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Betablocker bei Herzinfarkt: Cochrane-Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Kardiovaskuläre Erkrankungen stellen weltweit die häufigste Todesursache dar. Ein akuter Myokardinfarkt entsteht durch eine Blockade der Blutversorgung des Herzmuskels.

Betablocker werden häufig bei Personen mit akutem Myokardinfarkt eingesetzt. Frühere Meta-Analysen zu diesem Thema zeigten jedoch widersprüchliche Ergebnisse, die von schädlichen über neutrale bis hin zu positiven Effekten reichten.

Der vorliegende Cochrane-Review (2019) untersucht die Nutzen und Risiken von Betablockern im Vergleich zu Placebo oder keiner Intervention. Es wurden 63 randomisierte klinische Studien mit insgesamt 85.550 Teilnehmenden eingeschlossen.

Empfehlungen

Der Review differenziert die klinischen Endpunkte nach kurzfristigen und langfristigen Beobachtungszeiträumen.

Kurzfristige Effekte (unter 3 Monate)

Laut den Autoren reduzieren Betablocker in der Akutphase wahrscheinlich das Risiko für einen Reinfarkt. Die absolute Risikoreduktion liegt hierbei bei 0,5 % (Number Needed to Treat: 196).

Auf die kurzfristige Gesamtmortalität sowie die kardiovaskuläre Mortalität haben Betablocker laut der Analyse jedoch wenig bis keinen Effekt (hohe bis moderate Evidenz).

Langfristige Effekte (über 3 Monate)

Bei einer Nachbeobachtungszeit von über drei Monaten zeigt sich ein verändertes Bild hinsichtlich der Sterblichkeit. Der Review stellt fest, dass Betablocker wahrscheinlich sowohl die Gesamtmortalität als auch die kardiovaskuläre Mortalität senken.

Die absolute Risikoreduktion für die Gesamtmortalität beträgt 1,1 % (NNT: 91), für die kardiovaskuläre Mortalität 1,2 % (NNT: 83). Der langfristige Effekt auf Reinfarkte bleibt hingegen ungewiss (niedrige Evidenz).

Übersicht der klinischen Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die Effekte von Betablockern im Vergleich zu Placebo oder keiner Intervention zusammen:

EndpunktKurzfristig (< 3 Monate)Langfristig (> 3 Monate)
GesamtmortalitätWenig bis kein Effekt (hohe Evidenz)Wahrscheinliche Reduktion (moderate Evidenz)
Kardiovaskuläre MortalitätWenig bis kein Effekt (moderate Evidenz)Wahrscheinliche Reduktion (moderate Evidenz)
Reinfarkt-RisikoWahrscheinliche Reduktion (moderate Evidenz)Ungewisser Effekt (niedrige Evidenz)

Fehlende Evidenz

Die Autoren weisen darauf hin, dass für bestimmte Endpunkte keine ausreichenden Daten vorliegen.

Folgende Aspekte konnten nicht abschließend bewertet werden:

  • Schwere unerwünschte Ereignisse (Serious Adverse Events nach ICH-GCP)

  • Lebensqualität der Betroffenen

  • Effekte auf Angina pectoris (sehr niedrige Evidenzqualität)

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💡Praxis-Tipp

Ein wesentlicher Aspekt aus dem Cochrane-Review ist die zeitliche Diskrepanz der Betablocker-Wirkung. Während sich kurzfristig (unter 3 Monaten) kein Überlebensvorteil zeigt, wird das Risiko für frühe Reinfarkte signifikant gesenkt. Ein positiver Effekt auf die Gesamtmortalität stellt sich den Daten zufolge erst im langfristigen Verlauf ein.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane-Review haben Betablocker in den ersten drei Monaten wenig bis keinen Effekt auf die Gesamtmortalität oder die kardiovaskuläre Mortalität. Ein Überlebensvorteil zeigt sich erst in der langfristigen Nachbeobachtung.

Die Daten zeigen, dass der Einsatz von Betablockern in der Akutphase das kurzfristige Risiko für einen Reinfarkt wahrscheinlich reduziert. Die absolute Risikoreduktion liegt bei 0,5 Prozent.

Der Review stellt fest, dass keine der eingeschlossenen Studien schwere unerwünschte Ereignisse gemäß den ICH-GCP-Richtlinien spezifisch untersucht oder berichtet hat. Die Evidenz zu unerwünschten Wirkungen ist daher stark limitiert.

Die Auswirkungen auf die Lebensqualität bleiben unklar. Laut den Autoren hat keine der 63 analysierten Studien diesen Endpunkt systematisch erfasst.

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Quelle: Cochrane Review: Beta-blockers for suspected or diagnosed acute myocardial infarction (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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