CochraneIa2021

Antibiotika bei KHK: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist weltweit die führende Todesursache. Patienten mit manifester KHK haben ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Folgeereignisse wie Myokardinfarkt oder Schlaganfall.

In der Vergangenheit wurde vermutet, dass Antibiotika aufgrund ihrer antibakteriellen und antiinflammatorischen Eigenschaften präventiv wirken könnten. Bisherige Studien lieferten hierzu jedoch widersprüchliche Ergebnisse.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines systematischen Cochrane Reviews. Es wurden 38 randomisierte kontrollierte Studien mit über 26.000 Teilnehmern ausgewertet, um den Nutzen und die Risiken dieser Therapie zu bewerten.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane Review formuliert klare Aussagen zum Einsatz von Antibiotika in der Sekundärprävention der koronaren Herzkrankheit (KHK).

Klinische Bewertung

Laut Review wird der klinische Einsatz von Makroliden und Chinolonen zur Sekundärprävention der KHK nicht unterstützt. Die Evidenz zeigt, dass diese Antibiotikaklassen in dieser Indikation schädlich sind.

Es wird darauf hingewiesen, dass zukünftige Studien zur Sicherheit in dieser Patientenpopulation als unethisch eingestuft werden.

Auswirkungen auf die Mortalität

Die Meta-Analyse zeigt signifikante Risiken bei einem Follow-up von 24±6 Monaten im Vergleich zu Placebo oder keiner Intervention:

  • Erhöhung der Gesamtmortalität

  • Erhöhung der kardiovaskulären Mortalität

  • Wahrscheinliche Erhöhung des Risikos für den plötzlichen Herztod

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Endpunkte nach etwa zwei Jahren zusammen:

Endpunkt (24±6 Monate)Effekt von AntibiotikaNumber Needed to Harm (NNTH)
GesamtmortalitätErhöhtes Risiko79
Kardiovaskuläre MortalitätErhöhtes Risiko89
Plötzlicher HerztodErhöhtes Risiko53
MyokardinfarktKein Unterschied-

Langzeitfolgen

Auch beim maximalen Follow-up zeigten sich laut Review negative Effekte. Es wurde ein erhöhtes Risiko für die Gesamtmortalität und für Schlaganfälle beobachtet.

Der Review betont die Notwendigkeit längerer Nachbeobachtungszeiten in allgemeinen Antibiotika-Studien. Nur so können spät auftretende unerwünschte Ereignisse adäquat erfasst werden.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Review warnt eindringlich vor dem Einsatz von Makroliden oder Chinolonen zur Sekundärprävention bei KHK-Patienten. Es wird betont, dass diese Therapie die kardiovaskuläre und allgemeine Mortalität signifikant erhöht. Zukünftige Studien zu diesem Ansatz werden aufgrund der eindeutigen Schadensnachweise als unethisch betrachtet.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review erhöhen Antibiotika wie Makrolide und Chinolone die Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Mortalität bei KHK-Patienten. Der erhoffte antiinflammatorische Nutzen konnte nicht bestätigt werden.

Die ausgewerteten Daten basieren laut Review zum absoluten Großteil auf Studien mit Makroliden und Chinolonen. Andere Antibiotikaklassen wurden in diesem Kontext kaum untersucht.

Der Review zeigt für den Zeitraum von etwa zwei Jahren eine Number Needed to Harm (NNTH) von 79 für die Gesamtmortalität. Das bedeutet, dass einer von 79 behandelten Patienten durch die Therapie verstirbt.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Antibiotics for secondary prevention of coronary heart disease (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien