Antibiotika bei KHK: Cochrane Review
Hintergrund
Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist weltweit die führende Todesursache. Patienten mit manifester KHK haben ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Folgeereignisse wie Myokardinfarkt oder Schlaganfall.
In der Vergangenheit wurde vermutet, dass Antibiotika aufgrund ihrer antibakteriellen und antiinflammatorischen Eigenschaften präventiv wirken könnten. Bisherige Studien lieferten hierzu jedoch widersprüchliche Ergebnisse.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines systematischen Cochrane Reviews. Es wurden 38 randomisierte kontrollierte Studien mit über 26.000 Teilnehmern ausgewertet, um den Nutzen und die Risiken dieser Therapie zu bewerten.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane Review formuliert klare Aussagen zum Einsatz von Antibiotika in der Sekundärprävention der koronaren Herzkrankheit (KHK).
Klinische Bewertung
Laut Review wird der klinische Einsatz von Makroliden und Chinolonen zur Sekundärprävention der KHK nicht unterstützt. Die Evidenz zeigt, dass diese Antibiotikaklassen in dieser Indikation schädlich sind.
Es wird darauf hingewiesen, dass zukünftige Studien zur Sicherheit in dieser Patientenpopulation als unethisch eingestuft werden.
Auswirkungen auf die Mortalität
Die Meta-Analyse zeigt signifikante Risiken bei einem Follow-up von 24±6 Monaten im Vergleich zu Placebo oder keiner Intervention:
-
Erhöhung der Gesamtmortalität
-
Erhöhung der kardiovaskulären Mortalität
-
Wahrscheinliche Erhöhung des Risikos für den plötzlichen Herztod
Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Endpunkte nach etwa zwei Jahren zusammen:
| Endpunkt (24±6 Monate) | Effekt von Antibiotika | Number Needed to Harm (NNTH) |
|---|---|---|
| Gesamtmortalität | Erhöhtes Risiko | 79 |
| Kardiovaskuläre Mortalität | Erhöhtes Risiko | 89 |
| Plötzlicher Herztod | Erhöhtes Risiko | 53 |
| Myokardinfarkt | Kein Unterschied | - |
Langzeitfolgen
Auch beim maximalen Follow-up zeigten sich laut Review negative Effekte. Es wurde ein erhöhtes Risiko für die Gesamtmortalität und für Schlaganfälle beobachtet.
Der Review betont die Notwendigkeit längerer Nachbeobachtungszeiten in allgemeinen Antibiotika-Studien. Nur so können spät auftretende unerwünschte Ereignisse adäquat erfasst werden.
💡Praxis-Tipp
Der Review warnt eindringlich vor dem Einsatz von Makroliden oder Chinolonen zur Sekundärprävention bei KHK-Patienten. Es wird betont, dass diese Therapie die kardiovaskuläre und allgemeine Mortalität signifikant erhöht. Zukünftige Studien zu diesem Ansatz werden aufgrund der eindeutigen Schadensnachweise als unethisch betrachtet.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review erhöhen Antibiotika wie Makrolide und Chinolone die Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Mortalität bei KHK-Patienten. Der erhoffte antiinflammatorische Nutzen konnte nicht bestätigt werden.
Die ausgewerteten Daten basieren laut Review zum absoluten Großteil auf Studien mit Makroliden und Chinolonen. Andere Antibiotikaklassen wurden in diesem Kontext kaum untersucht.
Der Review zeigt für den Zeitraum von etwa zwei Jahren eine Number Needed to Harm (NNTH) von 79 für die Gesamtmortalität. Das bedeutet, dass einer von 79 behandelten Patienten durch die Therapie verstirbt.
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Quelle: Cochrane Review: Antibiotics for secondary prevention of coronary heart disease (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.