Advance Care Planning bei Herzinsuffizienz: Cochrane Review
Hintergrund
Menschen mit Herzinsuffizienz leiden unter verschiedenen Symptomen und erleben häufig periodische Exazerbationen. Jede dieser Verschlechterungen kann potenziell zum Tod führen.
Advance Care Planning (ACP), auch gesundheitliche Versorgungsplanung genannt, ist ein Prozess zur Besprechung zukünftiger Behandlungsstrategien. Dabei werden die Werte und Präferenzen der Betroffenen gemeinsam mit Familienangehörigen und dem medizinischen Personal erörtert.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Effekte von ACP im Vergleich zur Standardversorgung bei Erwachsenen mit Herzinsuffizienz. Es wurden neun randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1242 Teilnehmenden eingeschlossen.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu den Auswirkungen von Advance Care Planning (ACP) bei Herzinsuffizienz zusammen.
Klinische Endpunkte und Lebensqualität
Laut den Autoren zeigt die Meta-Analyse keine eindeutige Evidenz für einen Unterschied in der Lebensqualität zwischen der ACP-Gruppe und der Standardversorgung (Evidenz von niedriger Qualität). Auch die Auswirkungen auf die Übereinstimmung zwischen den Präferenzen der Betroffenen und der tatsächlichen Versorgung am Lebensende bleiben aufgrund der geringen Studienzahl ungewiss.
Dokumentation und psychische Gesundheit
Der Review identifiziert jedoch positive Effekte in bestimmten Bereichen. Folgende Ergebnisse werden hervorgehoben:
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Die Dokumentation der ACP-Gespräche durch das medizinische Personal wird durch die Intervention signifikant erhöht (Evidenz von niedriger Qualität)
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Die Implementierung von ACP führt zu einer messbaren Verbesserung von depressiven Symptomen bei den Betroffenen (Evidenz von niedriger Qualität)
Übersicht der untersuchten Endpunkte
| Endpunkt | Effekt durch ACP | Evidenzqualität |
|---|---|---|
| Dokumentation von ACP-Gesprächen | Erhöht | Niedrig |
| Depressive Symptome | Verbessert | Niedrig |
| Lebensqualität | Kein signifikanter Unterschied | Niedrig |
| Übereinstimmung von Präferenz und Therapie | Ungewiss | Sehr niedrig |
| Qualität der Kommunikation | Ungewiss | Sehr niedrig |
| Gesamtmortalität | Erhöht | Nicht bewertet |
💡Praxis-Tipp
Ein bemerkenswerter und kontraintuitiver Befund des Cochrane Reviews ist ein verzeichneter Anstieg der Gesamtmortalität in der ACP-Gruppe (Relatives Risiko 1.32). Es wird darauf hingewiesen, dass die Evidenzqualität insgesamt niedrig bis sehr niedrig ist und die Art der ACP-Interventionen in den Studien stark variierte. Die Autoren betonen daher die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, um diese Effekte genauer zu bewerten.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es keine ausreichende Evidenz dafür, dass ACP die Lebensqualität im Vergleich zur Standardversorgung signifikant verändert. Die Qualität der zugrundeliegenden Evidenz wird als niedrig eingestuft.
Der Review zeigt, dass die Implementierung von Advance Care Planning zu einer Verbesserung von depressiven Symptomen führen kann. Auch hier weisen die Autoren auf die niedrige Evidenzqualität hin.
Die Auswirkungen von ACP auf die Übereinstimmung zwischen den Präferenzen der Betroffenen und der tatsächlichen Versorgung am Lebensende sind laut Review ungewiss. Dies liegt an der sehr geringen Anzahl und Größe der verfügbaren Studien zu diesem Endpunkt.
Ja, der Review stellt fest, dass ACP die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das medizinische Personal die Gespräche über den Planungsprozess dokumentiert.
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Quelle: Cochrane Review: Advance care planning for adults with heart failure (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.