Orale Dekongestiva und Blutdruck: Cochrane Review
Hintergrund
Orale Dekongestiva mit adrenerger Wirkung werden häufig über längere Zeiträume eingenommen, um eine verstopfte Nase und Nasennebenhöhlen zu entlasten. Aufgrund ihres Wirkmechanismus besteht das theoretische Risiko, dass diese Medikamente den Blutdruck erhöhen.
Bisher fehlten umfassende systematische Übersichtsarbeiten, die die chronischen Auswirkungen dieser Wirkstoffklasse auf den Blutdruck bewerten. Dies ist besonders relevant, da diese Präparate oft rezeptfrei erhältlich sind und weit verbreitet Anwendung finden.
Der vorliegende Cochrane Review analysiert randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), in denen die Einnahme über mindestens sieben Tage untersucht wurde. Die eingeschlossenen Wirkstoffe umfassen Ephedrin, Pseudoephedrin und Phenylpropanolamin.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur chronischen Einnahme (mindestens sieben Tage) von oralen adrenergen Dekongestiva zusammen.
Auswirkungen auf den Blutdruck
Laut der Analyse zeigen die untersuchten Präparate im Vergleich zu Placebo kaum klinisch relevante Effekte auf die Blutdruckwerte:
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Systolischer Blutdruck: Es zeigt sich wahrscheinlich kein oder nur ein geringer Effekt (mittlere Differenz 0,91 mmHg), wobei die Evidenz von sehr niedriger Qualität ist.
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Diastolischer Blutdruck: Auch hier wird ein minimaler bis fehlender Effekt beschrieben (mittlere Differenz 0,44 mmHg) bei niedriger Evidenzqualität.
Herzfrequenz und Nebenwirkungen
Die Übersichtsarbeit bewertet zudem sekundäre Endpunkte der chronischen Einnahme:
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Herzfrequenz: Es wird kein wesentlicher Effekt auf die Herzfrequenz beobachtet (sehr niedrige Evidenzqualität).
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Therapieabbrüche: Die Rate der Abbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen unterscheidet sich laut Review nicht signifikant von Placebo (niedrige Evidenzqualität).
Limitationen der Evidenz
Die Autoren des Reviews betonen, dass die Ergebnisse aufgrund der geringen Studienanzahl und methodischer Schwächen mit Vorsicht zu interpretieren sind. Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Entscheidungsfindung das theoretische Risiko einer Blutdrucksteigerung weiterhin berücksichtigt werden sollte.
💡Praxis-Tipp
Obwohl der Review keine signifikante Blutdrucksteigerung durch orale Dekongestiva nachweisen konnte, wird aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität zur Vorsicht geraten. Es wird empfohlen, das theoretische Risiko einer Blutdruckerhöhung bei der Verordnung oder Empfehlung dieser rezeptfreien Präparate weiterhin zu berücksichtigen.
Häufig gestellte Fragen
Laut einem aktuellen Cochrane Review hat die chronische Einnahme über mindestens sieben Tage wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Effekt auf den Blutdruck. Die Autoren betonen jedoch, dass die zugrundeliegende Evidenz von sehr niedriger Qualität ist.
Die Übersichtsarbeit zeigt, dass orale adrenerge Dekongestiva im Vergleich zu Placebo kaum Auswirkungen auf die Herzfrequenz haben. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass die Datenlage sehr unsicher ist.
Der Review fand keinen signifikanten Anstieg von Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen bei einer Einnahmedauer von ein bis 24 Wochen. Dennoch wird empfohlen, das theoretische Risiko kardiovaskulärer Effekte bei der Entscheidungsfindung zu beachten.
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Quelle: Cochrane Review: Effect of adrenergic agonist oral decongestants on blood pressure (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.