BfArM2011

Champix (Vareniclin) kardiovaskuläres Risiko: BfArM

Diese Leitlinie stammt aus 2011 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2011)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) haben 2011 das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Champix (Vareniclin) neu bewertet. Anlass war eine im Canadian Medical Association Journal veröffentlichte Metaanalyse.

Diese Metaanalyse untersuchte mögliche kardiovaskuläre Nebenwirkungen bei der medikamentösen Raucherentwöhnung. Es wurden Daten von über 8.000 Personen aus 14 randomisierten klinischen Studien mit einer Dauer von bis zu einem Jahr ausgewertet.

Die untersuchten kardiovaskulären Ereignisse umfassten unter anderem Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz. Auch Todesfälle aufgrund kardiovaskulärer Ursachen wurden in die Auswertung einbezogen.

Empfehlungen

Die Behörde formuliert basierend auf der EMA-Bewertung folgende Kernaussagen zur Sicherheit von Vareniclin:

Nutzen-Risiko-Bewertung

Laut BfArM bleibt das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Champix positiv. Der Nutzen bei der medikamentösen Unterstützung der Raucherentwöhnung überwiegt das in der Metaanalyse berichtete, geringfügig erhöhte Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.

Die Auswertung der Studiendaten zeigte folgende Verteilung der kardiovaskulären Ereignisse:

GruppeEreignisrateAbsolute Zahlen
Champix (Vareniclin)1,06 %52 von 4908 Personen
Placebo0,82 %27 von 3308 Personen

Es wird von der Behörde betont, dass dieser Unterschied nicht zu einer veränderten Sterblichkeit zwischen den beiden Gruppen führte.

Methodische Einschränkungen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) identifizierte mehrere methodische Schwächen in der zugrundeliegenden Metaanalyse. Folgende Punkte schränken die Aussagekraft laut Stellungnahme ein:

  • Eine insgesamt sehr niedrige Anzahl an aufgetretenen Ereignissen

  • Höhere Abbruchraten ("Drop-Outs") in der Placebo-Gruppe

  • Fehlende Informationen zum zeitlichen Verlauf der Ereignisse

  • Der Ausschluss von Studien, in denen gar keine Ereignisse auftraten

Aufgrund dieser Einschränkungen wurden vom CHMP keine weitergehenden Schlussfolgerungen aus der Metaanalyse gezogen. Die Produktinformationen des Herstellers wurden jedoch um entsprechende Hinweise zu kardiovaskulären Ereignissen ergänzt.

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💡Praxis-Tipp

Laut BfArM treten kardiovaskuläre Ereignisse unter Vareniclin insgesamt selten auf und führen nicht zu einer erhöhten Sterblichkeit im Vergleich zu Placebo. Es wird festgestellt, dass der klinische Nutzen der Raucherentwöhnung das geringfügig erhöhte kardiovaskuläre Risiko überwiegt.

Häufig gestellte Fragen

Laut einer Metaanalyse ist die Anzahl kardiovaskulärer Ereignisse unter Vareniclin im Vergleich zu Placebo geringfügig erhöht (1,06 % vs. 0,82 %). Das BfArM betont jedoch, dass diese Ereignisse insgesamt selten auftreten und die Sterblichkeit nicht beeinflusst wird.

Die Stellungnahme schließt Personen mit vorbestehenden kardiovaskulären Erkrankungen nicht von der Therapie aus. Es wird festgestellt, dass der Nutzen der Raucherentwöhnung das leicht erhöhte Risiko auch unter Berücksichtigung dieser Gruppe überwiegt.

Die zugrundeliegende Metaanalyse untersuchte das Auftreten von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz. Auch kardiovaskulär bedingte Todesfälle wurden laut BfArM erfasst.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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