Amphetamine und Blutdruck: Cochrane Review
Hintergrund
Amphetamine werden häufig zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sowie bei Narkolepsie verschrieben. Zudem werden sie zur Leistungssteigerung oder als Freizeitdroge konsumiert.
Eine tägliche Einnahme dieser Stimulanzien steht im Verdacht, das kardiovaskuläre System zu belasten. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck gilt als wesentlicher Risikofaktor für Schlaganfälle, Herzinfarkte sowie Herz- und Nierenversagen.
Der vorliegende Cochrane Review (2025) untersucht die Auswirkungen einer täglichen oralen Amphetamineinnahme auf den Blutdruck und die Herzfrequenz. Die Meta-Analyse schließt 56 randomisiert-kontrollierte Studien mit über 10.000 Teilnehmenden ein.
Empfehlungen
Der Review formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zu den kardiovaskulären Effekten:
Auswirkungen auf die Vitalparameter
Laut Meta-Analyse führt die tägliche orale Einnahme von Amphetaminen zu einem signifikanten Anstieg der Vitalparameter (hohe Evidenz). Es wird betont, dass diese Effekte auch bei einer Langzeiteinnahme von über acht Wochen bestehen bleiben.
| Parameter | Veränderung durch Amphetamine | Evidenzgrad |
|---|---|---|
| Systolischer Blutdruck | + 1,93 mmHg | Hoch |
| Diastolischer Blutdruck | + 1,84 mmHg | Hoch |
| Herzfrequenz | + 3,71 Schläge/Minute | Hoch |
Klinische Relevanz
Die Autoren der Analyse weisen darauf hin, dass die durchschnittlichen Erhöhungen auf individueller Ebene gering erscheinen mögen. Auf Bevölkerungsebene werden diese Anstiege jedoch als klinisch signifikant eingestuft.
Dies gilt laut Auswertung auch für Kinder und Jugendliche. Es wird ein erhöhtes Risiko für unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse bei täglicher Einnahme beschrieben.
Therapieabbrüche und Nebenwirkungen
Die Daten zeigen eine deutlich erhöhte Abbruchrate aufgrund unerwünschter Wirkungen unter Amphetamintherapie.
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In der Placebogruppe brachen 25 von 1000 Personen die Behandlung ab
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In der Amphetamingruppe lag diese Rate bei 68 von 1000 Personen
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Dies entspricht einem relativen Risiko von 2,69 (hohe Evidenz)
Implikationen für die Praxis
Die Publikation unterstreicht die Notwendigkeit, sich der potenziellen kardiovaskulären Nebenwirkungen dieser häufig verschriebenen Medikamente bewusst zu sein. Für zukünftige Studien wird eine 24-Stunden-Blutdruckmessung empfohlen, um die Effekte genauer zu quantifizieren.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane Review hebt hervor, dass selbst geringfügige Blutdruckanstiege von etwa 2 mmHg unter Amphetamintherapie auf Populationsebene klinisch hochrelevant sind. Es wird nahegelegt, bei Personen unter dauerhafter Stimulanzientherapie regelmäßige Kontrollen von Blutdruck und Herzfrequenz durchzuführen, um kardiovaskuläre Langzeitschäden frühzeitig zu erfassen.
Häufig gestellte Fragen
Ja, laut dem Cochrane Review führt die tägliche Einnahme von Amphetaminen zu einem signifikanten Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks. Dieser Effekt tritt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf.
Die Meta-Analyse zeigt einen durchschnittlichen Anstieg der Herzfrequenz um knapp vier Schläge pro Minute. Diese Erhöhung wird als dauerhafter Effekt beschrieben, der auch bei einer Einnahmedauer von über acht Wochen bestehen bleibt.
Der Review stuft die scheinbar geringen Anstiege von etwa 2 mmHg als klinisch signifikant ein. Auf Bevölkerungsebene führen diese Veränderungen zu einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.
Die Daten belegen, dass Behandelte unter Amphetaminen die Therapie mehr als zweieinhalbmal so häufig wegen Nebenwirkungen abbrechen wie Personen unter Placebo. Das relative Risiko für einen Abbruch liegt laut Analyse bei 2,69.
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Quelle: Cochrane Review: Effect of amphetamines on blood pressure (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.