigsten verwendeten Cut-offs:

SubskalaZielerkrankungCut-offSensitivitätSpezifitätAUC
STAI-S (State)Jegliche Angststörung≥ 400,830,550,78
STAI-T (Trait)Jegliche Angststörung≥ 440,810,600,78
STAI-S (State)Generalisierte Angststörung≥ 400,860,530,80
STAI-T (Trait)Generalisierte Angststörung≥ 440,860,570,81

Bewertung als Screening-Instrument

Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass der STAI nicht als Screening-Instrument der ersten Wahl angesehen werden sollte. Dies wird mit folgenden Einschränkungen begründet:

  • Die Spezifität ist bei den gängigen Cut-offs niedrig, was zu einer erheblichen Fehlklassifikation führen kann.

  • Der Fragebogen ist im Vergleich zu alternativen Screening-Instrumenten sehr lang.

  • Es fehlen evidenzbasierte Empfehlungen für eindeutige Cut-off-Werte für das Screening.

  • Kürzere, speziell für das Screening entwickelte Fragebögen stehen als Alternativen zur Verfügung.

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💡Praxis-Tipp

Laut dem Cochrane Review führt die niedrige Spezifität des STAI bei den gängigen Cut-offs zu einem hohen Risiko für falsch-positive Ergebnisse. Dies ist besonders in Settings mit einer niedrigen Prävalenz von Angststörungen problematisch. Es wird daher darauf hingewiesen, dass kürzere und spezifischere Screening-Tools in der Primärversorgung vorteilhafter sein können.

Häufig gestellte Fragen

In den analysierten Studien werden häufig Cut-off-Werte von ≥ 40 für die State-Skala (STAI-S) und ≥ 44 für die Trait-Skala (STAI-T) verwendet. Der Cochrane Review bemängelt jedoch das Fehlen evidenzbasierter Cut-off-Empfehlungen für das Screening.

Die Autoren des Reviews stufen den STAI derzeit nicht als Instrument der ersten Wahl für das Screening ein. Die niedrige Spezifität, die Länge des Fragebogens und das Fehlen klarer Screening-Richtlinien schränken die Eignung ein.

Bei einem Cut-off von ≥ 40 (STAI-S) bzw. ≥ 44 (STAI-T) zeigt der Test eine gute Sensitivität von 86 Prozent. Die Spezifität ist mit 53 bis 57 Prozent jedoch niedrig, was zu vielen falsch-positiven Ergebnissen führen kann.

Der STAI-S (State) misst die momentane, situationsbedingte Angst einer Person. Der STAI-T (Trait) erfasst hingegen die generelle, überdauernde Ängstlichkeit als Persönlichkeitsmerkmal.

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Quelle: Cochrane Review: State-Trait Anxiety Inventory (STAI) for detecting anxiety disorders in adults (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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