Ceftriaxon und Calcium bei Neugeborenen: BfArM Warnung
Hintergrund
Ceftriaxon ist ein parenteral zu applizierendes Cephalosporin-Antibiotikum. Es wird laut BfArM insbesondere zur Therapie von schweren, lebensbedrohlichen Infektionen wie Sepsis, bakterieller Meningitis oder Pneumonie eingesetzt.
Die chemische Inkompatibilität von Ceftriaxon mit calciumhaltigen Parenteralia ist grundsätzlich bekannt und führt zu Ausfällungen. Bei Neugeborenen und Frühgeborenen stellt dies jedoch ein besonders hohes Risiko dar.
Neugeborene verfügen über ein geringes Blutvolumen von etwa 80 ml/kg Körpergewicht. Zudem weist Ceftriaxon in dieser Altersgruppe eine drei- bis viermal längere Halbwertszeit im Vergleich zu Erwachsenen auf.
Empfehlungen
Das BfArM formuliert basierend auf einer Risikobewertung des CHMP folgende Kernaspekte zur Arzneimittelsicherheit:
Warnhinweise zu Ausfällungen
Ausfällungen von Ceftriaxon bei gleichzeitiger Calciuminfusion stellen für Neugeborene ein besonders hohes Risiko dar. Es liegen Berichte über schwere, teilweise tödlich verlaufende unerwünschte Wirkungen durch Ceftriaxon-Calcium-Präzipitate in Lungen und Nieren vor.
Zudem wird gewarnt, dass Präzipitationen von Ceftriaxon insbesondere bei Kleinkindern und Kindern zu einer biliären und renalen Lithiasis führen können.
Therapeutische Alternativen
Für die antibiotische Behandlung schwerer Infektionen bei Früh- und Neugeborenen stehen laut BfArM verschiedene therapeutische Alternativen zur Verfügung. Es wird empfohlen, bei den betroffenen Risikogruppen auf diese sicheren Alternativen auszuweichen.
Kontraindikationen
Das BfArM definiert folgende absolute Kontraindikationen für die Anwendung von Ceftriaxon in der Neonatologie:
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Gleichzeitige Calciumbehandlung bei Neugeborenen: Die Anwendung von Ceftriaxon bei termingerechten Neugeborenen, die calciumhaltige Parenteralia benötigen, ist aufgrund chemischer Unverträglichkeit streng kontraindiziert.
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Generelle Anwendung bei Frühgeborenen: Frühgeborene sind generell von der Behandlung mit Ceftriaxon auszuschließen.
Der generelle Ausschluss von Frühgeborenen wird mit der Gefahr einer Bilirubin-Enzephalopathie begründet. Ceftriaxon verdrängt Bilirubin aus seiner Eiweißbindung, was bei dieser vulnerablen Gruppe ein besonderes Risiko darstellt (zuvor galt dies nur für hyperbilirubinämische Frühgeborene).
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Fehler in der Neonatologie ist die Kombination von Ceftriaxon mit Calcium-Glukonat-Infusionen. Das BfArM warnt eindringlich vor dieser Praxis, da es zu lebensgefährlichen Präzipitaten in Lungen und Nieren kommen kann. Zudem ist zu beachten, dass Ceftriaxon bei Frühgeborenen nun generell kontraindiziert ist, unabhängig vom aktuellen Bilirubinspiegel.
Häufig gestellte Fragen
Laut BfArM verdrängt Ceftriaxon Bilirubin aus der Eiweißbindung. Dies birgt bei Frühgeborenen die akute Gefahr einer Bilirubin-Enzephalopathie, weshalb die Gabe generell kontraindiziert ist.
Es kommt zu einer chemischen Unverträglichkeit mit Ausfällungen (Präzipitaten). Das BfArM warnt, dass diese Ceftriaxon-Calcium-Präzipitate sich in Lungen und Nieren ablagern und bei Neugeborenen tödlich verlaufen können.
Nein, die Vorgaben wurden verschärft. Das BfArM stellt klar, dass Frühgeborene nun generell von der Anwendung mit Ceftriaxon auszuschließen sind, unabhängig von einer bereits bestehenden Hyperbilirubinämie.
Neugeborene haben ein geringes Blutvolumen und erhalten häufig Calcium-Glukonat-Infusionen. Zudem weist Ceftriaxon bei ihnen laut BfArM eine drei- bis viermal längere Halbwertszeit auf als bei Erwachsenen.
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Quelle: Ceftriaxon und calciumhaltige Injektionslösungen – Neue Kontraindikationen und Warnhinweise bei Anwendung bei Früh- und Neugeborenen (BfArM, 2007). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.