Dihydrocodein (DHC): Therapie bei Opiatabhängigkeit

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die medikamentöse Behandlung und Entgiftung bei Opiatabhängigkeit umfasst in der Regel die orale Gabe von Opioidagonisten. Dihydrocodein (DHC) stellt dabei eine niederschwellige Option für die Substitutionsbehandlung dar.

Die Entscheidung für DHC bei Personen mit weniger schweren Opiatstörungen basiert oft auf der wahrgenommenen Sicherheit und der geringeren Toxizität. Zudem zeichnet sich der Wirkstoff durch eine kürzere Halbwertszeit und einen schnelleren Wirkeintritt aus.

Dieser Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit von DHC im Vergleich zu anderen pharmazeutischen Opioiden. Im Fokus stehen dabei die Entgiftung sowie die Erhaltungstherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Wahl der Substitutions- oder Entgiftungstherapie wird darauf hingewiesen, dass Dihydrocodein (DHC) laut aktueller Evidenzlage keine signifikanten Vorteile gegenüber Buprenorphin oder Methadon bietet. Da der Cochrane Review die vorhandene Evidenz als qualitativ minderwertig einstuft, dürfte die Entscheidung für DHC in der Praxis weiterhin primär auf pragmatischen Erwägungen wie der Niederschwelligkeit und dem schnellen Wirkeintritt basieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es Evidenz von niedriger Qualität, die keinen signifikanten Unterschied zwischen Dihydrocodein und Buprenorphin zeigt. Weder bei der Abstinenzrate noch bei der Haltequote nach sechs Monaten konnte eine Überlegenheit festgestellt werden.

In der Erhaltungstherapie zeigt Dihydrocodein laut Review keine signifikanten Unterschiede zu Methadon hinsichtlich der Opiatabstinenz. Auch die Haltequote der Behandelten nach sechs Monaten ist statistisch vergleichbar.

In den Studien, die Dihydrocodein mit Buprenorphin verglichen, wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet. In der Vergleichsstudie mit Methadon wurde ein Todesfall aufgrund einer Methadon-Überdosis verzeichnet.

Der Review beschreibt, dass Dihydrocodein oft als niederschwellige Option bei Personen mit weniger schweren Opiatstörungen eingesetzt wird. Gründe hierfür sind die wahrgenommene Sicherheit, eine geringere Toxizität und ein schnellerer Wirkeintritt.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Dihydrocodeine for detoxification and maintenance treatment in individuals with opiate use disorders (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.