Kalzium vor der Schwangerschaft bei Präeklampsie: Cochrane
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines aktuellen Cochrane-Reviews aus dem Jahr 2025. Der Review untersucht die präkonzeptionelle Einnahme von Kalzium zur Prävention hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen.
Bluthochdruck in der Schwangerschaft und insbesondere die Präeklampsie gehören zu den Hauptursachen für mütterliche und perinatale Morbidität und Mortalität. Eine Präeklampsie geht mit Bluthochdruck und potenziellen Organschäden einher.
Da Kalzium zur Senkung des Blutdrucks beitragen könnte, wird vermutet, dass eine frühzeitige Supplementierung das Risiko senken kann. Dies ist besonders in Regionen mit kalziumarmer Ernährung von klinischem Interesse.
Empfehlungen
Der Cochrane-Review formuliert basierend auf der aktuellen Evidenzlage keine generelle Empfehlung für oder gegen eine routinemäßige Kalzium-Supplementierung vor der Empfängnis. Die Datenlage stützt sich auf eine einzige randomisierte kontrollierte Studie mit 1355 Frauen, die bereits eine Präeklampsie erlitten hatten.
Einfluss auf Präeklampsie und Schwangerschaftsverlust
Laut Review zeigt die präkonzeptionelle Kalziumgabe im Vergleich zu Placebo folgende Effekte:
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Es zeigt sich möglicherweise kaum oder gar kein Unterschied beim kombinierten Endpunkt aus Präeklampsie oder Schwangerschaftsverlust (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit).
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Auch bei der alleinigen Betrachtung der Präeklampsie-Inzidenz ergibt sich laut den Daten kaum ein Unterschied.
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Bei der Subgruppe der Frauen, die während der Studie tatsächlich schwanger wurden, deutet sich möglicherweise eine leichte Reduktion des kombinierten Endpunktes an.
Weitere mütterliche und kindliche Endpunkte
Die Evidenz zu schwerwiegenden Komplikationen wird im Review wie folgt bewertet:
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Der Effekt auf mütterlichen Tod oder schwere mütterliche Morbidität ist sehr ungewiss (Evidenz von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit).
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Bei Frühgeburten vor der 37. Schwangerschaftswoche bewirkt Kalzium möglicherweise keinen oder nur einen minimalen Unterschied.
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Die Auswirkungen auf Totgeburten sind laut den Autoren sehr ungewiss.
Fehlende Daten
Der Review weist darauf hin, dass in der eingeschlossenen Studie wichtige Endpunkte nicht erfasst wurden. Dazu zählen mögliche unerwünschte Wirkungen der Kalziumeinnahme sowie die perinatale und neonatale Sterblichkeit.
💡Praxis-Tipp
Laut dem aktuellen Cochrane-Review kann die routinemäßige Verordnung von Kalziumpräparaten vor der Schwangerschaft zur Präeklampsie-Prophylaxe derzeit weder unterstützt noch widerlegt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass Daten zu potenziellen unerwünschten Wirkungen der präkonzeptionellen Kalziumeinnahme in der untersuchten Literatur vollständig fehlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane-Review gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz, dass eine präkonzeptionelle Kalziumgabe eine Präeklampsie zuverlässig verhindert. Es zeigte sich in der Gesamtkohorte kaum oder gar kein Unterschied zu Placebo.
Der Review formuliert keine Empfehlung für den routinemäßigen Einsatz von Kalzium vor der Konzeption. Die aktuelle Datenlage kann diese Praxis weder unterstützen noch widerlegen.
Der Cochrane-Review liefert hierzu keine Daten. In der eingeschlossenen Studie wurden mögliche unerwünschte Wirkungen der Kalziumeinnahme nicht gemessen.
Gemäß der analysierten Daten bewirkt die Kalziumgabe vor der Schwangerschaft möglicherweise keinen oder nur einen minimalen Unterschied bei der Rate an Frühgeburten vor der 37. Schwangerschaftswoche.
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Quelle: Cochrane Review: Calcium supplementation commenced before pregnancy for preventing hypertensive disorders and related problems (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.