CochraneIa2019

Adrenalin bei Herzstillstand: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Adrenalin und Vasopressin werden weltweit häufig zur medikamentösen Behandlung eines Herzstillstands eingesetzt. Es bestehen jedoch in der klinischen Praxis Unsicherheiten bezüglich der Sicherheit, der tatsächlichen Wirksamkeit und der optimalen Dosierung dieser Medikamente.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht systematisch, ob die Gabe von Adrenalin, Vasopressin oder einer Kombination aus beiden einen Überlebensvorteil für die Betroffenen bietet. Die Meta-Analyse schließt 26 randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt über 21.000 erwachsenen und pädiatrischen Teilnehmern ein.

Die Autoren weisen limitierend darauf hin, dass viele der eingeschlossenen Studien vor mehr als 20 Jahren durchgeführt wurden. Da sich die allgemeinen Behandlungsstandards in den letzten Jahren weiterentwickelt haben, spiegeln die Ergebnisse älterer Studien möglicherweise nicht vollständig die aktuelle klinische Praxis wider.

Empfehlungen

Der Review liefert detaillierte Ergebnisse zu verschiedenen medikamentösen Strategien bei einem Herzstillstand. Die Evidenzqualität variiert dabei je nach untersuchtem Endpunkt stark.

Adrenalin im Vergleich zu Placebo

Die Analyse zeigt für die Standarddosierung von Adrenalin im Vergleich zu Placebo folgende primäre Effekte:

  • Es wird eine signifikante Erhöhung der Rate für den Return of Spontaneous Circulation (ROSC) beschrieben (moderate Evidenzqualität).

  • Die Überlebensrate bis zur Krankenhausaufnahme sowie bis zur Krankenhausentlassung wird laut Analyse gesteigert (moderate Evidenzqualität).

  • Es zeigt sich jedoch kein positiver Effekt auf das Überleben mit einem günstigen neurologischen Outcome (niedrige Evidenzqualität).

Alternative Dosierungen und Vasopressin

Der Review vergleicht zudem hochdosiertes Adrenalin sowie Vasopressin mit der Standarddosierung von Adrenalin. Die nachfolgende Tabelle fasst die beobachteten Effekte zusammen:

VergleichROSCÜberleben bis AufnahmeNeurologisches Outcome
Hochdosiertes vs. Standard-AdrenalinVerbessert (sehr niedrige Evidenz)Verbessert (sehr niedrige Evidenz)Kein positiver Effekt
Vasopressin vs. Standard-AdrenalinKein EffektVerbessert (niedrige Evidenz)Kein positiver Effekt
Adrenalin + Vasopressin vs. AdrenalinKein EffektKein EffektKein positiver Effekt
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Befund des Reviews ist die Diskrepanz zwischen dem reinen Überleben und dem neurologischen Outcome. Während Adrenalin in der Standarddosierung das kurz- und mittelfristige Überleben sowie die ROSC-Rate signifikant erhöht, zeigt die aktuelle Evidenz keine Verbesserung der neurologischen Ergebnisse bei den Überlebenden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine Evidenz dafür, dass Adrenalin in irgendeiner Dosierung das Überleben mit einem günstigen neurologischen Outcome verbessert. Dies gilt gleichermaßen für den Einsatz von Vasopressin.

Die Analyse zeigt basierend auf sehr niedriger Evidenzqualität, dass hochdosiertes Adrenalin die ROSC-Rate und das Überleben bis zur Klinikaufnahme verbessern kann. Ein gesicherter Effekt auf die Entlassungsrate oder das neurologische Outcome lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Der Review stellt fest, dass die kombinierte Gabe von Adrenalin und Vasopressin im Vergleich zur alleinigen Adrenalingabe keine signifikanten Effekte auf den ROSC oder das Überleben hat. Auch bei dieser Kombination zeigt sich keine Verbesserung der neurologischen Ergebnisse.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Adrenaline and vasopressin for cardiac arrest (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien