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Perioperative Betablocker (nicht-kardial): Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review (2019) untersucht die Wirksamkeit perioperativer Betablocker bei Erwachsenen, die sich einem nicht-kardialen chirurgischen Eingriff unterziehen. Ziel ist die Prävention von operationsbedingter Mortalität und Morbidität.

Die routinemäßige Verschreibung dieser Medikamente in einer unselektierten Population wird kontrovers diskutiert. Bisherige randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) lieferten widersprüchliche Ergebnisse bezüglich des Einflusses auf kardiovaskuläre Ereignisse.

Die vorliegende Meta-Analyse schließt 83 RCTs mit insgesamt 14.967 Teilnehmern ein. Die untersuchten Eingriffe reichten von niedrigem bis hohem Risiko, wobei verschiedene Betablocker (wie Metoprolol, Esmolol oder Atenolol) zum Einsatz kamen.

Empfehlungen

Die Meta-Analyse fasst die Effekte der perioperativen Betablocker-Gabe wie folgt zusammen:

Möglicher Nutzen

Laut Review gibt es Hinweise auf eine Reduktion bestimmter kardialer Ereignisse, auch wenn die Evidenzqualität eingeschränkt ist:

  • Reduktion von Myokardinfarkten um 13 Fälle pro 1000 Behandelte (niedrige Evidenzqualität)

  • Reduktion von Vorhofflimmern oder Vorhofflattern um 26 Fälle pro 1000 Behandelte (niedrige Evidenzqualität)

Risiken und Nebenwirkungen

Dem potenziellen Nutzen stehen laut Analyse signifikante Risiken gegenüber. Es wird auf folgende unerwünschte Ereignisse hingewiesen:

  • Zunahme von Bradykardien um 55 Fälle pro 1000 Behandelte (niedrige Evidenzqualität)

  • Zunahme von Hypotonien um 44 Fälle pro 1000 Behandelte (moderate Evidenzqualität)

Unklare Endpunkte und Mortalität

Für mehrere kritische Endpunkte konnte der Review keinen eindeutigen Vorteil belegen. Die Datenlage zur 30-Tage-Gesamtmortalität wird als unsicher eingestuft (niedrige Evidenzqualität).

Ebenso fand sich keine Evidenz für einen Unterschied bei zerebrovaskulären Ereignissen oder ventrikulären Arrhythmien. Die Autoren betonen, dass bei alleinigem Einschluss von placebokontrollierten Studien sogar ein Anstieg der frühen Mortalität und der zerebrovaskulären Ereignisse unter Betablockern beobachtet wurde.

Übersicht der klinischen Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die relativen Risiken (RR) der untersuchten Endpunkte zusammen:

Klinischer EndpunktRelatives Risiko (RR)Evidenzqualität (GRADE)
Myokardinfarkt0,72Niedrig
Vorhofflimmern/-flattern0,41Niedrig
Bradykardie2,49Niedrig
Hypotonie1,40Moderat
30-Tage-Mortalität1,17 (unsicher)Niedrig
Zerebrovaskuläre Ereignisse1,65 (kein Unterschied)Niedrig
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💡Praxis-Tipp

Bei der perioperativen Gabe von Betablockern in der nicht-kardialen Chirurgie sollte das erhöhte Risiko für Hypotonien und Bradykardien kritisch gegen die mögliche Reduktion von Myokardinfarkten abgewogen werden. Der Review warnt davor, dass insbesondere in placebokontrollierten Studien ein Trend zu erhöhter früher Mortalität und zerebrovaskulären Ereignissen unter Betablockern zu verzeichnen war.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review ist die Evidenz für die 30-Tage-Gesamtmortalität unsicher. Es konnte kein Überlebensvorteil nachgewiesen werden, und in rein placebokontrollierten Studien zeigte sich sogar ein möglicher Anstieg der frühen Mortalität.

Die Meta-Analyse zeigt, dass Betablocker die Inzidenz von Myokardinfarkten sowie von Vorhofflimmern und Vorhofflattern reduzieren können. Die Evidenzqualität für diese Endpunkte wird jedoch als niedrig eingestuft.

Es wird ein signifikant erhöhtes Risiko für Bradykardien und Hypotonien beschrieben. Die Zunahme von Hypotonien ist dabei durch eine moderate Evidenzqualität belegt.

Der Review fand keine Evidenz für einen Unterschied bei zerebrovaskulären Ereignissen in der Gesamtanalyse. Bei der isolierten Betrachtung placebokontrollierter Studien wurde jedoch ein Anstieg zerebrovaskulärer Ereignisse unter Betablockern beobachtet.

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Quelle: Cochrane Review: Perioperative beta-blockers for preventing surgery-related mortality and morbidity in adults undergoing non-cardiac surgery (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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